BWIHK und DEHOGA

Tourismus-Ausbildung trotzt der Krise – Zukunftstrends stärken die Branche

Passend zur CMT, der größten Tourismusmesse des Landes, veröffentlichen die Industrie- und Handelskammern (IHKs) gemeinsam mit dem Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Baden-Württemberg die Ausbildungszahlen aus der Tourismusbranche. Erneut gibt es einen positiven Trend zu vermelden: Die Tourismusbranche bleibt auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine verlässliche Säule des Ausbildungsmarktes.
Mit insgesamt rund 7.220 Tourismus-Auszubildenden im Jahr 2025 - davon mehr als 6.660 in Gastgewerbe und 560 aus der Reisebranche – konnten die bereits starken Zahlen aus 2024 um ein rund ein Prozent gesteigert werden. Neu in der Branche gestartet sind rund 3.200 Auszubildende – 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit trotzt die Tourismusbranche dem negativen Trend am Ausbildungsmarkt: Über alle Berufe hinweg verzeichneten die IHKs im vergangen Jahr 6,3 Prozent weniger Neueintragungen in Baden-Württemberg.
„Diese Entwicklung zeigt: Unsere Branche bietet gute Perspektiven und zieht damit junge Menschen an – trotz aller aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten“,
betont Tanja Traub, Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald. Die IHK ist im Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) federführend für den touristischen Bereich.
Baden-Württemberg zählt zu den führenden Tourismusregionen Deutschlands. Mit über 60 Millionen Übernachtungen jährlich und eine hohe internationale Gästequote machen die Branche zum zentralen Wirtschaftsfaktor.
„In Zeiten, in denen andere Branchen stagnieren oder rückläufig sind, sorgt der Tourismus für Beschäftigung, Wertschöpfung und kulturelle Vielfalt. Gerade jetzt ist es wichtig, positive Signale auszusenden. Jeder Ausbildungsplatz ist ein Beitrag zur Stabilität und Zukunftssicherung des heimischen Wirtschaftsstandorts“,
unterstreicht Traub gemeinsam mit Dr. Hans-Ulrich Kauderer, DEHOGA-Landesvorsitzender.
Besonders gefragt sind klassische Berufe wie Koch/Köchin (2.240 Auszubildende), Hotelfachmann/-frau (>1.720) sowie Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie (rund 1.170). Zunehmend profitiert die Branche von jungen Menschen aus dem Ausland, die in Baden-Württemberg eine Ausbildung beginnen. Auch dadurch gewinnen die zweijährigen Ausbildungsberufe an Bedeutung, da sie gerade für internationale Auszubildende attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten. Berufsbilder wie Fachkraft für Gastronomie oder Fachkraft Küche sind für weltweite Talente damit ein idealer Einstieg.
„Diese Berufe bieten einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt und eröffnen Perspektiven für eine langfristige Karriere in Deutschland“,
erklärt Kauderer
„Wer sich für gastorientierte Berufe entscheidet, hat beste Chancen.“
Trends, die die Branche prägen: Gastgewerbe und Tourismus entwickeln sich rasant weiter – und die Ausbildung zieht mit. Digitalisierung und Smart Hospitality sind in der Hotellerie längst Standard: Automatisierte Check-ins, KI-gestützter Gästeservice und digitale Buchungsprozesse gehören zum Alltag. Nachhaltigkeit ist mehr als ein Schlagwort: Energieeffizienz, regionale Produkte in der Gastronomie und klimafreundliche Konzepte werden zu echten Wettbewerbsvorteilen. Hinzu kommt die Erlebnisorientierung: Gäste erwarten heute weit mehr als eine Unterkunft – sie wollen Storytelling, Events sowie maßgeschneiderte Angebote.
„Die Branche wird globaler, womit interkulturelle Kompetenz und Sprachkenntnisse zu wichtigen Schlüsselqualifikationen geworden sind“,
führt Traub aus.
„Diese positive Entwicklung ist nur möglich dank des großen Engagements der Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben, die jungen Menschen praxisnahes Wissen sowie die nötige Leidenschaft für die Branche vermitteln und vorleben.“
Blick in die Branchen nach Zahlen:
In der gesamten Tourismusbranche (Gastgewerbe und Reiseverkehr) befanden sich 2025 insgesamt rund 7.220 (209 in Ostwürttemberg) junge Menschen in Ausbildung. Mit über 6.660 (203 in Ostwürttemberg) Personen entfällt der größte Anteil auf Hotellerie, Gastronomie und Cateringbranche. Darunter sind beispielsweise 2.240 (65 in Ostwürttemberg) angehende Köchinnen und Köche, über 1.720 (45 in Ostwürttemberg) Hotelfachleute und knapp 1.170 (33 in Ostwürttemberg) Restaurantfachleute (Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie).
Besonders erfreulich ist der Zuwachs bei den Neueintragungen in Baden-Württemberg z. B. von Restaurantfachleuten (+3,8 Prozent) oder den zweijährigen Ausbildungen zur Fachkraft für Gastronomie (+4 Prozent) sowie Fachkraft Küche (sattes Plus von 21 Prozent).
Im Jahr 2025 verzeichnete die Region Ostwürttemberg bei den zweijährigen Ausbildungen zur Fachkraft für Gastronomie zusätzlich 25 Neueintragungen. Dagegen blieb der Zuwachs beim Ausbildungsberuf Fachkraft Küche gering: Zwischen 2022 und 2025 wurden lediglich 3 Eintragungen registriert.
Gute Nachrichten gibt es auch aus der Reisebranche: Die Ausbildungszahlen stiegen hier um insgesamt 3,7 Prozent. Die Veranstaltungs-, Event- und Kulturbranche wird immer beliebter, hier sind ebenfalls rund 800 junge Menschen in Ausbildung. In der Region Ostwürttemberg hingegen blieben die Ausbildungszahlen in diesem Bereich weiterhin moderat. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 16 junge Menschen in Ausbildung verzeichnet. Innerhalb dieser Berufsgruppe ist der Ausbildungsberuf Veranstaltungskaufmann/-frau der am häufigsten gewählte.

Ergänzende Information:
Weiterbildungen für die Mitarbeitenden in der gesamten Branche bieten u.a. die DEHOGA Akademie sowie die Tourismus Akademie Baden-Württemberg an.