Forschungs- und Innovations- sowie Industrieausschuss tagen gemeinsam im digiZ Aalen
von Elena Paduano |
Der Forschungs- und Innovationsausschuss und der Industrieausschuss der IHK Ostwürttemberg kamen im März 2026 zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Als Tagungsort diente das digiZ Aalen im Digital Innovation Space – ein modernes Innovationszentrum, das den passenden Rahmen für den Austausch bot.
Unter der gemeinsamen Leitung der Ausschussvorsitzenden Dr. Stefanie Schrader, Chief Innovation Manager bei HENSOLDT Optronics GmbH, und Franz Rieger, Geschäftsführer der Rieger Metallveredlung GmbH & Co. KG, begrüßten die Gastgeber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft der Region.
Schild oder Schwert: Wie Unternehmen Schutzrechte klug einsetzen
Den inhaltlichen Schwerpunkt des Abends bildete ein praxisnaher Vortrag von Dr. Hendrik Bartsch, Leiter des Patent- und Markenzentrums Baden-Württemberg, sowie Annegret Schmid, Patentcoach BW am selben Haus. Unter dem prägnanten Titel „Schild oder Schwert: Schutzrechte als Hebel für globalen Erfolg" beleuchteten die beiden Experten, wie Unternehmen – ob Mittelständler oder Großkonzern – geistiges Eigentum gezielt nutzen können, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten.
Im Fokus stand dabei die Frage, wie Patente, Marken und weitere gewerbliche Schutzrechte nicht nur defensiv zur Absicherung von Innovationen dienen, sondern auch offensiv als Instrument zur Erschließung neuer Märkte eingesetzt werden können. Die Referenten verdeutlichten anhand konkreter Beispiele, welche strategischen Möglichkeiten das Patentrecht bietet und welche typischen Fehler Unternehmen beim Aufbau ihres Schutzrechtsportfolios vermeiden sollten.
Lebhafte Diskussion mit hohem Praxisbezug
Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine lebhafte Diskussion, die den Nerv vieler Anwesenden traf. Gerade die Zusammensetzung aus zwei Ausschüssen bereicherte den Austausch: Die Perspektiven aus Forschung und Innovation auf der einen sowie aus der industriellen Praxis auf der anderen Seite ergänzten sich dabei wirkungsvoll. Aus dem Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden konkrete Fragen aus dem Unternehmensalltag eingebracht: Wann lohnt sich eine Patentanmeldung wirklich? Wie geht man mit Schutzrechtsverletzungen durch Wettbewerber um – insbesondere aus dem außereuropäischen Ausland? Und wie lässt sich ein Schutzrechtsportfolio auch mit begrenzten Ressourcen strategisch aufbauen und pflegen?
Die Diskussion zeigte, dass das Thema in der Breite der regionalen Wirtschaft noch großes Potenzial birgt: Viele innovative Unternehmen in Ostwürttemberg schöpfen die Möglichkeiten des Schutzes ihrer Erfindungen und Marken noch nicht vollständig aus – sei es aus Unkenntnis der Verfahren, aus Kostenscheu oder schlicht aus Zeitmangel. Die Experten des Patent- und Markenzentrums Baden-Württemberg machten deutlich, dass eine frühzeitige Beratung oft entscheidend ist, um Schutzlücken zu vermeiden. Sie wiesen zudem auf die kostenfreien Erstberatungsangebote hin, die ausdrücklich auch kleinen und mittleren Unternehmen offenstehen.
Rundgang und Austausch im Digital Innovation Space
Nach der Diskussion lud das gastgebende digiZ zu einem Rundgang durch den Digital Innovation Space ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich einen direkten Eindruck von den Möglichkeiten des Hauses verschaffen – von modernen Kollaborationsflächen bis hin zu technischen Ausstattungen für Prototypenentwicklung und digitale Transformation. Den Abschluss bildete ein geselliges Get-together, bei dem die Netzwerkgespräche in entspannter Atmosphäre weitergeführt wurden. Dabei wurde deutlich, dass der strategische Umgang mit Schutzrechten für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnt.
Der Forschungs- und Innovationsausschuss tagte zum ersten Mal gemeinsam mit dem Industrieausschuss. Quelle: IHK Ostwürttemberg