Best-Practice

Elztalhotel investiert in Mitarbeiterwohnen

Auf dem Baugelände in Winden erklärt Ulrike Tischer, die Betreiberin des Elztalhotels ihr neuestes Projekt: Direkt neben dem bisherigen Gebäude entstehen insgesamt 32 zusätzliche Wohneinheiten – ausschließlich für Beschäftigte des Hotels. Die groß dimensionierte Baugrube markiert den zukünftigen Standort der Tiefgarage, auf der später der Neubau errichtet wird.
Auch infrastrukturelle Maßnahmen laufen parallel: Eine Wasserleitung musste zunächst verlegt werden, bevor die Erweiterung starten konnte. Die Gemeinde begleitet das Vorhaben eng; Bürgermeister Klaus Hämmerle rechnet damit, dass diese Arbeiten in Kürze abgeschlossen sind.
Die Betreiberfamilie ist mit dem Standort vertraut: Bereits vor über 20 Jahren erwarben sie den ehemaligen Lindenhof, der zu diesem Zeitpunkt leer stand. Seitdem wurden zahlreiche Wohnungen für Mitarbeitende geschaffen – aktuell sind es rund 30. Das neue Bauvorhaben ist dennoch das bislang größte Projekt der Familie.
Das Elztalhotel selbst blickt auf eine lange Tradition zurück. Was vor anderthalb Jahrhunderten als Schwarzwaldhof mit Viehwirtschaft begann, hat sich über Generationen hinweg zu einem modernen Wellnesshotel entwickelt. Heute umfasst der Betrieb 99 Zimmer und beschäftigt rund 180 Mitarbeitende, darunter etwa 30 Auszubildende.
Die Erweiterung ist nicht zuletzt eine Reaktion auf die angespannte Wohnraumsituation in der Region. Viele Beschäftigte – insbesondere im unteren und mittleren Einkommensbereich – haben Schwierigkeiten, bezahlbare Wohnungen zu finden. Immer mehr Unternehmen im Elztal reagieren darauf, indem sie Wohnraum selbst bereitstellen oder anmieten und an Mitarbeitende weitergeben.
In Winden liegen die Mietpreise laut einem Immobilienportal im Durchschnitt bei rund acht Euro pro Quadratmeter; Baugrund kostet vielfach zwischen 500 und 700 Euro je Quadratmeter. In der Umgebung – etwa in Waldkirch – liegen die Preise zum Teil deutlich darüber. Auch festangestellte Beschäftigte stoßen daher regelmäßig auf Probleme bei der Wohnungssuche.
Mit dem geplanten Erweiterungsbau möchte die Betreiberfamilie gezielt Entlastung schaffen. Die neuen Wohnungen sollen zu etwa 20 Prozent unter der ortsüblichen Miete angeboten werden. Ergänzend zu den bestehenden Unterkünften steht Mitarbeitenden im Hotel bereits eine eigene Etage zur Verfügung – inklusive Aufenthaltsraum, Freizeitangeboten und Terrasse mit Blick ins Tal.
Mit dem Neubau, den der Gutacher Architekt Karl Klumpp plant, investiert das Unternehmen rund fünf Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen. Damit soll nicht nur zusätzlicher Wohnraum entstehen, sondern auch die Attraktivität des Arbeitgebers weiter gestärkt werden.