BSH investiert in neue Montagelinie
Während BSH Hausgeräte GmbH andernorts in Deutschland Werke schließt, läuft es in Giengen rund. Standortleiter Gerhard Egger blickt optimistisch in die Zukunft.
„Wir sind in Giengen sehr gut ausgelastet“,
sagt er. Beim Rundgang durch die Produktion des Werkes gibt es noch mehr erfreuliche Nachrichten.
BSH produziert in Giengen vor allem Einbaukühlschränke. Der Standort gehört zum sogenannten Kälteverbund. Die Fabrik arbeitet hochautomatisiert und digital.
„Es gelingt uns, wettbewerbsfähig zu produzieren“,
betont Egger. Für 2026 rechnet er weiter mit steigenden Stückzahlen.
Investition in neue Montagelinie
Trotz schwieriger Lage investiert BSH, eine 100-prozentige Tochter des Bosch-Konzerns mit Hauptsitz in München, ins Werk Giengen.
„In einem herausfordernden Umfeld investieren wir in eine neue Montagelinie. Und um die Nachfrage befriedigen zu können, weiten wir die Schichtarbeit nochmals aus“,
sagt Gerhard Egger. Die Produktion soll stabil bleiben, eher nochmals wachsen.
In Giengen arbeiten rund 2600 Menschen – in Produktion, Logistik und Entwicklung. Etwa 350 Entwickler sind für alle acht Kältefabriken des Konzerns im Einsatz. Vom Band rollen in Giengen rund 500 Varianten von Kühlgeräten. Der Trend geht zu großen Modellen - etwa Doppel-Kühlschränke mit Flügeltüren und enormen Ausmaßen. Auf der IFA präsentierte BSH beispielsweise ein neues Gerät, das mit 40 Prozent mehr Nutzinhalt als das bisher größte Modell punktet.
„Jeder möchte es so groß haben, wie es geht",
skizziert Egger den aktuellen Trend.
Blicken zuversichtlich in die Zukunft: v.li.: Personalleiter Anton Modlmayr, Standortchef Gerhard Egger und Logistikleiter Manuel Utz im Showroom des Werkes.
1,4 Millionen Geräte produziert
Die Nachfrage nach den Einbaugeräten aus Giengen bleibt hoch. Im Juni startete das BSH-Werk eine dritte Nachtschicht. 2024 produzierte man am Standort 1,3 Millionen Geräte. 2025 liegt die Zahl sogar bei rund 1,4 Millionen. Neben den derzeit fünf Montagelinien auf zwei Stockwerken unterhält der Standort unter anderem eine eigene Kunststoff-Spritzgießerei, eine Metallbearbeitung und einen Sondermaschinenbau.
Innerhalb der nächsten zwölf Monate entsteht darüber hinaus eine neue Montagelinie – 300 bis 400 Meter lang. Hier werden Mitarbeiter und Roboter eine neue Produktreihe fertigen. Egger verrät noch nichts Genaues, spricht aber von standardisierten Komponenten und noch höherer Energieeffizienz.
Die Automatisierung schreitet voran. Das ist beim Gang durch die Produktionslinien deutlich zu sehen. Früher arbeiteten 60 Menschen an einer Linie, heute weniger als 40, wie Egger betont. Trotzdem setzt BSH auf Menschen. Personalleiter Anton Modlmayr, der zusammen mit Logistikleiter Manuel Utz beim Rundgang dabei ist, erzählt:
„Jährlich besetzen wir rund 15 Ausbildungsplätze in technischen Berufen und acht Studienplätze an Dualen Hochschulen. Nach erfolgreichem Abschluss bieten wir die Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis.“
Dazu kommen rund 25 Hochschulpraktika pro Jahr.
Als Plus für die Beschäftigten hat BSH in Giengen auch seine Gesundheitsangebote an einem Ort gebündelt: Betriebsärztin, Sanitätsstelle und Fitness- und Kursbereich. Ein Physiotherapeut kümmert sich mit regelmäßigen Angeboten um die Belegschaft. Vom frühen Morgen bis Mitternacht kann das niederschwellige Bewegungsangebot genutzt werden. Als erstes Unternehmen in der Region wurde BSH von der AOK als „gesundes Unternehmen“ ausgezeichnet für vorbildliches betriebliches Gesundheitsmanagement.
Auch in Nachhaltigkeit investiert das Werk. Eine neue Großmühle verarbeitet Kunststoffabfälle. Und die Werksfeuerwehr ist mit einem neuen Löschfahrzeug bedacht worden.
Investition in die Logistik
In der Logistik – wichtiger Bestandteil des BSH-Standorts Giengen – steht ein Großprojekt kurz vor dem Abschluss. Ende Oktober 2025 startete eine automatisierte Anlage für den Paketversand. Logistikchef Manuel Utz sieht dafür großen Bedarf:
„Seit Corona ist die Schwelle, ein Hausgerät online zu bestellen, deutlich gesunken.“
BSH setzt in der Logistik zudem auf maßgeschneiderte Verpackungen. Eine Maschine fertigt für jedes Produkt den exakt passenden Karton. Das spart Material und senkt Transportkosten.
Zahlen zu BSH
BSH Hausgeräte ist in Europa Marktführer mit 15,3 Milliarden Euro Jahresumsatz und 57.000 Mitarbeitenden in 39 Fabriken. 5,5 Prozent des Umsatzes wird in Forschung und Entwicklung investiert.
In Giengen begann 1949 die Kühlschrankproduktion, ab 1960 kamen Gefrierschränke hinzu. 2010 wurde das Containerterminal erweitert, um mehr Waren auf die Schiene zu bekommen. 2020 wurde die Fertigung auf Einbaugeräte spezialisiert.
