Weltmarktführer
Spitzenprodukte aus der Region für die ganze Welt
In ganz Deutschland sind aktuell 464 Unternehmen ansässig, die in ihren Branchen, in bestimmten Geschäftsfeldern oder Produktkategorien Weltmarktführer sind. 168 dieser Unternehmen sind in Baden-Württemberg beheimatet, 17 davon haben ihren Sitz bzw. wichtige Produktionsstandorte in der Region Ostwürttemberg.
Dies alles geht aus der Erhebung hervor, die das führende deutsche Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“ (WiWo) gemeinsam mit der Schweizer Universität Sankt Gallen für den gesamten deutschsprachigen Raum gemacht hat. Der Anteil der baden-württembergischen Unternehmen an den deutschen Firmen mit Weltmarktführer-Status beträgt somit 36 Prozent. Was aus der Analyse auch hervorgeht: In Deutschland herrscht ein klares Süd-Nord-Gefälle bei den Weltmarktführern. Allein Baden-Württemberg und Bayern (93 Unternehmen) beherbergen gemeinsam 261 Weltmarktführer, wobei der Südweststaat mit seinen 168 Unternehmen den größten Anteil unter allen Bundesländern hat. Auf Platz zwei rangiert Nordrhein-Westfalen mit 99 Unternehmen.
Um es auf die „WiWo“-Liste der Weltmarktführer zu schaffen, müssen die Unternehmen bestimmte Kriterien erfüllen. So muss der Jahresumsatz bei einer Untergrenze von 50 Millionen Euro mindestens zur Hälfte im Ausland und auf drei Kontinenten erzielt werden. Die Eigentümer der Unternehmen müssen zumindest zum Teil ihren Sitz in Deutschland haben.
Insgesamt beschäftigen die deutschen Weltmarktführer laut „Wirtschaftswoche“ und Uni Sankt Gallen weltweit 5,9 Millionen Menschen und setzen mehr als 1,9 Billionen Euro um. Das entspricht 28 Prozent der Erlöse aller 3,6 Millionen Unternehmen in Deutschland.
Die Spreizung dabei ist groß: 55 der Weltmarktführer setzen pro Jahr weniger als 100 Millionen Euro um, zwei sind Riesenkonzerne mit über 100 Milliarden Euro Jahresumsatz. 245 Unternehmen – und damit rund die Hälfte - aus dem Kreis der Weltmarktführer beschäftigen zwischen 1.000 und 10.000 Mitarbeitende. Mit 133 Unternehmen nimmt die Sparte mit 100 bis 1000 Mitarbeitenden einen großen Raum ein – hierin sind die klassischen Mittelständler vertreten. Und noch eine Erkenntnis: Obwohl die Firmensitze oft in der Provinz liegen, werden die Produkte und Dienstleistungen in der ganzen Welt gebraucht.
Für die IHK Ostwürttemberg ist das Label Weltmarktführerschaft ein wichtiges Kriterium für die Leistungsfähigkeit einer Raumschaft.
„Für unsere Wirtschaftsregion ist es wichtig, dass Leuchttürme vorhanden sind. Sie strahlen über die Grenzen hinweg und machen Ostwürttemberg überregional bekannt“,
erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler.
Die Weltmarktführer aus der Region
Carl Zeiss AG
Wenig überraschend gehört der Optik- und Technologiekonzern zu den Weltmarktführern. Laut „Wirtschaftswoche“ ist das Unternehmen weltweit führend in den Sparten Optik und Optoelektronik. Als größter Arbeitgeber der Region mit weltweit fast 43.000 Mitarbeitenden liegt der Konzern über der 10-Milliarden-Euro-Umsatzmarke – bei einem Exportanteil von rund 92 Prozent. ZEISS gehört damit zu den größeren Global Playern.
Leitz (Brucklacher Group)
Niemand ist besser darin, Werkzeuge für die maschinelle Bearbeitung von Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoffwerkstoffen und NE-Metallen herzustellen. Den Umsatz beziffert die „Wirtschaftswoche“ auf 265 Millionen Euro und die Zahl der Mitarbeiter auf knapp 2800. In der Brucklacher Group (inklusive Boehlerit und Bilz) arbeiten weltweit über 4.000 Mitarbeiter bei einem Gruppenumsatz von rund 450 Millionen Euro. Der Exportanteil der Oberkochener Firma beträgt über 75 Prozent.
Mapal
Das Aalener Traditionsunternehmen feiert 2025 sein 75-jähriges Bestehen und ist ebenfalls in der Liste vertreten. Mapal ist im Bereich Präzisionswerkzeuge für die Zerspanung nahezu aller Werkstoffe führend. Das führte zu einem Umsatz von 524 Millionen Euro und rund 4800 Mitarbeitenden weltweit in 25 Ländern.
Maschinenfabrik Alfing Kessler
Knapp 1100 Mitarbeitende stellen Großkurbelwellen und Induktionshärteanlagen her. Mit einer Exportquote von 56 Prozent und einem Umsatz von 207 Millionen Euro sind die Aalener ebenfalls Mitglied der renommierten Auflistung. Die „Mafa“ ist auf konsequentem Transformationskurs, um unabhängiger vom Verbrennungsmotor im Automobil zu werden.
Max Schlatterer
Das Unternehmen in Herbrechtingen fertigt Antriebs- und Transportbänder und ist Weltmarkführer im Bereich Format- und Saugbänder. Mit 670 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 52 Millionen Euro ist das Unternehmen eines der kleineren in der Kategorie Weltmarktführer - der Exportanteil liegt bei über 72 Prozent.
Paul Hartmann AG
Das Unternehmen mit über 200-jähriger Historie ist mit seinen Systemangeboten für Wundbehandlung, Inkontinenzhygiene und Infektionsprophylaxe im Ranking vertreten. Mit rund 10.200 Mitarbeitenden und einem Umsatz von über 2,3 Milliarden Euro liegt der Exportanteil bei fast 70 Prozent.
Röhm
Das Sontheimer Unternehmen ist für seine Spannwerkzeuge bekannt. Rund 860 Mitarbeitende erwirtschafteten einen Umsatz von 130 Millionen Euro. Die Exportquote lag bei über 58 Prozent.
RUD Ketten Rieger & Dietz
Die Aalener Traditionsfirma ist weltweit führend in der Sparte Ketten und Kettensysteme. RUD feiert 2025 sein 150-jähriges Bestehen. Insgesamt erwirtschafteten laut „Wirtschaftswoche“ knapp 1100 Mitarbeitende einen Umsatz von 219 Millionen Euro. Der Exportanteil wurde mit knapp 67 Prozent beziffert.
Voith
Der Heidenheimer Konzern ist als Komplettanbieter für Wasserkraftwerkausrüstung sowie die Papierherstellung führender Anbieter. Mit knapp 22.500 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 5,5 Milliarden Euro gehört Voith ebenfalls zu den größeren Weltmarktführern. Der Exportanteil lag bei hohen 86 Prozent.
Weltmarktführer mit Produktionsstätten in der Region
Hinzu haben es erneut Unternehmen ins Ranking geschafft, die bedeutende Standorte in der Region haben. Diese sind:
Alfred Kärcher
Kärcher ist Weltmarktführer in der Reinigungstechnik. Das Unternehmen ist bekannt für seine Hochdruckreiniger und hat den Guinness World Records-Titel für die meistverkaufte Hochdruckreiniger-Marke erhalten. In seinem Werk in Waldstetten produziert das Unternehmen mit Stammsitz in Winnenden Industriesauger und Industrieentstauber.
C.D. Wälzholz
Die Hagener Spezialisten für Stahlbänder unterhalten in Oberkochen eine Produktionsstätte. Oberflächenveredelte, phosphatierte Bänder werden dort hergestellt.
EMAG
Das Unternehmen aus Salach ist Nummer eins im Bereich Fertigungssysteme für die Serienfertigung präziser Metallteile und mit einem wichtigen Werk in Heubach ansässig. Dort werden modernste Laserschweiß- und Fügetechnologien entwickelt.
Henkel
Henkel ist weltweit führend in Klebstoffen, Dichtstoffen und Funktionsbeschichtungen für Industriekunden sowie Konsumenten, Handwerk und Bau. Im Klebstoffwerk in Bopfingen produzieren rund 175 Mitarbeitende verschiedene Klebstofftechnologien, insbesondere für den Verpackungssektor und für die Holz- und Möbelindustrie.
Kistler
Eine Dependance in Lorch unterhält der Schweizer Messtechniker Kistler mit der Kistler Instrumente AG. Kistler ist führend im Bereich dynamischer Messtechnik in der Autoindustrie (Sensoren).
Mahle
Ebenfalls in Lorch beheimatet ist ein Werk von Mahle. Der Stuttgarter Konzern ist führend bei Kolbensystemen und Zylinderkomponenten im Automobilbereich. In Lorch werden von rund 200 Mitarbeitenden Filtersysteme hergestellt.
Robert Bosch Automotive Steering
Mit seinem Werken in Schwäbisch Gmünd gehört das Unternehmen zum Bosch-Konzern, der laut „Wirtschaftswoche“ unter anderem weltweit führend in der Lenkungstechnik ist. Als auch künftig größter Arbeitgeber in Schwäbisch Gmünd bleibt das Unternehmen, das Lenkungssysteme für den Pkw- sowie den Nutzfahrzeugbereich herstellt und entwickelt, ein wichtiger Akteur im Wirtschaftsgeschehen der Region.
Weleda AG
Ebenfalls Weltmarktführer im Bereich Naturkosmetik ist die Schweizer Weleda AG mit Hauptsitz in Arlesheim. Das Unternehmen hat seinen größten Produktionsstandort mit knapp 1000 Mitarbeitenden in Schwäbisch Gmünd. Weleda insgesamt hat einen Exportanteil von 91 Prozent bei einem Jahresumsatz von 425 Millionen Euro und insgesamt rund 2500 Mitarbeitenden.
