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LocaSense macht Lagerhallen transparent
Die Hochschule Aalen treibt die Industrie 4.0 voran: Mit dem Gründungsvorhaben „LocaSense“ entwickelt ein interdisziplinäres Team ein neuartiges Ortungssystem, das Waren, Behälter und Betriebsmittel in Lager- und Produktionshallen zuverlässig auffindbar macht – und das deutlich günstiger und robuster als bisher verfügbare Lösungen. Zugleich markiert das Projekt ein kleines Jubiläum: „LocaSense“ ist bereits das zehnte EXIST‑Gründerstipendium am Innovationszentrum an der Hochschule Aalen (INNO-Z) und steht stellvertretend für die wachsende Zahl von Start‑ups, die aus der Hochschule heraus entstehen.
Ob fehlende Werkzeuge, unauffindbare Paletten oder umständliche Suchprozesse – in vielen Unternehmen fehlen präzise Echtzeit-Informationen darüber, wo sich Material und Betriebsmittel gerade befinden. Die Folge: Aufwendige Suchprozesse, fehlerhafte Bestände und unnötige Kosten in der Intralogistik – von der Warenannahme über das Lager bis in die Produktion.
„LocaSense“ setzt auf einen Ansatz, der bislang vor allem aus Tunneln und Bergwerken bekannt ist: sogenannte Leckwellenleiter. Das sind spezielle Antennenkabel, die entlang ihrer gesamten Länge Funkwellen abstrahlen und so eine gleichmäßige Funkabdeckung schaffen. Dieses Konzept wird nun erstmals systematisch auf Lager- und Industriehallen übertragen. Günstige, kleine Funketiketten (sogenannte UHF‑RFID‑Tags), die auf Behältern oder Paletten aufgeklebt werden, senden ihre Signale an eine Verarbeitungseinheit. Aus den Antwortsignalen kann die Position der Objekte mit einer Genauigkeit von etwa ein bis drei Metern bestimmt werden. Dadurch sinkt der Installations- und Wartungsaufwand deutlich, die Lösung ist skalierbar und wird damit auch für mittelständische Unternehmen wirtschaftlich attraktiv.
Die technische Machbarkeit haben Adam Kadad und seine beiden „Gründungsmitstreiter“ Sara Seperovic und Zhang Qiang bereits nachgewiesen: In einem Laboraufbau konnte die Position von RFID‑Tags mit einer Genauigkeit von ein bis zwei Metern bestimmt werden. Mit Unterstützung der Abtsgmünder Stiftung Kessler + Co. für Bildung und Kultur haben wir einen Demonstrator entwickelt. In den kommenden Monaten möchten sie das System schrittweise zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickeln und in einer realen Industrieumgebung mit 100 bis 200 Quadratmetern Hallenfläche testen.
Entstanden ist die Idee von „LocaSense“ im Labor von Prof. Dr. Stephan Ludwig, der an der Fakultät Elektronik und Informatik lehrt. Als Professor für digitale Technologien forscht er im Bereich der Funkkommunikation und begleitet das Vorhaben als Mentor. Dass dieses nun durch das EXIST-Gründerstipendium gefördert wird, ist für ihn ein besonderer Erfolg:
„LocaSense zeigt, welches Potenzial in den Köpfen unserer Studierenden und Mitarbeitenden steckt. Als Mentor freut es mich, dass aus vielen Jahren Forschungsarbeit an der Schnittstelle von Funktechnik und Industrie nun ein Start-up entsteht, das die Digitalisierung der Fabrikhalle ganz konkret voranbringt.“
Das EXIST‑Gründerstipendium ist ein Förderprogramm des Bundes, das Studierende, Absolventen sowie Forschende beim Schritt in die eigene Unternehmensgründung unterstützt. Es finanziert für eine begrenzte Zeit Lebenshaltungskosten, Sachmittel und Coaching, damit aus einer vielversprechenden Geschäftsidee ein marktfähiges Start-up werden kann. Das zehnte EXIST‑Gründerstipendium an Aalens Hochschule zeigt, dass sie sich als starker Ort für Start-ups etabliert hat.
Adam Kadad, Sara Seperovic und Qiang Zhang (v.li.) entwickeln ein neuartiges Ortungssystem, das Waren, Behälter und Betriebsmittel in Lager- und Produktionshallen zuverlässig auffindbar macht.
Wagemut bringen Adam Kadad, Sara Seperovic und Qiang Zhang mit – haben sie doch jeweils den Schritt aus ihrer Heimat nach Deutschland gewagt, um sich hier ein neues Leben aufzubauen. Und ein bisschen Gründungserfahrung fließt in das neue Projekt auch schon mit ein. Denn nach seiner Flucht aus Syrien hat Adam Kadad ein kleines E-Commerce für Wanddekorationen gegründet, das er vor vier Jahren erfolgreich verkauft hat.
„Diese Erfahrungen haben mich dazu motiviert, Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen in Aalen zu studieren. Die Selbständigkeit war schon immer mein Ziel“,
sagt der 29-Jährige. Einen normalen „9-to-5-Job“, in dem man das ausführt, was andere vorgeben – das kann sich Kadad nicht vorstellen. Das eint ihn auch mit seinen Co-Gründern.
Kontakt
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89520 Heidenheim
Tel. 07321 324-0
Fax 07321 324-169
zentrale@ostwuerttemberg.ihk.de
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