Wirtschaft in Ostwürttemberg
Nr. 7124330
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Innovation Night der Ellwanger EurA AG auf der Landesgartenschau

Kernfusion und Photonik als Technologiefelder

Wie fühlt sich Wandel an, wenn er nicht abstrakt bleibt, sondern auf einer Bühne erlebbar wird? Bei der EurA Innovation Night am 2. Juli 2026 auf der Landesgartenschau Ellwangen kamen rund 130 geladene Gäste sowie etwa 400 weitere Besucher zusammen, um genau dieser Frage nachzugehen – aus der Perspektive von Forschung, industrieller Praxis und Extremsport. Unter dem Leitgedanken „Wandel an der Grenze des Machbaren" brachte die EurA AG Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen und zeigte, dass Innovation dort entsteht, wo Menschen bereit sind, bekannte Pfade zu verlassen.
EurA-Vorstandsvorsitzende Gabriele Seitz eröffnete den Abend: „Mit der Innovation Night wollen wir zeigen, dass Wandel vor allem dort gelingt, wo Menschen die Grenzen des Machbaren ausloten. Wer neue Wege geht, braucht Kooperation und einen offenen Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft." Ihr Vorstandskollege Tobias Kübler ergänzte: „Wir brauchen das innere Feuer und die Lust, Neues zu erschaffen. Noch vor 100 Jahren war ein Flug zum Mond undenkbar – heute reden wir vom Flug zum Mars. Wenn wir an die Grenze des Machbaren gehen, erfahren wir neue Horizonte und Möglichkeiten."
Die beiden Fachvorträge griffen zwei Technologiefelder auf, die für den Wirtschaftsstandort Ostwürttemberg von besonderer Bedeutung sind: Mit ZEISS sitzt hier einer der Weltmarktführer für Optik in unmittelbarer Nähe, hinzu kommen zahlreiche spezialisierte Zulieferer und „Hidden Champions“, die in den Lieferketten von Fusion und Photonik eine Rolle spielen können.
Den ersten fachlichen Impuls setzte Dr. Markus Hanke, promovierter Physiker und Innovationsmanager bei der EurA AG, mit seinem Vortrag „Grenzen sprengen mit Fusion: Energie neu denken?". Er erläuterte den Unterschied zwischen Kernfusion und Kernspaltung und ordnete ein, welche Rolle die Fusionsenergie künftig spielen kann. Hanke machte deutlich, dass Fusion nicht nur ein wissenschaftliches Zukunftsversprechen, sondern auch eine industrielle Gestaltungsaufgabe ist – etwa beim Aufbau von Lieferketten für optische Komponenten wie Linsen, die für Fusionskraftwerke benötigt werden. Damit aus technologischen Durchbrüchen marktfähige Lösungen entstehen können, braucht es gezielte Förderung vom Staat und Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichsten Akteuren – und den Mut, in langen Entwicklungslinien zu denken, so Hanke.
Anschließend nahm Hendrik Steinmetz, ebenfalls Innovationsmanager bei der EurA AG, das Publikum mit in die Welt optischer Technologien. In seinem Vortrag „Optiken für die Energie der Zukunft: Fertigung in der industriellen Praxis" stellte er ein konkretes Forschungsprojekt vor, das die Linsenfertigung grundlegend verändern könnte: Statt über aufwändige Schleifprozesse werden Linsen dabei mittels Laser gefertigt – ein Verfahren, das höchste Präzision mit deutlich höherer Wirtschaftlichkeit verbindet. „Wenn wir jetzt konsequent investieren und zusammenarbeiten, kann Photonik für Deutschland zu einer Leitbranche werden – mit ähnlicher wirtschaftlicher Bedeutung, wie sie heute Automobil- oder Pharmaindustrie haben“, resümierte Steinmetz.
Den emotionalen Höhepunkt des Abends bildete die Keynote von Dani Arnold. Der Schweizer Extrembergsteiger und Rekordhalter im Free-Solo-Klettern sprach darüber, was sich aus Grenzerfahrungen, mentaler Stärke und Entscheidungen unter Druck für den unternehmerischen Alltag lernen lässt.
Auf der Bühne der Landesgartenschau informierte EurA zu Innovationen. © EurA AG
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