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Aus Oberkochen in die europäische Liga
Ein Stück Oberkochener Pioniergeschichte schlägt ein neues Kapitel auf: Die 3E Datentechnik wird Teil des großen europäischen Software-Unternehmens Forterro mit Sitz in London.
Die Geschichte beginnt mit einer Wette gegen den Mainstream: Als Gerhard Ebert 1993 die 3E Datentechnik gründete, lief in der Fensterbranche alles noch über das ältere Betriebssystem DOS. Ebert setzte als Erster auf Windows – mit einer Software für Holzfenster, die plötzlich Drag-and-Drop konnte und damit binnen kurzer Zeit auch große Hersteller anlockte. Heute, mehr als drei Jahrzehnte später, arbeiten Fensterbauer in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien mit der Software 3E-LOOK. Sie steuert sämtliche Schritte von der Angebotsanfrage über die Kalkulation und Fertigung bis zur Montage auf der Baustelle.
Vor gut einem Jahrzehnt ist ein zweites Standbein gewachsen, das in Ostwürttemberg inzwischen weithin bekannt ist: das papierlose Büro auf Basis der Software ELO. Ob Maschinenbauer, soziale Einrichtungen, Dienstleister, Handwerksbetriebe oder Energieunternehmen – wer in der Region seine Aktenordner gegen digitale Prozesse tauschen will, landet oft bei 3E.
Eine Antwort auf die Nachfolgefrage
Im Hintergrund läuft seit einigen Jahren ein behutsamer Generationswechsel. Moritz Ebert, Sohn des Gründers, ist seit 2021 Geschäftsführer und übernimmt schrittweise mehr Verantwortung; sein Vater Gerhard Ebert zieht sich aus dem Tagesgeschäft langsam zurück. Mit dem Verkauf an Forterro wird diese geräuschlose Übergabe nun um eine größere Lösung ergänzt: 3E findet eine Nachfolge, die das Unternehmen ebenso sichert wie etablierte kulturelle Ansätze. „Wir bekommen die Möglichkeiten eines europäischen Anbieters und behalten gleichzeitig die Nähe zu unseren Kunden und zu unserem Team“, sagt Moritz Ebert.
Konkret heißt das nach Angaben der Geschäftsführung: mehr Mittel für die Weiterentwicklung der Software – etwa bei künstlicher Intelligenz und Cloud-Anwendungen – und ein einfacherer Weg in europäische Märkte, in denen das Oberkochener Unternehmen bisher noch keinen Fuß in der Tür hat.
Der neue Eigentümer Forterro wurde 2012 gegründet und beschäftigt mehr als 2.500 Menschen an mehr als 40 Standorten in Europa. Das Großunternehmen entwickelt Software für mittelständische Industriebetriebe und baut seit anderthalb Jahren gezielt eine eigene Sparte für die Fenster-, Türen-und Fassadenbranche auf: Den Auftakt zur Gründung dieser Sparte bildete 2024 der Kauf des britischen Softwarehauses Business Micros (BM Group) zusammen mit dem ostfriesischen Unternehmen Orgadata aus Leer mit seiner Aluminium-Software Logikal. Im April 2026 folgte das Softwarehaus Klaes aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, das im Holz- und Kunststoffbau stark ist.
3E mit aktuell über 80 Mitarbeitenden ist nun der nächste wichtige Baustein – mit dem industriellen Mittelstand und dem Dokumentenmanagement im Gepäck. Die gute Ausbildung in Oberkochen sichert die Fachkräfte für die Zukunft: 3E bildet Fachinformatiker und IT-Systemkaufleute aus und arbeitet eng mit der Dualen Hochschule in Heidenheim zusammen.
Kontakt
Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg
Ludwig-Erhard-Straße 1
89520 Heidenheim
Tel. 07321 324-0
Fax 07321 324-169
zentrale@ostwuerttemberg.ihk.de
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