Berufliche Bildung steht im Fokus dieses Online-Magazins: Einige Schlaglichter sind auf Ausbildungs- und Weiterbildungsthemen gerichtet
„Das Ende der Ausbildung ist der Anfang der Weiterbildung.“
Dieses Zitat ist bewusst gewählt für unsere Schwerpunkt-Rubrik. Zwar steht die duale Ausbildung zu Beginn des Ausbildungsjahres 2026 im Mittelpunkt. Parallel werden aber einige Themen der beruflichen Qualifizierung aufgerufen.
„Fachkräfte von morgen werden nicht geboren – sie werden ausgebildet.“
Dieser Satz hallt nach, wenn die Rahmenbedingungen dualer Ausbildung beleuchtet werden. Deutschlandweit sind 500.000 junge Menschen in die duale Ausbildung gestartet, in Ostwürttemberg waren es in IHK-Berufen Stand August 1.310. Die IHK Ostwürttemberg zieht eine Bilanz des Ausbildungsjahres 2026, die teilweise ernüchternd ausfällt. 4,6 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge wurden im Vergleich zum Vorjahr geschlossen. Vor allem im gewerblich-technischen Bereich waren die Rückgänge groß.
Ausbilden gegen den Fachkräftemangel
Die IHK setzt alles daran, dass möglichst jede noch freie Ausbildungsstelle besetzt wird. Deshalb wurden spezielle Beratungstermine in Kooperation mit der Agentur für Arbeit aufgelegt, die auch im Oktober versuchen, freie Stellen noch zu besetzen.
Die nackten Fakten: In der Region wurden insgesamt rund 500 Ausbildungsstellen weniger als 2025 angeboten – bei leicht gestiegener Zahl von Bewerbern, also potenziellen Azubis. Ende August 2026 waren noch rund 900 Ausbildungsstellen unbesetzt – zwar weniger als im Vorjahr, was jedoch nicht mit einem Zuwachs an neuen Azubis einherging. Indes: Der demografische Wandel macht keine konjunkturelle Pause. Laut IHK-Fachkräftemonitor steigt in Baden-Württemberg die Zahl der fehlenden Fachkräfte bis 2035 um mindestens den Faktor 2,5 auf rund 370.000.
Neue Anreize für Ausbildung
Was ist also zu tun? Das Erfolgsmodell duale Ausbildung, das zur DNA der IHK Ostwürttemberg gehört, hält für die geänderten Rahmenbedingungen auch angepasste Projekte bereit, über die auf den folgenden Seiten ebenfalls berichtet wird.
CDU-Landeschef Manuel Hagel wirbt beispielsweise für ein landesweites „Abitur Plus“, bei dem Abiturienten flächendeckend zusätzlich eine duale Ausbildung während ihrer Zeit am Gymnasium absolvieren.
Ein anderes Beispiel ist die zweijährige Ausbildung – quasi als niederschwelliger Einstieg in die Berufswelt. Ein „Draufsatteln“ ist danach jederzeit möglich, denn viele Azubis entwickeln erst während der Ausbildung ihren Ehrgeiz. Und: Das Unternehmen RUD Ketten präsentiert als Best Practice ihr neueingerichtetes Elektrolabor, das auf die Lernbedürfnisse der Azubis im Bereich der Elektrotechnik besser eingeht.
Investition in IHK-Akademie
Berufliche Kompetenzen werden zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wer die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken will, muss berufliche Qualifizierung stärken. Lebenslanges Lernen lautet die Devise. Das macht sich die IHK Ostwürttemberg zu eigen: Derzeit werden rund 6,5 Millionen Euro in den Neubau der IHK-Akademie als Anbau ans bestehende Gebäude in Heidenheim investiert.
Jüngst wurde Richtfest gefeiert, im Dezember soll der Bau eingeweiht werden. Die IHK Ostwürttemberg entwickelt neue Formate, die auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten sind. Anwendungsbezogene Robotik zählt dazu, wie sie am IHK-Bildungszentrum nun erstmals angeboten wurde.
Das Bildungsmarketing soll also neu aufgestellt werden, um Firmen und ihre Beschäftigten dazu zu bewegen, Weiterbildungen in Anspruch zu nehmen, um für die Transformation der Wirtschaft gewappnet zu sein.
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