Die aktuellen MBR-Kennziffern 2026 zu Kaufkraft, Umsatz und Zentralität finden Sie im rechten Downloadbereich unter “Weitere Informationen” als pdf-Dokument.
Wenn Sie an den Daten der Sortimentskennziffern interessiert sind, wenden Sie sich bitte direkt an Kristina Fuchs, Telefon: 0521 554-292 oder E-Mail: k.fuchs@ostwestfalen.ihk.de.
Einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Deutschland
Definition: Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen (Einkommen ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, inkl. empfangene Transferleistungen) der Bevölkerung einer Region.
Bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft werden dagegen nur die Einkommensbestandteile berücksichtigt, die für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung stehen.
Als Definition der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft wird der im Einzelhandel erzielte Umsatz zu Endverbraucherpreisen, inklusive Bäckereien, Konditoreien und Metzgereien, inklusive Umsätze der Factory Outlet Center sowie inklusive Internet- und Versandhandel, zugrunde gelegt. Einzelhandel mit Kfz, Krafträdern sowie Tankstellen sind nicht enthalten.
Weiterhin sind die Umsätze der Apotheken und Sanitätshäuser auf das Segment Selbstmedikation/Ergänzungssortiment (also ohne Arzneimittelverordnungsvolumen GKV, PKV und Sonstige) beschränkt.
Bei der Ermittlung der Kaufkraftkennziffern werden dementsprechend die folgenden Komponenten berücksichtigt:
Nettoeinkommen aus den amtlichen Lohn- und Einkommensteuerstatistiken
sonstige Erwerbseinkommen
Renten und Pensionen
Arbeitslosengeld und –hilfe
Kindergeld
Sozialhilfe
BAFöG (ohne Darlehen)
Wohngeld
Kaufkraft in Deutschland
Definition: Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen (Einkommen ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, inkl. empfangener Transferleistungen) der Bevölkerung einer Region. Bei der Ermittlung der Kaufkraftkennziffern werden dementsprechend die folgenden Komponenten berücksichtigt:
Nettoeinkommen aus den amtlichen Lohn- und Einkommensteuerstatistiken
sonstige Erwerbseinkommen
Renten und Pensionen
Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II
Kindergeld
Sozialhilfe
BAFöG (ohne Darlehen)
Wohngeld
Die Kaufkraftwerte für Deutschland insgesamt wurden auf Basis der Daten zum verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte in der Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute vom Frühjahr 2025 ermittelt.
Als einziges Institut erstellt MB-Research zusätzlich eine Aktualisierung der Vorjahreswerte. Die ausgewiesenen Zeitreihen und Wachstumsraten beziehen sich auf diese aktualisierten Werte.
MB-Research Einzelhandelszentralität in Deutschland
Einzelhandelsrelevante Kaufkraft:
Kaufkraftkennziffern sind für den Vertrieb aller Produkte und Dienstleistungen eine geeignete Plangröße, deren Nachfrage zu einem Großteil vom Einkommen der Verbraucher abhängig ist. Der Absatz von Verbrauchsgütern, langlebigen Konsumgütern, persönlichen Dienstleistungen, Immobilien ist unmittelbar abhängig von der Höhe der Kaufkraft. Daher werden Kaufkraftkennziffern von Konsumgüterherstellern, Einzelhandel, Banken, Versicherungen, Sparkassen und anderen endverbraucherorientierten Dienstleistern zur regionalen Potenzialermittlung eingesetzt.
Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen (Einkommen ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, inkl. empfangener Transferleistungen) der Bevölkerung einer Region.
Bei der Ermittlung der Kaufkraftkennziffern sind dementsprechend die folgenden Komponenten zu berücksichtigen:
Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit und Vermögen (nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben)
Renten und Pensionen
Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und sonstige staatliche Transferleistungen Bei der Ermittlung der Einzelhandelsrelevanten Kaufkraft werden nur diejenigen Anteile der Kaufkraft berücksichtigt die für Ausgaben im Einzelhandel (inkl. Internet- und Versandhandel) zur Verfügung stehen.
Einzelhandelsumsatz:
Im Gegensatz dazu werden beim Einzelhandelsumsatz (Umsatzkennziffer) die Einkäufe am Einkaufsort der Konsumenten erfasst, da hier die im örtlichen Einzelhandel getätigten Umsätze gemessen werden. Für die Ermittlung wird als Definition der im stationären Einzelhandel erzielte Umsatz zu Endverbraucherpreisen, inklusive Bäckereien, Konditoreien und Metzgereien, zugrunde gelegt. Internet- und Versandhandel und Einzelhandel mit Kfz, Krafträdern sowie Tankstellen sind nicht enthalten.
Die Umsätze der Factory Outlet Center sind ebenfalls beim Einzelhandelsumsatz enthalten.
Einzelhandelszentralität und Kaufkraftbindungsquote:
Die Einzelhandelszentralität ermittelt sich aus Division des Einzelhandelsumsatzes durch die Einzelhandelsrelevante Kaufkraft (jeweils Index oder Promille) x 100. Sie ist eine Messzahl für die relative Attraktivität eines Gebietes als Einzelhandelsstandort.
Bei der Einzelhandelsrelevanten Kaufkraft ist auch der Online- und Versandhandel enthalten, was impliziert, dass die Einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Summe höher ist als der Einzelhandelsumsatz und somit tendenziell mehr Gebiete Kaufkraftabflüsse als -zuflüsse verzeichnen.
Die in den letzten Jahren deutlich gewachsene und aktuell jedoch wieder leicht gesunkene Bedeutung des Online-Handels führt in Konsequenz dazu, dass alle Städte mit einer Einzelhandelszentralität von nicht mehr als ca. 114,4 (Stand: 2025) einen Kaufkraftabfluss verzeichnen.
Daher wird seit 2020 zusätzlich die Kaufkraftbindungsquote (in Prozent) ausgewiesen. Diese bezieht sich auf die Absolutbeträge in Euro und damit die absolute Fähigkeit eines Gebietes, die Einzelhandelsrelevante Kaufkraft der Bevölkerung des eigenen Gebietes und anderer Gebiete innerhalb des eigenen Gebietes zu binden. Gebiete mit einer Kaufkraftbindungsquote von über 100% erzielen höhere Kaufkraftzuflüsse als -abflüsse, Gebiete unter 100% mehr Kaufkraftabflüsse an andere Gebiete und/ oder den Onlinehandel.
MB-Research Sortiments- und Online-Kaufkraft in Deutschland
Bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft insgesamt und ihrer Untergliederung nach Warengruppen im Rahmen der Kaufkraft für Sortimente werden nur die Einkommensbestandteile berücksichtigt, die für Ausgaben im Einzelhandel (inklusive Internet und Versandhandel) für die einzelnen Sortimente zur Verfügung stehen.
Die Struktur der Ausgaben im Einzelhandel unterteilt nach zahlreichen Sortimenten kann aus der amtlichen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe hochdifferenziert nach Einkommens- und zahlreichen soziodemografischen Gliederungen unter Berücksichtigung der Ergebnisse nach Bundesländern / Nielsengebieten entnommen werden. Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ist repräsentativ für Deutschland und mit knapp 54.040Teilnehmern (Anzahl der Haushaltsbücher mit verwertbaren Angaben am Ende der Berichtsperiode) die größte freiwillige Haushaltsbefragung dieser Art in Europa. Die EVS liefert repräsentative, tief gegliederte und qualitativ belastbare Ergebnisse.
Sowohl die Statistischen Landesämter als auch das Statistische Bundesamt führen mehrstufig und komplex angelegte Qualitätskontrollen durch. Mit Hilfe der entsprechenden Regionaldaten zu Einkommensklassen und soziodemographischen Kategorien wird die Kaufkraft für die einzelnen Sortimente ermittelt. Im Einzelnen werden bei der Ermittlung der Kaufkraft für die Sortimente folgende Komponenten berücksichtigt:
Bei der Online-Kaufkraft für Sortimente handelt es sich um den Teil der Einzelhandelsausgaben, welcher über das Internet für das jeweilige Sortiment ausgegeben wird.
Für die Abgrenzung der Online-Kaufkraft zur übrigen einzelhandelsrelevanten Kaufkraft (stationärer Umsatz und - in inzwischen sehr geringem Umfang - auch klassischer Versandhandel) ist der Ort des Bezahlvorgangs determinierend.
In die Ermittlung des Online-Kaufkraftvolumens fließen alle Waren ein, die über das Internet bestellt und auf elektronischem Wege bezahlt werden. Dabei ist es nicht entscheidend, ob sich der Kunde die Ware liefern lässt oder sie im Ladengeschäft abholt. „Click & Collect“ zählt also zur Online-Kaufkraft.
Wenn der Kunde die bestellte Ware jedoch erst im Ladengeschäft bezahlt, obwohl er sie im Internet bestellt oder reserviert hat, zählt dies nicht zum Online-Umsatz. Die Berechnungen zu den Online-Ausgaben für einzelne Sortimente basieren auf der Auswertung von Veröffentlichungen des Handelsverband Deutschland (HDE), des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) sowie einer eigenen repräsentativen Primärerhebung.
Aus dieser Primärerhebung erhält man Auskünfte darüber, wieviel die Befragten im Durchschnitt online im Einzelhandel für die unterschiedlichen Sortimente ausgeben. Die Befragungsergebnisse werden mit unseren Regionaldaten zu Einkommensklassen und soziodemografischen Kategorien verknüpft und mittels statistischer Verfahren die Online-Kaufkraft für die einzelnen Sortimente ermittelt.