Konjunktur und Statistik

Bildungsreport

In unserer bildungspolitischen Arbeit legen wir besondere Schwerpunkte auf den Ausgleich auf dem Ausbildungsmarkt, die Akquisition und Betreuung ausbildender Unternehmen, die Vorbereitung junger Menschen auf ihr Berufsleben sowie die Qualitätsverbesserung Beruflicher Bildung.
Um die Trends der beruflichen Aus- und Weiterbildung ganzheitlich darzustellen, geben wir den IHK-Bildungsreport (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 2744 KB) heraus, der auch weitere Themenfelder wie die IHK-Aktivitäten auf dem regionalen Ausbildungsmarkt sowie korrespondierende Daten und Fakten enthält. Nachfolgend finden Sie Auszüge aus dem aktuellen Bildungsreport. Die gesamte Lektüre steht Ihnen zum Download zur Verfügung.

Kennzahlen aus dem Bildungsreport 2026

Der aktuelle Bildungsreport zeigt: Die Fachkräftesicherung bleibt eine zentrale Aufgabe für die Wirtschaft in Ostwestfalen. Dabei ist Berufliche Bildung nach wie vor ein Gemeinschaftswerk. Unternehmen, Schulen, Politik, regionale Akteure und die IHK tragen gemeinsam Verantwortung dafür, Perspektiven zu eröffnen und Fachkräfte zu sichern – für ein starkes Ostwestfalen.
Die Kennzahlen aus dem Berichtsjahr 2025 auf einen Blick:

Neu eingetragene Ausbildungsverträge

Die Duale Berufsausbildung bleibt ein zentrales Standbein der Fachkräftesicherung in Ostwestfalen. 2025 zählte der Bezirk der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld erneut zu den ausbildungsstärksten Regionen in Nordrhein-Westfalen. Über alle Jahrgänge hinweg hat die IHK 2025 insgesamt 17.419 Ausbildungsverhältnisse betreut. Auffällig bei der Gesamtentwicklung der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse ist die steigende Anzahl der Personen ohne deutschen Pass, die eine Duale Ausbildung beginnen. 2021 waren dies insgesamt 779 junge Menschen (4,18 %). 2025 stieg diese Zahl bereits auf 1.190 (6,83 %).
Dabei sind im zurückliegenden Jahr 6.401 neue IHK-Ausbildungsverträge abgeschlossen worden (Vorjahr: 6.884). Insgesamt ist die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge in Ostwestfalen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent gesunken. Durch die Nichtbesetzung freier Ausbildungsplätze konnte das Potential des Ausbildungsmarktes nicht vollständig ausgeschöpft werden.
Viele IHK-Mitgliedsunternehmen beobachten, dass sich Jugendliche immer später im Jahresverlauf für einen Berufseinstieg entscheiden. Die IHK empfiehlt allen Ausbildungsunternehmen deshalb, frühzeitig Kontakt zu Schülerinnen und Schülern aufzubauen und zu pflegen. Berufsfeldorientierungstage und Praktika sind dabei probate Mittel. Freie Stellen können auch auf Ausbildung.NRW kostenfrei eingestellt und gefunden werden.

Regionale Unterschiede

Regional betrachtet entfielen die meisten neu eingetragenen IHK-Ausbildungsverträge in Ostwestfalen im Jahr 2025 erneut auf den Kreis Gütersloh mit 1.532 Verträgen (Vorjahr: 1.592). In der Stadt Bielefeld wurden 1.362 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen (1.425). Es folgen der Kreis Paderborn mit 1.159 (1.248), der Kreis Minden-Lübbecke mit 1.122 (1.275), der Kreis Herford mit 848 (955) sowie der Kreis Höxter mit 378 neuen Ausbildungsverträgen (389).


Eintragungsstärkste Ausbildungsberufe

Von 17.419 Ausbildungsverhältnissen in Ostwestfalen entfällt ein erheblicher Anteil auf die eintragungsstärksten Berufe mit jeweils mehr als 500 Verträgen. Wie auch im vergangenen Jahr vereinen diese elf Berufe deutlich über die Hälfte aller Eintragungen auf sich. Insgesamt zeigt sich, dass viele Jugendliche nur begrenzte Einblicke in die Vielfalt der Ausbildungsberufe haben. Fehlende oder unklare Vorstellungen über berufliche Möglichkeiten können dazu führen, dass Entscheidungen hinausgezögert werden. Eine gezielte, Entwicklungsphasen gerechte Berufsorientierung sowie praktische Einblicke, etwa durch Praktika, spielen daher eine entscheidende Rolle bei der Berufswahl.


Schulabgänge

Die Zahl der Schulabgängerinnen und -abgänger bleibt in Ostwestfalen weiterhin unter dem Niveau früherer Jahre. Diese demografischen Veränderungen wirken sich auf das Fachkräftepotenzial der Region aus. Die Zahl der Schulabgänge bildet schließlich die zentrale Grundlage für das potenzielle Bewerberfeld auf dem Ausbildungsmarkt.


Ausbildungsbetriebe

Mehr als 4.000 Mitgliedsbetriebe der IHK Ostwestfalen bilden in IHK-Berufen aus. Ihre Anzahl hat sich in 2025 leicht rückläufig entwickelt, befindet sich weiterhin auf hohem Niveau. Nach wie vor ist die Ausbildungsbereitschaft in Ostwestfalen groß. 187 Ausbildungsbetriebe haben im Jahr 2025 erstmalig ausgebildet.


Ausbildungsberatung

Das Ausbildungsberaterteam der IHK ist Ansprechpartner für Betriebe und Auszubildende. Es kontaktiert Unternehmen und informiert insbesondere erstmalig ausbildende Betriebe über die Möglichkeiten der Berufsausbildung. Neben der Vor-Ort-Beratung im Unternehmen, auf Ausbildungsmessen und beim Azubi-Speed-Dating werden viele Beratungsleistungen online oder per Telefon erbracht.


Höhere Berufsbildung

Über 800 Absolventinnen und Absolventen haben 2025 Fortbildungsprüfungen der Höheren Berufsbildung abgelegt – ein erfreuliches Plus von 8,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Weiterbildungserfolgsumfrage der DIHK gaben 85,3 Prozent der Absolventinnen und Absolventen an, dass ihre Weiterbildung positive berufliche Auswirkungen gebracht hat.