Innovation und Technologie
HSBI erhält Großgerät für Forschung in der Kunststofftechnik
Der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Hochschule Bielefeld (HSBI) hat ein neues Großgerät: Eine 2-Komponenten-Spritzgießmaschine wird künftig in der Lehre und Forschung im Bereich Kunststofftechnik eingesetzt. Besonders in der Forschung zur Nachhaltigkeit von Kunststoffen eröffnen sich durch die Spende der Firma Wolf PVG neue Möglichkeiten für das Bielefelder Institut für Materialforschung (BIfAM). Denn die Maschine erlaubt nicht nur mehrere Verfahren, sondern kann darüber hinaus auch Rezyklate verarbeiten.
Zwei Düsen für zwei Komponenten: Beim Spritzgießen mit zwei Komponenten können Kunststoffe mit unterschiedlichen Qualitäten und Eigenschaften in einem Bauteil kombiniert werden. © F. Hüffelmann/HSBI
Manchmal ergeben sich aus der Verbindung von Theorie und Praxis an der HSBI Angebote, die man nicht ablehnen kann: Anfang 2025 machte ein Student des berufsbegleitenden Studiengangs Maschinenbau seinen Praktikumsleiter Johannes Brikmann darauf aufmerksam, dass sein Arbeitgeber Wolf PVG möglicherweise eine neuwertige Zwei-Komponeneten-Spritzgießmaschine abzugeben habe.
Brikmann kontaktierte die zur Mindener Melitta Group gehörende Firma und erhielt eine unerwartete Antwort: Das Unternehmen biete die Maschine dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik sogar als Spende an: „Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten in Forschung und Lehre“, freut sich Professor Dr. Christoph Jaroschek, Mitglied in BIfAM und der AG Bielefelder Kunststofftechnik. Für ihn schließt sich mit der Maschinenspende nach 27 Berufsjahren ein Kreis.
Spende eröffnet neue Möglichkeiten in Forschung und Lehre
Denn es gab schon einmal eine Maschine für den Spritzguss mit zwei Komponenten (2-K) am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik. Die stand aber noch am alten Standort in der Wilhelm-Bertelsmann-Straße vor dem Umzug ins Hauptgebäude. „Das war eine selbstgebastelte Lösung, die wir nicht mitnehmen konnten“, erinnert sich Johannes Brikmann, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Bielefelder Kunststofftechnik Studierende bei der praktischen Arbeit mit den Maschinen anleitet.
Eine neue, originale 2-K-Spritzgießmaschine stand deshalb längst auf seinem Wunschzettel. „Aber die Anschaffung von Großgeräten ist teuer, deshalb haben die Maschinen Vorrang, die für Grundlagen- oder innovative Verfahren unverzichtbar sind.“
Neue Großgeräte für die Ingenieurwissenschaften sind enorm teuer
Da kam das Angebot der Firma Wolf PVG gerade recht. Als Unternehmen der Melitta Group ist der Systemlieferant mit Standorten in Minden, Spenge und Polen spezialisiert auf Bauteile rund um den Staubsauger wie etwa Staubsaugerbeutel oder Halteplatten aus Kunststoff.
„Für uns sind Forschung und Lehre an den Hochschulen besonders wichtig, sie bringen Innovationen und gut ausgebildete Fachkräfte in die Wirtschaft“, sagt Dr. Wolfgang Czado, Leiter der Forschung und Entwicklung. Grund genug für das Unternehmen, den Bereich Kunststofftechnik an der HSBI mit einer rund 80.000 Euro teuren 2-K-Spritzgießmaschine von Engel zu unterstützen.
Quelle: HSBI
