Nachhaltigkeit
DIHK-Impulspapier zur Reform des EU-Emissionshandels
Auf Basis intensiver Austausche hat die DIHK sechs thematische Impulse erarbeitet, die sich auch in den Reformüberlegungen der Europäischen Kommission wiederfinden. Das Papier kann die kommunikative Begleitung des anstehenden Gesetzgebungsverfahrens unterstützen.
Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz gemeinsam stärken
Im Rahmen des „Clean Industrial Deals“ plant die Europäische Kommission im Juli 2026 Reformvorschläge für das europäische Emissionshandelssystem (European Emission Trading System, EU ETS) vorzulegen. Ziel soll die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie bei gleichzeitiger Dekarbonisierung der Wirtschaft sein.
Die Kommission formuliert selbst den Anspruch, den EU ETS zu einem Transformationsinstrument weiterzuentwickeln, das neben klimapolitischen Ambitionen auch die Erneuerung der industriellen Basis Europas fördert und zur Verringerung von Abhängigkeiten – insbesondere von fossilen Energieträgern – beiträgt.
Der Kontext der Reform könnte zeitkritischer kaum sein: Große Teile der deutschen und europäischen Wirtschaft stehen unter hohem internationalen Wettbewerbsdruck – aufgrund hoher Energiepreise, weltweit unterschiedlicher Klimaschutzambitionen und heterogener bzw. fehlender CO₂-Bepreisung – bei gleichzeitig mangelhaft wirksamem und praktikablem Carbon-Leakage-Schutz in Europa. Gleichzeitig bietet die Reform die Chance, den ETS zukunftsfähig auszugestalten, indem Klimaschutz umfassender gedacht wird: international, innovativ sowie kosteneffizient.
Sechs zentrale Impulse für die ETS-Reform 2026
Die DIHK unterstützt den ETS als marktbasiertes, technologieoffenes und prinzipiell bürokratiearmes Leitinstrument der Klimapolitik. Um seine volle Lenkungswirkung auch in der Zukunft zu entfalten, zeigt die IHK-Organisation in den folgenden Impulsen auf, welche Aspekte aus Sicht der Breite der Wirtschaft für die Ausgestaltung der ETS-Reform entscheidend sind.
Das Papier bündelt sechs zentrale Handlungsfelder für die Weiterentwicklung des ETS:
- Ausgestaltung des Reduktionspfades für Emissionszertifikate,
- Integration von Kohlenstoffentnahmen („negative Emissionen“) in den Emissionshandel,
- Nutzung internationaler Klimagutschriften,
- gemeinsame Betrachtung von Infrastruktur- und Transformationsanforderungen,
- zielgerichteter Einsatz der ETS-Einnahmen für die industrielle Transformation sowie
- wirksame Vermeidung von Carbon Leakage.
Die Positionierung basiert auf den zahlreichen Beiträgen und Rückmeldungen aus der IHK-Organisation. Mehrere der im Papier dargestellten Impulse finden sich auch in den aktuellen Reformüberlegungen wieder. Zudem wurde das Papier von verschiedenen Medien, darunter Table Media und Reuters, aufgegriffen.
Das Impulspapier finden Sie hier: DIHK-Impulspapier zur ETS-Reform 2026
