CBAM
CBAM-Zertifikatspreis im 3. Quartal auf 82,32 Euro gestiegen
Die Europäische Kommission hat den CBAM-Zertifikatspreis für das dritte Quartal 2026 auf 82,32 Euro festgelegt. Für Importeure wird damit die Kostenplanung konkreter, während der Preis für das vierte Quartal noch aussteht. Ab 2027 kommen zudem neue Regelungen für den Zertifikatskauf und die Preisermittlung hinzu.
Die Kommission veröffentlicht den Preis für das dritte Quartal
Die Europäische Kommission hat am 5. Oktober 2026 den Preis der CBAM-Zertifikate für das dritte Quartal veröffentlicht. Er liegt bei 82,32 Euro je Zertifikat und damit 7,04 Euro über dem Wert des zweiten Quartals. Für Importeure stehen jetzt drei von vier Preisen fest, mit denen sie die Kosten ihrer Einfuhren für 2026 berechnen. Wie belastbar diese Rechnung ist, hängt allerdings weniger am Preis als an den Emissionsdaten ihrer Lieferanten.
Drei Quartalspreise und ein erster Sprung
Für das Jahr 2026 gilt eine Sonderregel. Nach Artikel 21 Absatz 1a der CBAM-Verordnung wird der Zertifikatspreis als Durchschnitt der EU-ETS-Auktionspreise des Quartals berechnet, in dem die Waren eingeführt wurden. Auf 75,36 Euro im ersten und 75,28 Euro im zweiten Quartal folgt nun ein Anstieg um gut 9 Prozent. Ausschlaggebend waren die höheren Preise für Emissionsberechtigungen im Sommer, die Mitte September zeitweise über 88 Euro lagen.
Für die Kostenplanung heißt das, dass jede Einfuhr mit dem Preis ihres Einfuhrquartals bewertet wird. Wer seine Rückstellungen für 2026 bisher mit einem pauschalen Jahreswert gerechnet hat, sollte sie quartalsgenau nach Einfuhrmengen aufschlüsseln. Fällig wird die Zahlung erst 2027.
Für das vierte Quartal gibt es Anhaltspunkte, aber keine Prognose
Den Preis für das vierte Quartal veröffentlicht die Kommission am 4. Januar 2027. Er ergibt sich aus den Auktionen bis Ende Dezember und lässt sich heute nicht seriös vorhersagen. Anfang Oktober wurden Emissionsberechtigungen um 84 Euro gehandelt, also leicht über dem Durchschnitt des dritten Quartals. Bewegung in den Markt bringen in den kommenden Wochen vor allem die Verhandlungen über die Reform des Emissionshandels und Berichte über eine Einigung zur Verknüpfung des britischen mit dem europäischen System, die offiziell noch nicht bestätigt ist. Importeure planen das vierte Quartal deshalb besser mit einer Spanne als mit einem Punktwert, etwa zwischen dem Niveau des zweiten Quartals und dem Septemberhoch.
Die Plattform für den Zertifikatskauf nimmt Gestalt an
Gekauft werden die Zertifikate auf einer gemeinsamen zentralen Plattform, die die Kommission zusammen mit den Mitgliedstaaten ausgeschrieben hat. Den Auftrag hat die Generaldirektion Steuern und Zollunion der Kommission (DG TAXUD) an European Dynamics und Viva.com vergeben, wie beide Unternehmen im Juli bekannt gaben. European Dynamics entwickelt die Plattform und bindet sie an die Zoll- und Steuersysteme der EU an, Viva.com stellt Konten und Zahlungsabwicklung per SEPA bereit. Der Betrieb soll am 1. Februar 2027 starten.
Die Regeln für Kauf und Rückkauf legt ein delegierter Rechtsakt fest, dessen Entwurf bis zum 6. August zur Konsultation stand. Er sieht unter anderem eine Gebühr von 0,05 Euro je Zertifikat vor. Erlassen ist der Rechtsakt noch nicht. Ab 2027 ändert sich zudem die Logik. Die Kommission veröffentlicht dann wöchentliche Preise, und zugelassene CBAM-Anmelder müssen am Ende jedes Quartals Zertifikate für mindestens 50 Prozent der eingebetteten Emissionen ihrer bisherigen Jahreseinfuhren halten. Aus einer jährlichen Abrechnung wird damit eine laufende Liquiditätsfrage.
