Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitspreis

Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Zukunftsfaktor – für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Mit dem Nachhaltigkeitspreis würdigt die Umweltstiftung der ostwestfälischen Wirtschaft seit mehreren Jahren Projekte, die den Umweltschutz in Ostwestfalen stärken und Impulse für nachhaltiges Handeln setzen. 2025 ist der Preis bereits zum vierten Mal verliehen worden.

Infos zum Wettbewerb

An dem Wettbewerb können sich Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft, Bildungsträger, etwa weiterführende Schulen und sonstige Interessierte, wie Initiativen und Vereine beteiligen. Der thematische Schwerpunkt muss im Bereich des Umweltschutzes liegen. Ein Bezug zur Wirtschaft und zur Region Ostwestfalen ist erforderlich. Auch Kooperationsprojekte, zum Beispiel zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, zwischen ostwestfälischen Unternehmen und Schulen oder zwischen Kommunen und Unternehmen, sind erwünscht.

Preisträger 2025

KATMA Engineering GmbH

Die KATMA Engineering GmbH aus Rietberg hat einen autonomen Roboter entwickelt, der LKW-Laderäume in nur drei Minuten reinigt und manuelle Arbeit ersetzt. Das System verbessert Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitssicherheit und Qualität, spart Kosten und schont die Umwelt durch bis zu 75 % weniger Wasser, 90 % weniger Chemie und 60 % weniger Energie. Die Gründer Felix und Patrick Kathöfer betonen, dass Nachhaltigkeit von Anfang an im Fokus ihrer Unternehmensstrategie stand.

Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld

Die Universität Bielefeld entwickelte gemeinsam mit Klüber Lubrication und OXEA biobasierte, biologisch abbaubare Schmierstoffe aus Pflanzenölen. Diese sollen zur zirkulären Wirtschaftsweise beitragen und helfen, Energie zu sparen. Professor Dr. Harald Gröger betont die Bedeutung nachhaltiger Produktentwicklung für die chemische Industrie.

Stadtwerke Bielefeld Gruppe

Die Stadtwerke Bielefeld Gruppe verfolgt mit ihrem Aktionsplan das Ziel, bis 2030 die regionalen CO₂-Emissionen um 40 % zu senken und bis 2040 klimaneutral zu werden. Fünf zentrale Säulen – von Trinkwasserversorgung bis Mobilitätswende – bilden die Basis. Die Jury würdigte das ambitionierte Maßnahmenpaket mit einem Sonderpreis. Nachhaltigkeitsmanagerin Lina Keppler betont die Bedeutung der engen Zusammenarbeit mit den Kunden.

Preisträger 2020

Die Preisträger des Nachhaltigkeitspreises 2020 sind die Depenbrock Bau GmbH & Co. KG aus Stemwede, die Holzmanufaktur Harsewinkel e. V. und die ZF Friedrichshafen AG, Werk Bielefeld. Den Preis vergibt die Umweltstiftung der ostwestfälischen Wirtschaft nach 2014 und 2016 zum dritten Mal anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums.

Depenbrock Bau GmbH & Co. KG

Die Depenbrock Bau GmbH & Co. KG in Stemwede nutzt Geothermie in Verbindung mit Photovoltaik und setzt Batterie- und Eisspeicher ein. Damit habe sie sich nach Ansicht der Jury sehr erfolgreich auf den Weg zu einem nahezu CO2-neutralen Unternehmensstandort gemacht und Vorbildfunktion für die Baubranche übernommen. Nach eigenen Angaben werden am Firmensitz Stemwede jährlich 310 Tonnen CO2 eingespart. Darüber hinaus hat Depenbrock ein energieautarkes Bienenhaus in Kooperation mit seiner Partnerschule (Stemweder-Berg-Schule) entwickelt und realisiert. Für die Jury sei auch wichtig gewesen, dass das Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität die Kooperation mit der Technischen Hochschule Köln und der Fachhochschule Münster (Campus Steinfurt) sucht und dabei Studentinnen und Studenten praxisnah in energietechnische Sachverhalte einbezieht, etwa im Rahmen von Masterarbeiten und Vortragsreihen.

Holzmanufaktur Harsewinkel e. V.

Die Holzmanufaktur Harsewinkel e. V. vermittelt als externer Lernstandort in den Gebäuden der Städtischen Gesamtschule Harsewinkel Schülerinnen und Schülern von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II handwerkliche und technische Tätigkeiten rund um den Werkstoff Holz. Alle Werkstücke werden aus Restmaterialien angefertigt, die zahlreiche holzbearbeitende Unternehmen aus der Region zur Verfügung stellen. Dieses Material kann somit weiter stofflich genutzt werden. Der sogenannte „Baum-Euro“, der von allen Besuchern der Werkstatt pro Teilnahme entrichtet wird, dient in räumlicher Nähe zur Schule der Pflanzung neuer Bäume. Die Kinder und Jugendlichen erfahren dadurch, dass im Sinne umweltverantwortlichen Handelns die Entnahme nachwachsender Rohstoffe immer wieder ausgeglichen werden muss. Die im Rahmen dieses Projektes vorbildliche Verknüpfung zwischen Umweltschutz und Berufsorientierung, an dem sich derzeit vierzehn regionale Unternehmen beteiligen, hat die Jury besonders beeindruckt.

ZF Friedrichshafen AG

Am Standort Bielefeld der ZF Friedrichshafen AG werden seit vielen Jahren Kupplungs-komponenten im Sinne der Kreislaufwirtschaft aufgearbeitet. Diese Form des Wirtschaftens orientiert sich am sogenannten „Cradle to Cradle-Prinzip“ (C2C), einem Ansatz für eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft. Die Jury hat den aktuellen Projektansatz, eine pneumatische Kupplungsbetätigung mit dem Namen „ConAct“ gewürdigt, bei der neben unterschiedlichen mechanischen erstmals auch elektronische Komponenten für den Wiedereinsatz in der Produktion aufbereitet und zertifiziert werden. In Zeiten immer knapper werdender Rohstoffe ist eine konsequente Kreislaufführung aus Jurysicht sehr sinnvoll. Das entlaste die natürlich vorkommenden Ressourcen, schone Entsorgungskapazitäten, spare CO2 und nutze somit dem Klima, urteilt die Jury.

Preisträger 2016

2016 entschied die Jury, den Nachhaltigkeitspreis zu gleichen Teilen mit jeweils 5000 Euro an zwei ostwestfälische Unternehmen zu vergeben:

Hettich Holding GmbH & Co. KG

Die Hettich-Unternehmensgruppe erhielt die Auszeichnung für ihr seit 1999 bestehendes Engagement für eine Kooperation mit der Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Löhne. In diesem Rahmen wurde das Konzept eines „Globalisierungsworkshops Nachhaltigkeit“ für den Leistungskurs Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 12 entwickelt. Basis für die Workshops war die vorherige schulische Erarbeitung der Nachhaltigkeitsaspekte der Globalisierung. Darauf aufbauend finden bei Hettich die Globalisierungsworkshops zur praxisnahen Vertiefung statt.
Hierbei bietet sich den Schülerinnen und Schülern die Chance, ihr theoriebasiertes Wissen mit den Erfahrungen einer international tätigen Unternehmensgruppe abzugleichen. Die Hettich-Gruppe vermittelt den Schülern einen tiefen, authentischen Einblick in die Nachhaltigkeitsaspekte der Globalisierung, insbesondere in Indien und China sowie hinsichtlich unterschiedlicher nationaler Umweltstandards und deren Vollzug.

Melitta Europa GmbH & Co. KG

Die neue, Ende 2014 installierte Absauganlage von Melitta ist deren Informationen nach weltweit einzigartig: Sie senkt die CO2-Emissionen jährlich um zirka 1.200 Tonnen beziehungsweise 60 Prozent. Insgesamt 7,7 Millionen Euro hat Melitta in die neue Anlage investiert. Im Vergleich mit der alten reduziert die neue Technik den Energieverbrauch in einer Größenordnung, der dem jährlichen Stromverbrauch von 750 Vier-Personen-Haushalten entspricht. Zusätzlich vermindert sie die Lärm- und Staubbelastung im Unternehmensbereich drastisch, unterschreitet die gesetzlichen Grenzwerte erheblich und verbessert somit die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten am Standort Minden deutlich. Das gilt vornehmlich in Bezug auf den Lärm in der Produktion des Unternehmens und ein verbessertes Raumklima. 10.000 Tonnen Papierschnitt fließen laut Melitta jährlich zurück in die Produktion, in der jährlich 18,5 Milliarden Filtertüten hergestellt werden, und gewährleisten so eine vollständige Kreislaufführung.

Preisträger 2014

2014 ging der mit 10.000 Euro dotierte Preis an die CALSITHERM Silikatbaustoffe GmbH aus Paderborn. Einen Sonderpreis in Höhe von 2.500 Euro erhielt das Leo-Sympher-Berufskolleg aus Minden.

CALSITHERM Silikatbaustoffe GmbH

Die CALSITHERM Silikatbaustoffe GmbH wurde für ihre „Entwicklung neuartiger Materialien zur Formgebung und Veredelung von Glaswerkstoffen zum umweltentlastenden und innovativen Einsatz für Solarthermie und Photovoltaik“ ausgezeichnet. Dabei sollte ein neuartiger Kollektortyp aus Glas entwickelt werden, der mit einer besonders dünnen und leichten Deckglasscheibe versehen wird. Gegenüber bisher am Markt erhältlicher Systeme sollten so Ressourcen und Energie eingespart und die Recyclingfähigkeit der Komponenten deutlich verbessert werden.

Leo-Sympher-Berufskolleg in Minden

Ein Sonderpreis wurde an das Leo-Sympher-Berufskolleg vergeben. Bei dem Projekt mit dem Titel „Herausforderung Energiewende: Nachhaltig Handeln im Kontext von Smart Grid – Energiemix mit Pumpspeicher-Simulation“ haben die Schüler ein Modell eines Pumpspeicherkraftwerks gebaut, das als Lernanlage für alle am Kolleg unterrichteten Elektrotechnikberufe dient.