Wie sich die weltweiten Entwicklungen auf die Exporterwartungen und -strategien ostwestfälischer Unternehmen auswirken, zeigt das „Exportbarometer Ostwestfalen 2026“. 231 exportorientierte Industrieunternehmen aus Ostwestfalen mit 53.839 Beschäftigten beteiligten sich Anfang 2026 an dieser Umfrage.
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftsbeziehungen und Perspektiven zeigt eine breit angelegte Eintrübung über nahezu alle Weltregionen hinweg. Auffällig ist insbesondere, dass der Anteil positiver Bewertungen in allen betrachteten Märkten zurückgeht.
Nachdem die Auslandsumsätze in Ostwestfalen bereits im Vorjahr um fast 10 Prozent gesunken sind, folgen sie dem Abwärtstrend und sinken im Vergleich zum Vorjahr um weitere fast 4,6 Prozent. Trotz sinkender Auslandsumsätze sind die Erwartungen an die Auslandsumsätze für das Jahr 2026 positiv gestimmt.
Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich ihrer Auslandsumsätze
Die Erwartungen an die Auslandsumsätze für das Jahr 2026 der ostwestfälischen Unternehmen dem positiven Vorjahrestrend und steigen von 51 Prozent auf 59 Prozent der Unternehmen. Gleichbleibende Erwartungen der Unternehmen bleiben fast auf dem Vorjahresniveau und die negativen Erwartungen nehmen weiter von 15 Prozent der Unternehmen 2025 auf 9 Prozent im Jahr 2026 ab.
Zielregionen für Auslandsinvestitionen
Nachdem im Vorjahr deutlich weniger ostwestfälische Unternehmen in Ost- und Südosteuropa sowie der Türkei investiert haben, gelten diese Regionen in diesem Jahr mit 74 Prozent der Unternehmen wieder als wichtigste Zielregion für Auslandsinvestitionen. China folgt auf Platz zwei und ist im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozentpunkte gewachsen. Damit sehen 61 Prozent der befragten Unternehmen die Region als attraktive Zielregion für Auslandsinvestitionen. Nordamerika hat dagegen deutlich an Attraktivität verloren und liegt mit 44 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert von 61 Prozent. Auf den hinteren Plätzen sticht vor allem Mittel- und Südamerika heraus, welche von 5 Prozent auf fast 15 Prozent gewachsen ist.
Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung im internationalen Geschäft
Wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Inlandsnachfrage stellen, wie auch in den beiden Vorjahren, die größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Die Arbeitskosten folgen auf dem zweiten Jahr und werden mit einem Plus von 10 Prozentpunkten auf 73 Prozent als zweitgrößtes wirtschaftliches Risiko wahrgenommen. Gefolgt von der Inlandsnachfrage mit 70 Prozent.
Auslandsumsätze im Vergleich zum Basisjahr 2016
Die Auslandsumsätze für den Kreis Paderborn verlieren im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Dynamik, dennoch entwickeln sie sich im Vergleich zum Basisjahr im Vergleich zu den anderen Kreisen am positivsten (+65 Prozent). Auch die anderen Kreise zeigen insgesamt eine positive Entwicklung, die kreisfreie Stadt Bielefeld bildet mit einem Plus von 8,7 Prozent das Schlusslicht
Auslands- und Inlandsumsätze des verarbeitenden Gewerbes in Ostwestfalen
Nachdem die Auslandsumsätze in Ostwestfalen bereits im Vorjahr um fast 10 Prozent gesunken sind, folgen sie dem Abwärtstrend und sinken im Vergleich zum Vorjahr um weitere fast 4,6 Prozent. Auch die Inlandsumsätze sinken weiter um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch liegt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Auslandsumsätze seit 2016 auf dem dreifachen Niveau der Wachstumsrate der Inlandsumsätze.
Exportquoten des Verarbeitenden Gewerbes
Die Exportquoten des Verarbeitenden Gewerbes zeigen bis 2025 eine insgesamt stabile bis leicht steigende Entwicklung in Deutschland und Nordrhein-Westfalen, während Ostwestfalen eine etwas volatilere Entwicklung mit zuletzt leicht rückläufiger Tendenz aufweist. Deutschland erreicht 2025 mit rund 52,7 Prozent den höchsten Wert im betrachteten Zeitraum, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit etwa 47,1 Prozent. Ostwestfalen liegt mit rund 39,9 Prozent weiter-hin deutlich darunter und verzeichnet nach einem Zwischenhoch im Jahr 2023 eine leichte Abschwächung.
Maschinenbau stagniert – Nahrungs- und Futtermittel weiter auf Wachstumskurs
Die größten Ausschläge bei der Entwicklung der Auslandsumsätze zeigen sich in Branchen mit eher geringen bis mittleren Anteilen am gesamten Export in Ostwestfalen. Der sonstige Fahrzeugbau erzielt 2025 mit einem Plus von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr das beste Ergebnis. Die Servicebranche für den Maschinen- und Anlagenbau verzeichnet dagegen mit einem Rückgang von über 34 Prozent das schlechteste Ergebnis, obwohl sie im Vorjahr noch zu den Spitzenreitern gehörte.