31. Juli 2026
Ausbildungsmarkt bleibt in Bewegung: IHK registriert 5.130 Neuverträge – noch 1.708 freie Ausbildungsplätze in Ostwestfalen
Zum offiziellen Start des Ausbildungsjahres am 1. August verzeichnet die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) 5.130 neu eingetragene Ausbildungsverträge. Damit liegt die Zahl – auch unter dem Einfluss der konjunkturell angespannten Lage – um 8,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 5.623 Verträgen.
Der Rückgang fällt in Ostwestfalen damit etwas geringer aus als im NRW-Vergleich. Landesweit wurden zum Stichtag 31. Juli 2026 insgesamt 42.662 neue Ausbildungsverträge in IHK-Berufen registriert – 9,3 Prozent weniger als zum Vorjahresstichtag. Dabei sind in der Region aktuell noch viele Hundert Ausbildungsplätze unbesetzt. Für junge Menschen bestehen damit weiterhin sehr gute Chancen auf einen Ausbildungsstart in diesem Jahr.
„Dass sich viele Unternehmen auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Fachkräftenachwuchs engagieren, belegt die hohe Ausbildungsbereitschaft der ostwestfälischen Wirtschaft. Gleichzeitig spüren wir die Herausforderungen insbesondere in Teilen der Industrie und einen damit verbundenen Rückgang auch bei den Ausbildungszahlen“, unterstreicht IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker. In den gewerblich-technischen Berufen wurden zum 31. Juli insgesamt 2.070 neue Ausbildungsverträge registriert – das entspricht einem Rückgang von 11,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den kaufmännischen Berufen bedeuten 3.060 Verträge (Vorjahr: 3.297) ein Minus von 7,2 Prozent.
Dabei zeigt sich in den einzelnen Regionen Ostwestfalens ein differenziertes Bild. Überdurchschnittlich hat sich der mit fast 1.300 Neuverträgen ausbildungsstärkste Kreis Gütersloh entwickelt, hier liegt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bei 3,6 Prozent. Auch die Kreise Herford (-6,6 Prozent) und Höxter (-7,1 Prozent) schneiden etwas besser ab als ganz Ostwestfalen. Im Kreis Minden-Lübbecke lag die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge um 9,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, im Kreis Paderborn um 10,9 Prozent und in der Stadt Bielefeld um 14,2 Prozent.
“Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte jetzt aktiv nach freien Stellen suchen und sich bewerben.”
IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke.
„Die aktuellen Daten zeigen aber auch: Der Ausbildungsmarkt ist weiterhin offen und bietet jungen Menschen gute Perspektiven. Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte jetzt aktiv nach freien Stellen suchen und sich bewerben“, betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke. „Gerade in diesem Jahr ist der Ausbildungsmarkt noch länger in Bewegung. Aufgrund der späten Sommerferien startet die Ausbildung in vielen Unternehmen offiziell erst zum 1. September. Für Bewerberinnen und Bewerber ergeben sich damit auch in den kommenden Wochen noch sehr gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Und auch nach dem offiziellen Start ist ein Ausbildungsbeginn weiterhin möglich.“
Aktuell sind allein auf der von der IHK initiierten Berufseinstiegsplattform www.ausbildung.nrw/ostwestfalen noch 1.708 freie Ausbildungsplätze in Ostwestfalen zu finden. Interessierte Jugendliche können dort nach passenden Angeboten suchen und direkt mit Unternehmen in Kontakt treten. Auch die Unternehmen ruft die IHK dazu auf, ihre noch offenen Ausbildungsplätze sichtbar zu machen und freie Stellen insbesondere auch der Agentur
für Arbeit zu melden. „Je mehr offene Ausbildungsplätze bekannt sind und je leichter sie für Ausbildungsinteressierte zu finden sind, desto größer ist die Chance, dass Unternehmen und junge Menschen noch zueinanderfinden“, erklärt Pigerl-Radtke.
„Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte die kommenden Wochen aktiv nutzen und sich bewerben. Die große Zahl offener Stellen zeigt, dass die Chancen auf einen Ausbildungsstart 2026 weiterhin sehr gut sind. Dabei lohnt sich auch ein Blick über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg“, betont die IHK-Hauptgeschäftsführerin. „Und auch Unternehmen sollten bei der Suche nach passenden Auszubildenden jetzt noch einmal alle Möglichkeiten ausschöpfen. Denn auch in den kommenden Wochen können noch viele Ausbildungsplätze erfolgreich besetzt werden.“
