16. April 2026
IHK: Gewerbesteuer-Rückgang in Bielefeld zeigt akuten Handlungsbedarf
Der sich abzeichnende erhebliche Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen in Bielefeld ist aus Sicht der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen (IHK) ein deutliches Zeichen für die aktuell äußerst angespannte wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen – aber auch für den dringenden Bedarf einer aktiven Flächenpolitik der Stadt.
Petra Pigerl-Radtke ist Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld.
„Wenn eine Großstadt wie Bielefeld mit einem massiven Einbruch bei der Gewerbesteuer rechnen muss, zeigt das, wie tiefgreifend die konjunkturellen Belastungen für Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungen sind“, erklärt IHK‑Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl‑Radtke.
Steigende Energiepreise, hohe Kosten und eine schwache Nachfrage setzen viele Unternehmen weiterhin erheblich unter Druck. Zugleich zeige die aktuelle Entwicklung, dass Bielefeld seine wirtschaftliche Basis weiter stärken und widerstandsfähiger aufstellen müsse.
„Für Wachstum und einen zukunftsfähigen, starken Standort ist es entscheidend, dass sich die in Bielefeld ansässigen Unternehmen weiterentwickeln, investieren und wachsen können. Zusätzlich ist es sinnvoll, die wirtschaftliche Struktur durch die Ansiedlung weiterer Unternehmen zu ergänzen“, fordert Pigerl‑Radtke.
Nach Einschätzung der IHK-Hauptgeschäftsführerin gehört dazu vor allem eine aktive und verlässliche Flächenpolitik. „Nach Jahren des Stillstands bei der Ausweisung von Gewerbe- und Industrieflächen besteht hier ein erheblicher Nachholbedarf“, so Pigerl-Radtke.
Gleichzeitig brauche es verlässliche und möglichst bürokratiearme Rahmenbedingungen und eine wirtschaftsfreundliche, praxisnahe Verwaltung – beispielsweise bei Genehmigungs- und Planungsverfahren.
Die aktuelle Debatte um den städtischen Haushalt unterstreiche, wie dringend notwendig es sei, wirtschaftspolitische Weichen jetzt neu zu stellen und Bielefeld im Standortwettbewerb zukunftsfest aufzustellen. „Wer dauerhaft stabile kommunale Einnahmen sichern will, muss wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen“, betont Pigerl‑Radtke.
