18. März 2026
Positives Ergebnis der IHK-Konjunkturumfrage im Kreis Minden-Lübbecke auf Teile der Wirtschaft begrenzt – Entwicklung bleibt fragil
Das Ergebnis der Frühjahrskonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) ist für den Kreis Minden-Lübbecke erfreulich positiv, betrifft jedoch nur Teile der Wirtschaft. Zugleich steht die Entwicklung auf einem fragilen Fundament. Auswirkungen des Nahost-Konflikts, insbesondere die gestiegenen Energiepreise, erhöhen die Unsicherheit für die Entwicklung von Konjunktur und Konsum – auch für Unternehmen im Kreis Minden-Lübbecke. Die Umfrage wurde vor dem aktuellen Iran-Krieg abgeschlossen.
An der Umfrage beteiligten sich im Mühlenkreis 290 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung mit insgesamt rund 22.800 Beschäftigten. Die Resultate stellten IHK-Vizepräsidentin Daniela Drabert, IHK-Vollversammlungsmitglied Dr. Georg Böcker und Karl-Ernst Hunting, Leiter der IHK-Zweigstelle Minden, heute (18. März 2026) im Gründungszentrum StartMIndenUp in Minden vor.
Zusammengefasst zeigen die Umfrageergebnisse für Minden-Lübbecke eine kräftige Verbesserung der Wirtschaft gegenüber der Herbstumfrage 2025. Das gilt vor allem für die Industrie und vermindert für den Gesamthandel (Großhandel, Einzelhandel,Kfz-Handel und Handelsvermittlung), während die Dienstleistungsbranche insgesamt „auf der Stelle tritt“.
Optimismus zeigt sich vor allem dort, wo die Umfrageergebnisse mit den Beschäftigtenzahlen der Betriebe gewichtet sind. Diese Entwicklung wurde wesentlich von wenigen größeren Unternehmen aus einzelnen Teilbranchen der Industrie und des Gesamthandels geprägt. „Wir hoffen, dass sich die positiven Bewertungen der größeren Unternehmen festigen und in der Folge auch mittlere und kleinere Betriebe davon profitieren. Idealerweise strahlt diese Entwicklung dann auch auf Handel und Dienstleistungen aus“, erklärt Drabert.
„Gleichzeitig zeigt sich erneut: Ohne strukturelle Reformen – etwa bei Arbeits- und Energiekosten, Steuern, Bürokratie und Fachkräfteverfügbarkeit – wird die Wirtschaft nicht zu einem kräftigen, breiten und nachhaltigen Aufschwung zurückkehren.“ Es gehe darum, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts durch wirtschaftspolitische Weichenstellungen wieder nachhaltig zu verbessern.
Die Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke liegt im Vergleich mit den anderen Teilregionen Ostwestfalens mit ihrem Konjunkturklimaindikator von 133 Punkten auf Platz eins und sehr deutlich über dem ostwestfälischen Gesamtindexwert mit 105 Punkten. Beschäftigungsstarke Unternehmen haben wesentlich zur guten Platzierung des Mühlenkreises beigetragen. Die 100er-Linie steht für eine ausgeglichene Stimmung, bei der sich Optimisten und Pessimisten die Waage halten.
Wie schon bei der letzten Umfrage legen große Industrieunternehmen ihre zukünftigen Investitionsschwerpunkte vor allem auf Produktinnovationen und Rationalisierung.
Bei den Erträgen in den kommenden zwölf Monaten erwarten 50 Prozent der Industriebetriebe eine Steigerung, 43 Prozent keine Veränderung und sieben Prozent einen Rückgang. 11 Prozent der Handelsunternehmen gehen von steigenden, 38 Prozent von fallenden und 51 Prozent von gleichbleibenden Erträgen aus. Bei den Dienstleistern prognostizieren 20 Prozent zukünftig steigende Erträge, 29 Prozent fallende und 52 Prozent gleichbleibende Erträge.
Hinsichtlich der Beschäftigtenentwicklung in den kommenden 12 Monaten seien laut Dr. Böcker in Minden-Lübbecke insgesamt kaum Impulse zu erwarten. In einzelnen Teilbranchen der regionalen Wirtschaft könne sich das anders darstellen. In der Industrie geht es eher in Richtung Personalabbau bei größeren Unternehmen. Dr. Böcker: „Für bestimmte Qualifikationen wird aber auch weiterhin ein spürbarer Bedarf bestehen und der Fachkräftemangel ein Problem bleiben.“
