30. Mai 2025
IHK Ostwestfalen feiert 175-jähriges Bestehen mit Festveranstaltung
Das 175-jährige Bestehen hat die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) am Montag (27. Mai) mit einer Festveranstaltung offiziell gefeiert. IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker und Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke begrüßten rund 275 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Feiern 175 Jahre IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (von links): DIHK-Präsident Peter Adrian, IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke, IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker und Bundeswirtschaftsminister (2021 bis 2025) Robert Habeck.
Dazu zählten auch Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Dr. Robert Habeck sowie Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), die ihre Glückwünsche zum Jubiläum in Redebeiträgen zum Ausdruck brachten. Der Abend stand ganz im Zeichen des Motto des Jubiläumsjahres: „Ostwestfalen. Stark!“
Jörn Wahl-Schwentker und Petra Pigerl-Radtke verdeutlichten zu Beginn anhand zahlreicher Beispiele die Stärke Ostwestfalens insbesondere als Wirtschaftsregion. Die Vielzahl an mittelständischen, oft familiengeführten Unternehmen, der breite Branchenmix, die Vielzahl an Hidden Champions, starke Netzwerke und Partnerschaften tragen dazu bei, dass Ostwestfalen zu den wirtschaftsstärksten Regionen der Bundesrepublik zählt. Das Bruttoinlandsprodukt von Ostwestfalen ist mit mehr als zuletzt 73 Milliarden Euro höher als das ganzer Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen oder Sachsen-Anhalt oder sogar das der Bundesländer Bremen und Saarland gemeinsam.
Von den starken Zahlen und bekannten Unternehmen zeigte sich auch Habeck beeindruckt. Er habe zwar gewusst, dass Ostwestfalen eine wirtschaftsstarke Region ist. Die Dichte an namhaften Unternehmen sei ihm nun aber erst richtig bewusst geworden, sagte der Bundeswirtschaftsminister und stellte fest: „Sollte die Globalisierung scheitern, dann kann sich Ostwestfalen komplett selbst versorgen, das habe ich heute Abend gelernt.“
In seiner Rede ging Habeck auf die aktuell herausfordernde Lage der deutschen Wirtschaft ein, führte dies vor allem auf die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zurück. Als Hoffnungsschimmer für den stotternden deutschen Konjunkturmotor bezeichnete der Vizekanzler einen mutmaßlich bevorstehenden Zyklus sinkender Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank. Günstigere Kredite könnten der Investitionstätigkeit neue Impulse verleihen und die Konjunktur anschieben. Habeck bekannte sich zur Sozialen Marktwirtschaft und verteidigte milliardenschwere Subventionen, um Schlüsselindustrien im Land zu halten oder neu anzusiedeln. Nur so könne die deutsche und europäische Unabhängigkeit in der schwierigen geopolitischen Lage sichergestellt werden.
Zuvor hatte Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), die enge Verknüpfung von Freiheit, Demokratie und Mittelstand betont. „Mittelständisches und damit individuelles Unternehmertum sind die wirtschaftliche Ausprägung von Freiheit und Demokratie. Die Eigenwilligkeit und die Individualität, die den Mittelstand auszeichnen, können sich nur dann entfalten, wenn dem nicht Tabus und apodiktische, mit Strafen belegte, enge Grenzen entgegenstehen“, stellte Adrian fest. Er forderte weniger Bürokratie und „wieder mehr Freiraum für Unternehmertum, für Innovation, für Investition – für Zukunft“.
IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker dankte Mitgliedern, Partnern, Mitarbeitenden und Unterstützern sowie insbesondere auch den mehr als 5.600 Ehrenamtlichen, die sich für die IHK Ostwestfalen engagieren. Er erinnerte zudem an die Gründungszeit der IHK Ostwestfalen, die aus den 1849 gegründeten Handelskammern in Bielefeld und Minden hervorging. In seiner Rede ging der Präsident auch auf mehrere Leuchtturmprojekte ein, die in den vergangenen 25 Jahren unter Beteiligung der IHK realisiert werden konnten. Diese und weiteres Wissenswertes zur Arbeit der IHK Ostwestfalen im zurückliegenden Vierteljahrhundert ist in einem Jubiläumsbuch festgehalten, das jeder Gast als Präsent erhielt.
Den musikalischen Teil des Abends bestritt Isaak, der für Deutschland beim Eurovision Song Contest Mitte Mai Platz zwölf belegt hatte. Der Musiker aus dem ostwestfälischen Espelkamp begeisterte das Publikum mit seinem ESC-Hit „Always on the Run“ und weiteren Songs.
