22. März 2022
Wirtschaftsentwicklung im Kreis Höxter durch Ukraine-Krieg ausgebremst
„Die Hoffnungen der Wirtschaft im Kreis Höxter für das Jahr 2022 waren groß: Es gab erste Anzeichen dafür, dass sich für die Industrie mittelfristig eine Entspannung bei den Lieferengpässen einstellt, der Handel und die Tourismuswirtschaft haben auf eine Entspannung bei der Pandemie gesetzt und die übrigen Dienstleistungsbranchen erhofften sich ein gutes Wachstum für das neue Jahr. Leider hat der Ukrainekrieg die Ergebnisse zur momentanen wirtschaftlichen Lage und zum Ausblick auf das laufende Jahr bei der Wirtschaft im Kreis Höxter stark relativiert“, kommentierte IHK-Vizepräsident Frank Dierkes die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK).
Die Resultate dieser Mitte Februar abgeschlossenen Untersuchung, an der sich aus dem Kreis Höxter 110 Unternehmen mit knapp 10.000 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistung beteiligten, sind tendenziell positiv ausgefallen.
„Die Auswirkungen des Ukrainekrieges und die Sanktionen beeinträchtigen zwar in erster Linie die international vernetzte Industrie. Doch haben sie natürlich auch mittelbar Auswirkungen auf Handel und Dienstleistung. Insofern stehen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage für den Kreis Höxter unter dem Vorbehalt der hohen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg“, betonte IHK-Vizepräsident Frank Dierkes bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Warburg.
„Wir können die Folgen und dessen Dauer noch nicht richtig bewerten. Wir meinen aber, dass unsere Konjunkturumfrage trotzdem eine gute Basis für die Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung im Kreis Höxter darstellt“.
Die Konjunkturdaten aus der IHK-Untersuchung vom Jahresanfang sind nicht für alle Branchen im positiven Bereich. Besonders das Tourismusgewerbe beurteilte die Lage recht pessimistisch.
„Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für den Gesamtindikator über alle drei Sektoren mit 101 Punkten gerade noch im positiven Bereich“, berichtete der IHK-Geschäftsführer und Leiter der Zweigstelle Paderborn + Höxter, Jürgen Behlke.
Die 100-er Linie markiert die Grenze zwischen einer positiven oder negativen Stimmung. Der Wert für die Industrie sei dabei von dem schlechten Wert im Frühjahr 2021 mit 92 Punkten auf herausragende 168 Punkte gestiegen, was sowohl an der guten momentanen Lage, aber besonders auch an den im Saldo sehr guten Erwartungen liege. Der Wert für die Dienstleister sei diesmal stark gefallen.
Behlke: „Dieser schlechte Wert bei den Dienstleistern hängt mit der gewichteten Darstellung zusammen, wo einige sehr große Unternehmen aus dem Gesundheitssektor ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bezeichnen. Ohne diesen Effekt liegt der Dienstleistungssektor oberhalb der 100-er Linie. Auch der Handels-Index steigt von 73 auf 99 Punkte, was wohl in erster Linie an den kaum von der Pandemie betroffenen Unternehmen liegt, etwa im Lebensmittel oder Großhandelsbereich.“
Die momentane Geschäftslage stelle sich in den Sektoren tendenziell ähnlich dar. 32 Prozent der Firmen aus dem Handel, 35 Prozent bei den Dienstleistern und sehr hohe 72 Prozent der Industrieunternehmen betrachteten ihre jetzige Lage als gut. In der Industrie sähen sie sogar nur ein Prozent als schlecht an. Diese Einschätzung spiegele die momentane Produktionsauslastung wider: Nur 11 Prozent – gegenüber 40 Prozent im Frühjahr 2021 – lägen mit der Auslastung ihrer Produktionskapazität unter 80 Prozent.
Bei der Auslastung über 95 Prozent liegen sogar sehr hohe 86 Prozent der Firmen. Des Weiteren rechnen 69 Prozent der Befragten in der Industrie mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage in den nächsten zwölf Monaten. Dem stünden nur fünf Prozent gegenüber, die eine Verschlechterung erwarteten.
Behlke: „Die kritische Lage vor der Eskalation in der Ukraine ist in die Bewertungen der Unternehmen zwar schon eingeflossen, die Entwicklungen seit dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine aber nicht. Eine ökonomische Bewertung der Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft im Kreis Höxter ist schwierig. Die Konsequenzen für die Unternehmen werden vielfältig sein, ich denke hier an Rohstoff- und Lieferengpässe, Nachfrageausfall und verschiedenste Einflüsse auf die Niederlassungen oder Handelspartner unserer Unternehmen in der Ukraine und Russland.
Industrie und Dienstleistung gehen trotz der angespannten Lage und der unsicheren Zukunft, vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit von Fachkräften, von einem Beschäftigungsaufbau aus. Der Handel erwartet im Saldo einen Beschäftigungsabbau. Die in der Umfrage genannten Konjunkturrisiken sind branchenübergreifend mit unterschiedlicher Ausprägung gleich. Es dominiert das Risiko der Energie- und Rohstoffpreise, dicht gefolgt vom Personalmangel, wobei die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko mit einem Höchstwert von knapp 90 Prozent der Industrieunternehmen genannt werden.
Im Jahr 2021 betrug der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes im Kreis Höxter 1,711 Milliarden Euro und lag damit um 8,8 Prozent über dem Vorjahresergebnis, was zum Teil auf die etwas schwächeren Werte aus 2020 zurückzuführen ist. „Dieser Anstieg ist der zweithöchste Wert in Ostwestfalen und liegt auch knapp unter den Werten von Land und Bund“, führte Behlke aus. „Bei der Beschäftigungsentwicklung belegt der Kreis Höxter mit einem Minus von 2,4 Prozent leider den letzten Platz in Ostwestfalen“.„
Die Hoffnungen der Wirtschaft im Kreis Höxter für das Jahr 2022 waren groß: Es gab erste Anzeichen dafür, dass sich für die Industrie mittelfristig eine Entspannung bei den Lieferengpässen einstellt, der Handel und die Tourismuswirtschaft haben auf eine Entspannung bei der Pandemie gesetzt und die übrigen Dienstleistungsbranchen erhofften sich ein gutes Wachstum für das neue Jahr. Leider hat der Ukrainekrieg die Ergebnisse zur momentanen wirtschaftlichen Lage und zum Ausblick auf das laufende Jahr bei der Wirtschaft im Kreis Höxter stark relativiert“, kommentierte IHK-Vizepräsident Frank Dierkes die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK).
Die Resultate dieser Mitte Februar abgeschlossenen Untersuchung, an der sich aus dem Kreis Höxter 110 Unternehmen mit knapp 10.000 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistung beteiligten, sind tendenziell positiv ausgefallen.
„Die Auswirkungen des Ukrainekrieges und die Sanktionen beeinträchtigen zwar in erster Linie die international vernetzte Industrie. Doch haben sie natürlich auch mittelbar Auswirkungen auf Handel und Dienstleistung. Insofern stehen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage für den Kreis Höxter unter dem Vorbehalt der hohen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg“, betonte IHK-Vizepräsident Frank Dierkes bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Warburg. „Wir können die Folgen und dessen Dauer noch nicht richtig bewerten. Wir meinen aber, dass unsere Konjunkturumfrage trotzdem eine gute Basis für die Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung im Kreis Höxter darstellt“.
Die Konjunkturdaten aus der IHK-Untersuchung vom Jahresanfang sind nicht für alle Branchen im positiven Bereich. Besonders das Tourismusgewerbe beurteilte die Lage recht pessimistisch.
„Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für den Gesamtindikator über alle drei Sektoren mit 101 Punkten gerade noch im positiven Bereich“, berichtete der IHK-Geschäftsführer und Leiter der Zweigstelle Paderborn + Höxter, Jürgen Behlke.
Die 100-er Linie markiert die Grenze zwischen einer positiven oder negativen Stimmung. Der Wert für die Industrie sei dabei von dem schlechten Wert im Frühjahr 2021 mit 92 Punkten auf herausragende 168 Punkte gestiegen, was sowohl an der guten momentanen Lage, aber besonders auch an den im Saldo sehr guten Erwartungen liege.
Der Wert für die Dienstleister sei diesmal stark gefallen. Behlke: „Dieser schlechte Wert bei den Dienstleistern hängt mit der gewichteten Darstellung zusammen, wo einige sehr große Unternehmen aus dem Gesundheitssektor ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bezeichnen. Ohne diesen Effekt liegt der Dienstleistungssektor oberhalb der 100-er Linie. Auch der Handels-Index steigt von 73 auf 99 Punkte, was wohl in erster Linie an den kaum von der Pandemie betroffenen Unternehmen liegt, etwa im Lebensmittel oder Großhandelsbereich.“
Die momentane Geschäftslage stelle sich in den Sektoren tendenziell ähnlich dar. 32 Prozent der Firmen aus dem Handel, 35 Prozent bei den Dienstleistern und sehr hohe 72 Prozent der Industrieunternehmen betrachteten ihre jetzige Lage als gut. In der Industrie sähen sie sogar nur ein Prozent als schlecht an.
Diese Einschätzung spiegele die momentane Produktionsauslastung wider: Nur 11 Prozent – gegenüber 40 Prozent im Frühjahr 2021 – lägen mit der Auslastung ihrer Produktionskapazität unter 80 Prozent. Bei der Auslastung über 95 Prozent liegen sogar sehr hohe 86 Prozent der Firmen. Des Weiteren rechnen 69 Prozent der Befragten in der Industrie mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage in den nächsten zwölf Monaten.
Dem stünden nur fünf Prozent gegenüber, die eine Verschlechterung erwarteten. Behlke: „Die kritische Lage vor der Eskalation in der Ukraine ist in die Bewertungen der Unternehmen zwar schon eingeflossen, die Entwicklungen seit dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine aber nicht. Eine ökonomische Bewertung der Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft im Kreis Höxter ist schwierig. Die Konsequenzen für die Unternehmen werden vielfältig sein, ich denke hier an Rohstoff- und Lieferengpässe, Nachfrageausfall und verschiedenste Einflüsse auf die Niederlassungen oder Handelspartner unserer Unternehmen in der Ukraine und Russland.
Industrie und Dienstleistung gehen trotz der angespannten Lage und der unsicheren Zukunft, vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit von Fachkräften, von einem Beschäftigungsaufbau aus. Der Handel erwartet im Saldo einen Beschäftigungsabbau. Die in der Umfrage genannten Konjunkturrisiken sind branchenübergreifend mit unterschiedlicher Ausprägung gleich. Es dominiert das Risiko der Energie- und Rohstoffpreise, dicht gefolgt vom Personalmangel, wobei die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko mit einem Höchstwert von knapp 90 Prozent der Industrieunternehmen genannt werden.
Im Jahr 2021 betrug der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes im Kreis Höxter 1,711 Milliarden Euro und lag damit um 8,8 Prozent über dem Vorjahresergebnis, was zum Teil auf die etwas schwächeren Werte aus 2020 zurückzuführen ist. „Dieser Anstieg ist der zweithöchste Wert in Ostwestfalen und liegt auch knapp unter den Werten von Land und Bund“, führte Behlke aus. „Bei der Beschäftigungsentwicklung belegt der Kreis Höxter mit einem Minus von 2,4 Prozent leider den letzten Platz in Ostwestfalen“.
