Gründung: Erfolgsgeschichten

InnoCreo - Gründungserfolg mit 3D-Druck in Enger

Die Gründungsaktivität in Ostwestfalen ist weiterhin hoch. Das ist gut so – denn Existenzgründungen sind wichtig für die regionale Wirtschaft, da sie Innovationen, Wettbewerb und Wachstum fördern. Sie schaffen neue Arbeitsplätze, führen zu neuen Produkten und Dienstleistungen und tragen zur Dynamik und Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft bei.
Lennart Wiegmann ist ein Überzeugungstäter. Schon in der Zeit seines Maschinenbau-Studiums in Paderborn gründete er sein erstes Unternehmen: „Während meines freiwilligen Wehrdienstes bei der Bundeswehr 2014 wurde mir klar, dass ich gerne mein eigener Chef sein möchte“, erklärt er seine Initiative. Da er sich durch das Studium mit 3 D-Druck und Partys auskannte, hatte er die Idee zur Produktion einer Schnapskrake. Dabei handelt es sich um einen mehrarmigen Getränkeportionierer für Partyspiele, mit dem gleichzeitig mehrere Schnapsgläser befüllt werden können. Während des Studiums hat Wiegmann in seiner Wohngemeinschaft produziert und ab 2021 eine Halle der Firma SolMetall an der Spenger Straße in Enger angemietet. Im weiteren Verlauf eröffnete der Student dann einen Online-Versandhandel, über den er auch weitere Partyprodukte verkaufte. „Ich bot diesen Service auch anderen Produzenten an“, berichtet der 30-Jährige.

Von der Schnapskrake zum Startup

Nach der Corona-Pandemie hatte Wiegmann darüber Alexander Stirken kennengelernt, der ebenfalls Partyprodukte herstellte und ihm als Dienstleister beim Betreiben seines ersten Onlineshops half. Allerdings sei der Absatz der Schnapskrake und anderer Partyprodukte aufgrund des Ukraine-Kriegs deutlich zurück gegangen. Deshalb seien sie auf der Suche nach einer Alternative gewesen.
Zunächst testeten die beiden die Herstellung geometrischer Formen mit dem 3D-Drucker. „Dann kam Alex kurz vor der Weihnachtszeit die Idee. Während er seine Sternenlampen aufhängte, überlegte er sich, ob es nicht cool wäre, ´mal was anderes an die Fassung zu hängen. Da der gelernte Bauingenieur auch ein Faible fürs Design hat, hatte er den Einfall, ein paar eigene Lampenschirme anstatt des Sterns zu kreieren“, berichtet Wiegmann. Als Fassung dienten die bekannten Weihnachtssterne, die so nicht nur zur Adventszeit, sondern das ganze Jahr über nutzbar seien.
„Im Februar 2024 haben wir beide dann unser Unternehmen ‚InnoCreo - Neues Licht für dein Zuhause’ gegründet“, freut er sich noch heute im Nachhinein wegen des bisherigen Erfolges darüber. Sitz der Firma ist ebenfalls der Standort an der Spenger Straße in Enger. Während die Lampenschirme zunächst ausschließlich als einzelnes Produkt produziert worden seien, werde aktuell eine eigene Elektronik dafür entwickelt. „Sobald wir komplette Lampen anbieten können, werden wir auch weitere Einzelhändler als Kunden gewinnen“, ist Wiegmann zuversichtlich.

Design trifft Technik

Mit elf Produkten starteten die beiden Existenzgründer aus Enger. Zurzeit sind es 17 unterschiedliche Lampenschirme - darunter eine Weltkugel und ein Heißluftballon – die sie Verbrauchern anbieten. Die Designs stammen allesamt von Alexander Stirken, der gerade an neuen Produkten feile, nämlich Tischlampen. Wiegmann ist für die Fertigung und Kontrolle der 3 D-Drucker verantwortlich. „Wir vertreiben die Lampen über den Onlinehandel und über etwa 100 kleinere Fachgeschäfte, die wir direkt beliefern“, erklärt Wiegmann.
Inzwischen ist das Unternehmen auf zwölf Mitarbeitende angewachsen, auch die Anzahl der 3D-Drucker ist auf fast 100 gestiegen. Unterstützung im Controlling erhalten sie von einer Bekannten. „Und wir haben einen guten Steuerberater, denn das ist nicht unser Fachgebiet“, sagt Wiegmann schmunzelnd. Vor kurzem hätten sie Dagmar Faißt von der Interkommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Herford kennengelernt. „Wenn wir weiterwachsen, haben wir dann eine gute Ansprechpartnerin. Es ist als Unternehmer ganz wichtig, neben der eigenen Kernkompetenz ein gutes Netzwerk zu haben“, erklärt der Jungunternehmer.

Blick in die Zukunft

Das nächste Ziel von ihm und seinem Kompagnon Stirken sei es, die Verkaufszahlen in naher Zukunft mit weiteren Produkten weiter zu steigern und neue Händler dazuzugewinnen, auch im deutschsprachigen Ausland wie in Österreich und der Schweiz. Darüber hinaus sollen demnächst auch die aktuell designten Tischlampen auf den Markt gebracht werden – die Lampenschirme der beiden Gründer Made in OWL gehen offensichtlich auf Erfolgstour.