Tourismus
Wirtschaftsfaktor Tourismus
Der Tourismus in der Urlaubs- und Freizeitregion Teutoburger Wald ist weit mehr als Erholung und Freizeitgestaltung. Als bedeutender Wirtschaftsfaktor stärkt er den Einzelhandel, das Dienstleistungsgewerbe und die Standortattraktivität – und steht zugleich vor großen Herausforderungen und Chancen.
Entwicklung der Übernachtungszahlen
In den letzten 15 Jahren wuchsen die Übernachtungszahlen im Teutoburger Wald langsamer als in anderen Regionen. 2014 fiel die Region erstmals auf Platz 2 im NRW-Ranking, 2022 sogar auf Platz 4. Die Corona-Pandemie führte 2020 und 2021 zu einem massiven Einbruch unter die 5-Millionen-Marke. Dennoch zeigte sich die Stärke ländlicher Destinationen: Zwischenzeitlich kehrte die Region auf Platz 1 zurück. Ziel bleibt es, dauerhaft zur übernachtungsstärksten Region in NRW aufzusteigen.
Tourismus schafft Umsatz, Jobs und Lebensqualität
Laut DWIF-Studie wurden 2019 (vor der Coronoa-Pandemie) über drei Milliarden Euro Bruttoumsatz in der Tourismusregion Teutoburger Wald erwirtschaftet. Davon profitierten:
- 41 % das Gastgewerbe,
- 36 % der Einzelhandel,
- 23 % Dienstleistungsunternehmen.
Tourismus ist eine klassische Querschnittsbranche: Er schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze, generiert Steuereinnahmen und stärkt Handel- und Dienstleistungsbetriebe. Gleichzeitig verbessert er die Infrastruktur – von Wanderwegen über Freizeitbäder bis hin zu kulturellen Einrichtungen – und steigert die Lebensqualität für Gäste und Einheimische.
Standortfaktor
Ein attraktives Freizeit- und Kulturangebot ist ein entscheidender Pluspunkt im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte. Kommunen mit hoher Aufenthaltsqualität sind für Unternehmen und deren Mitarbeitende besonders attraktiv. Der Tourismus wirkt somit als Standortfaktor mit langfristiger Wirkung.
Herausforderungen
Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und steigende Energiepreise haben die Branche stark belastet. Viele Betriebe kämpfen mit Personalmangel, gestiegenen Kosten und Bürokratie. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Gäste: Digitalisierung, Individualisierung, Nachhaltigkeit und neue Reiseformen wie Glamping oder Shared Economy prägen das Verhalten.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind folgende Handlungsfelder zentral:
- Fachkräftesicherung: Neue Strategien zur Gewinnung und Bindung von Personal sind essenziell.
- Bürokratieabbau: Weniger Regulierungen entlasten gastgewerbliche Betriebe.
- Infrastruktur stärken: Investitionen in Wege, Unterkünfte und Freizeitangebote sichern Wettbewerbsfähigkeit.
- Digitalisierung vorantreiben: Digitale Services entlang der gesamten Reisekette sind heute Standard.
- Kooperation und Markenbildung: Die Dachmarke „Teutoburger Wald“ gewinnt an Akzeptanz – ein wichtiger Schritt für die gemeinsame Vermarktung.
Zukunftsperspektiven
Die Tourismuswirtschaft steht vor langfristigen Veränderungen. Megatrends wie Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit, New Work, Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden die Branche prägen. Die Tourismusregion Teutoburger Wald ist gut aufgestellt, um diese Herausforderungen als Chancen zu nutzen – vorausgesetzt, alle Akteure ziehen an einem Strang.
