Ausbildung
Ausbildungsnachweis – Pflicht und Richtlinien
Ein ordnungsgemäß geführter Ausbildungsnachweis ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Er dokumentiert den Verlauf der Ausbildung und macht Lernfortschritte nachvollziehbar – sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule.
Warum ist der Ausbildungsnachweis wichtig?
Der Ausbildungsnachweis dient mehreren Zielen:
- Reflexion: Auszubildende und Ausbildende setzen sich mit Inhalten und Verlauf der Ausbildung auseinander.
- Transparenz: Der zeitliche und sachliche Ablauf der Ausbildung wird für alle Beteiligten nachvollziehbar.
- Prüfungsvoraussetzung: In einigen Ausbildungsordnungen muss der Nachweis zur mündlichen Prüfung vorgelegt werden.
Hinweis: Der Ausbildungsnachweis wird in der Zwischen- oder Abschlussprüfung nicht bewertet.
Mindestanforderungen an den Ausbildungsnachweis
Damit der Ausbildungsnachweis anerkannt wird, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
- Regelmäßigkeit: Eintragungen täglich oder wöchentlich, in einfacher Form (z. B. stichwortartig, Loseblattsystem, schriftlich oder digital).
- Umfang: ca. 1 DIN-A4-Seite pro Woche.
- Inhalte:
- Betriebliche Tätigkeiten, Unterweisungen, Unterricht und Schulungen
- Themen des Berufsschulunterrichts
- Zeitliche Dauer der Tätigkeiten
- Form: Jeder Nachweis ist mit Name, Ausbildungsjahr und Berichtszeitraum zu versehen.
- Abzeichnung: Ausbildende prüfen die Nachweise mindestens monatlich und bestätigen diese mit Datum und Unterschrift. Bei elektronischen Nachweisen ist eine Signatur oder ein Ausdruck erforderlich.
Rechte und Pflichten
- Auszubildenden ist Gelegenheit zu geben, ihre Nachweise während der Arbeitszeit im Betrieb zu führen.
- Die notwendigen Hefte oder Formblätter werden kostenlos vom Ausbildungsbetrieb bereitgestellt (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 BBiG).
- Minderjährige Auszubildende: Gesetzliche Vertreter sollen die Nachweise regelmäßig einsehen und unterschreiben.
- Arbeitnehmervertretungen können Einsicht nehmen, um ihre Aufgaben nach § 80 Abs. 1 BetrVG zu erfüllen.
Unterstützung bei Problemen
Bei Schwierigkeiten mit der Führung der Ausbildungsnachweise sollte frühzeitig der zuständige Ausbildungsberater der IHK kontaktiert werden. Auf Verlangen sind die Nachweise vorzulegen.
Vorlagen für Ausbildungsnachweise
Die IHK Ostwestfalen stellt Muster-Vorlagen für Ausbildungsnachweise zur Verfügung. Diese können an die jeweiligen Ausbildungsberufe angepasst werden – z. B. durch zusätzliche Felder für branchenspezifische Anforderungen (z. B. Sonntagsdienste im Gastgewerbe).
Digitale Berichtshefte
Es ist möglich, das Berichtsheft in digitaler Form zu führen.
Mögliche digitale Ausbildungsnachweise werden unter anderem bei folgenden Anbietern angeboten:
Die Informationen und Auskünfte der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld sind ein Service für ihre Mitgliedsunternehmen. Sie enthalten nur erste Hinweise und erheben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Anbieter digitaler Berichtshefte können sich zur Aufnahme in die Liste gern bei uns melden.
