Strategie IHK Ostbrandenburg
Ostbrandenburg verbindet ländlichen Raum, Metropolnähe und eine lange Grenze zu Polen – daraus entstehen besondere wirtschaftliche Chancen und Anforderungen. Die Strategie der IHK Ostbrandenburg setzt auf einen Perspektivwechsel: Der ländliche Raum wird als Fundament für Wohlstand, Versorgungssicherheit und Lebensqualität verstanden. Zugleich rückt Wirtschaftssicherheit als Querschnittsthema in den Mittelpunkt, um Unternehmen aller Größen unter veränderten Rahmenbedingungen zu stärken. Die Strategie bietet langfristige Orientierung und bleibt zugleich anpassungsfähig in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche. Dieser Beteiligungsprozesses bildet die Grundlage für eine klare, verlässliche Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft und ist bis zum 20.02.2026 für Mitgliedsunternehmen geöffnet.
Die Präambel
Ostbrandenburg ist eine Region der Vielfalt, geprägt durch die Hauptstadtnähe aber auch durch den ländlichen Raum und eine über 200 Kilometer lange Grenze zum Nachbarland Polen. Neben großen Industrieunternehmen bestimmen viele kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen die Wirtschaftsstruktur Ostbrandenburgs. Wichtige Verkehrsachsen – Straßen, Schienen und Wasserwege – durchziehen die Region und verbinden Märkte innerhalb Europas und darüber hinaus.
Die Wirtschaft Ostbrandenburgs befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Die Transformation hin zu einer klimaneutralen und zunehmend digitalisierten Wirtschaft vollzieht sich vor dem Hintergrund globaler Umbrüche, geopolitischer Spannungen und wachsender Unsicherheiten im internationalen Umfeld. Diese Entwicklungen beeinflussen Investitionsentscheidungen, Planbarkeit und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in erheblichem Maße.
Zunehmend gewinnen Fragen der Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit auch aus wirtschaftlicher Perspektive an Bedeutung. Energiesicherheit, der Schutz kritischer Infrastrukturen sowie resiliente Liefer- und Wertschöpfungsketten sind zentrale Voraussetzungen für die Stabilität des Wirtschaftsstandortes Ostbrandenburg. In einer vernetzten Weltwirtschaft sind wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und sicherheitspolitische Rahmenbedingungen enger miteinander verbunden denn je.
Unternehmen in Ostbrandenburg sehen sich dabei mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Hohe Energiepreise, komplexe bürokratische Anforderungen, der anhaltende Fach- und Arbeitskräftemangel sowie ein zunehmend intensiver internationaler Wettbewerbsdruck erschweren unternehmerisches Handeln. Gleichzeitig nimmt die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschafts- und geopolitischen Rahmenbedingungen weiter zu.
Vor diesem Hintergrund benötigen Unternehmerinnen und Unternehmer verlässliche Rahmenbedingungen. Klare politische Zielsetzungen, eine leistungsfähige und digital unterstützte Verwaltung, international wettbewerbsfähige Steuer- und Abgabenstrukturen sowie ein konsequenter Fokus auf wirtschaftliche Entwicklung sind wesentliche Voraussetzungen für Investitionen, Innovationen und nachhaltiges Wachstum. Die Unternehmen der Region begleiten notwendige Veränderungen und Transformationsprozesse konstruktiv und verantwortungsvoll. Entscheidend ist dabei, dass Umfang und Geschwindigkeit der Veränderungen für Unternehmen dauerhaft leistbar bleiben.
Mit der vorliegenden Strategie formuliert die IHK Ostbrandenburg die zentralen wirtschaftspolitischen Positionen und Forderungen der regionalen Wirtschaft. Sie dient als Leitbild für die Interessenvertretung der größten Wirtschaftsorganisation der Region und bildet die Grundlage für den Dialog mit Politik und Verwaltung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Die Strategie wurde in einem breiten Beteiligungsprozess unter Einbindung der Mitgliedsunternehmen und der Vollversammlung der IHK Ostbrandenburg erarbeitet.
Die Positionen
- 1. Starke Stimme der Wirtschaft
Die IHK Ostbrandenburg ist die zentrale Interessenvertretung der Wirtschaft in der Region. Sie bündelt die Anliegen der Unternehmen und bringt diese gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit wirkungsvoll ein. Die Stärke und Wirksamkeit dieser Interessenvertretung hängen wesentlich davon ab, dass sich Unternehmerinnen und Unternehmer aktiv an der demokratischen Meinungsbildung innerhalb der IHK beteiligen. Das hohe Gut der Selbstverwaltung der Wirtschaft funktioniert über das Engagement der gewählten, ehrenamtlichen Vollversammlungs- und Ausschussmitglieder aber auch aller Unternehmen im Bezirk der IHK.In den vergangenen Jahren ist die IHK Ostbrandenburg zunehmend von Politik und Verwaltung um Stellungnahmen und Meinungsäußerungen aufgefordert worden. Gleichzeitig hat sie sich auch eigeninitiativ zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen positioniert und ist dabei häufig in den Fokus der medialen Öffentlichkeit gerückt. Geschätzt werden insbesondere der wirtschaftliche Sachverstand, die klare und nachvollziehbare Argumentation sowie die parteipolitische Neutralität der IHK.Zu den zentralen Aufgaben der IHK Ostbrandenburg gehört es, ein modernes und positives Unternehmerbild in der Öffentlichkeit zu stärken, die Werte des ehrbaren Kaufmanns zu vertreten, Mut zur Selbstständigkeit zu fördern und für eine breite Akzeptanz wirtschaftlichen Handelns einzutreten. Wirtschaftsfeindlichen Positionen wird entschieden begegnet.Darüber hinaus gestaltet die IHK Ostbrandenburg verlässliche Dialogformate zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Sie versteht sich als Brückenbauerin zwischen unternehmerischer Praxis und politischen Entscheidungsprozessen und trägt dazu bei, unterschiedliche Perspektiven frühzeitig zusammenzuführen. Auf der Grundlage der Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft, die dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet ist, setzt sich die IHK gemeinsam mit Partnern für Investitionen, Neuansiedlungen und Existenzgründungen in Ostbrandenburg ein.Zielstellungen:
- Interessen der Wirtschaft wirkungsvoll vertreten
Die IHK Ostbrandenburg ist erster Ansprechpartner für Politik und Verwaltung, wenn es um die Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft geht. Die Beziehungen zu den politischen Verantwortlichen werden weiter ausgebaut und intensiviert.
- Akzeptanz unternehmerischen Handelns stärken
Die IHK setzt sich für ein modernes und positives Unternehmerbild und die Akzeptanz von wirtschaftlichem Handeln in der Öffentlichkeit, Politik & Verwaltung ein.
- Dialog und Beteiligung stärken
Ausbau verlässlicher Dialogformate sowie Förderung der aktiven Mitwirkung der Unternehmerinnen und Unternehmer an der demokratischen Meinungsbildung innerhalb der IHK.
- Interessen der Wirtschaft wirkungsvoll vertreten
- 2. Digitale Wettbewerbsfähigkeit sichern
Die digitale Transformation ist ein zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Ostbrandenburg. Digitale Technologien ermöglichen effizientere Prozesse, neue Geschäftsmodelle und den Zugang zu nationalen wie internationalen Märkten. Gleichzeitig verläuft die digitale Entwicklung in den Unternehmen unterschiedlich schnell und stellt insbesondere kleine und mittelständische Betriebe vor organisatorische und finanzielle Herausforderungen.Viele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, bestehende Geschäftsprozesse zu digitalisieren, digitale Kompetenzen auszubauen und neue technologische Entwicklungen sinnvoll in ihre Wertschöpfung zu integrieren. Dabei geht es nicht allein um den Einsatz einzelner Technologien, sondern um eine strategische und praxisnahe Digitalisierung, die Produktivität, Innovationsfähigkeit und Resilienz stärkt.Die digitale Entwicklung betrifft nicht nur die Unternehmen. Auch die öffentliche Verwaltung steht vor wachsenden Anforderungen und Erwartungen seitens der Unternehmen und der Bürgerinnen und Bürger, die zunehmend digitale Leistungen einfordern. Die IHK Ostbrandenburg stellt sich diesen Anforderungen und entwickelt ihre eigenen Angebote und Services konsequent weiter, um Leistungen verstärkt digital und nutzerorientiert bereitzustellen.Als kompetenter Ansprechpartner unterstützt die IHK Ostbrandenburg die Unternehmen im digitalen Wandel. Sie bietet Orientierung, fördert den Wissenstransfer, stärkt digitale Kompetenzen und unterstützt den praxisnahen Einsatz digitaler Schlüsseltechnologien – insbesondere der Künstlichen Intelligenz. Darüber hinaus setzt sich die IHK für praxistaugliche Rahmenbedingungen ein. Ziel ist es, die digitale Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln.Zielstellungen:
- Digitale Verwaltung voranbringen
Die IHK unterstützt die Digitalisierung der Verwaltung in Ostbrandenburg. Wirtschaftsrelevante Verwaltungsvorgänge müssen zügig digitalisiert und vereinfacht werden. - Digitale Kompetenzen und Zukunftstechnologien stärken
Die IHK wird die Bildungsangebote zu Themen der digitalen Wirtschaft erweitern. Neue digitale Technologien, insbesondere Anwendungen der Künstlichen Intelligenz, werden systematisch beobachtet (Trendscout) und den Unternehmen praxisnah nähergebracht. - Know-how- und Technologietransfer ausbauen
Die IHK wird den Know-how- und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen stärker unterstützen. Dazu nutzt sie bestehende Netzwerke und baut neue Kooperationsformate auf.
- Digitale Verwaltung voranbringen
- 3. Energiewende gestalten und Perspektiven aufzeigen
Ostbrandenburger Unternehmen stellen sich den Herausforderungen der Energiewende und des Europäischen Green Deals. Die Energiekrise hat jedoch gezeigt, wie sich einseitige Abhängigkeiten insbesondere von Gas und Öl auf Versorgungssicherheit und Preise auswirken. Im Gegensatz zu anderen Regionen Deutschlands ist in Ostbrandenburg der Ausbau der erneuerbaren Energien weit vorangeschritten. Hohe Netzentgelte und hohe Abgaben auf die Energieträger führen jedoch nicht zu wettbewerbsfähigen Energiepreisen.Rein rechnerisch könnte sich Ostbrandenburg ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen. Tatsächlich werden aber nur ca. 20 % erneuerbare Energien am Primärenergieverbrauch genutzt. Dieses Paradox gilt es zu lösen. Speichertechnologien sind ein wichtiger Baustein der lokalen Energieinfrastruktur, sind aber in Ostbrandenburg noch zu wenig im Einsatz. Zudem müssen die Eigenstromversorgung erleichtert und Energiegemeinschaften im räumlichen Umfeld von mehreren Kilometern ermöglicht werden (Energy-Sharing).Die Energiewende im Wärme- und Gebäudesektor steckt noch in den Kinderschuhen. In Ostbrandenburg werden viele Anlagen mit fossilen Energien betrieben. Die zukünftige Wärmeversorgung hat ihre Potentiale in Niedertemperatur-Wärmenetzen, die über Solarthermie, Power-to-Heat-Lösungen oder Geothermie und Abwärme gespeist werden könnten.Eine systematische Steigerung der Energieeffizienz liegt im Eigeninteresse aller Unternehmen, da so Klimaschutzziele erreicht und Kosten gespart werden. Die Energieeffizienzpolitik der Landes- und Bundesregierung sollte diesen ständigen Prozess durch marktwirtschaftliche Anreize, Technologieoffenheit und die wirtschaftliche Belohnung betrieblicher Erfolge fördern. Nur so kann verhindert werden, dass die Energiewende die Wirtschaft übermäßig belastet.Die Bedeutung von Wasserstoff für das Gelingen der Energiewende ist in vielen innovativen Konzepten der Industriestandorte in Ostbrandenburg verankert. Mit der Wasserstoffstrategie des Landes werden Weichen in die Zukunft gestellt – neue Wertschöpfungsketten werden entstehen, wenn ausreichend Fachkräfte den Prozess begleiten und die erforderliche Infrastruktur ausgebaut ist.Zielstellungen:
- Energieeffizienz und CO₂-Reduktion in Unternehmen unterstützen
Die IHK Ostbrandenburg unterstützt Unternehmen bei der Einführung von Energieeffizienzmaßnahmen. Projekte wie Energiescout, die Ermittlung der CO₂-Bilanz in Unternehmen, die Weiterführung der Energieeffizienznetzwerke und deutsch-polnische Green-Deal-Projekte helfen insbesondere KMU, den Weg zur CO₂-Neutralität erfolgreich zu bewältigen. - Energieinfrastruktur und Speichertechnologien ausbauen
Die IHK Ostbrandenburg setzt sich für den Ausbau der Energieinfrastruktur und die Entwicklung von Speichertechnologien ein. - Wasserstoffstrategie und Wärmewende begleiten
Die IHK Ostbrandenburg begleitet kritisch die Umsetzung der Wasserstoffstrategie sowie den Aufbau des Wärmekatasters des Landes Brandenburg.
- Energieeffizienz und CO₂-Reduktion in Unternehmen unterstützen
- 4. Fachkräfte für die Region gewinnen und sichern
Jahrzehntelange Abwanderung und dramatische demografische Veränderungen haben auch in Ostbrandenburg zu einer Arbeits- und Fachkräftelücke geführt. Insbesondere der Abwanderung Jugendlicher gilt es durch das Aufzeigen beruflicher Perspektiven in Ostbrandenburg entgegenzuwirken. Um Lösungen für dieses zentrale Thema zu entwickeln, sind alle Erwerbspotentiale intensiv zu nutzen:Reserven sind zuerst bei den inländischen Arbeitskräften zu sehen. Hier ist der Staat mit seinen Lenkungsfunktionen gefragt. Die Bildungspolitik ist besser am Markt und den Erfordernissen der Wirtschaft auszurichten. Dazu ist auch die Berufsorientierung an Schulen zu stärken, um so mehr Jugendliche für eine duale Ausbildung zu interessieren und so auch die Wertigkeit beruflicher Bildungsabschlüsse zu steigern. Eine stärkere Leistungsorientierung an Schulen und Hochschulen ist mit Blick auf die Wirtschaft ebenso wichtig wie das Ausschöpfen von Potentialen älterer Menschen und die Integration von Menschen mit Handicap.Aber auch Ostbrandenburgs Unternehmen müssen in der Fachkräftesicherung neue Wege einschlagen. Neben der Verstärkung der eigenen Aus- und Weiterbildung ist die Erschließung neuer Erwerbspotentiale notwendig. Die schnelle und unbürokratische Integration von ausländischen Fach- und Arbeitskräften ist ein wesentlicher Schritt bei der Schließung der demografischen Lücke. Um die Integration von Geflüchteten und Migranten in die Gesellschaft und vor allem in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, sind klare Regelungen und kurze Verfahren erforderlich.Der demografische Wandel wirkt sich aber nicht nur negativ aus. Er bietet gerade jüngeren und gut qualifizierten älteren Fachkräften bessere Perspektiven auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Umso wichtiger ist es, Fachkräftepotentiale langfristig zu entwickeln und zu halten. Ebenso müssen Wege gefunden werden, den ländlichen Raum in seiner Versorgung zu sichern und wieder attraktiver zu gestalten. Nur so können Fachkräfteengpässe in Ostbrandenburg ausgeglichen werden.Zielstellungen:
- Berufliche Perspektiven in der Region stärken
Um Abwanderung zu vermeiden, werden Schülerinnen und Schülern sowie Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen attraktive berufliche Perspektiven in Ostbrandenburg aufgezeigt. Dazu zählt auch, die Wertigkeit der dualen Berufsausbildung weiter zu erhöhen. - Berufsorientierung systematisch ausbauen
Die IHK fordert die Stärkung der Berufsorientierung an allen Schulen des Landes. Dabei müssen praktische Erfahrungen sowie die enge Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft im Vordergrund stehen. - Zuwanderung als Chance für die Fachkräftesicherung nutzen
Die Zuwanderung von EU- und Nicht-EU-Bürgerinnen und Bürgern wird von der IHK als zentrales Element der Fachkräftesicherung in Ostbrandenburg gesehen. Unternehmen benötigen Unterstützungsinstrumente, Rechtssicherheit und Transparenz, um Ausbildung und Beschäftigung zu ermöglichen. Die IHK setzt sich auf Landes- und Bundesebene für entsprechende Rahmenbedingungen ein und beteiligt sich aktiv an geeigneten Projektinitiativen.
- Berufliche Perspektiven in der Region stärken
- 5. Infrastruktur, Mobilität und ländlichen Raum stärken
Eine leistungsfähige Infrastruktur ist ein zentraler Standortfaktor für Unternehmen, Fachkräfte, Gründerinnen und Gründer sowie Investoren in Ostbrandenburg. Verkehrswege, digitale Netze sowie eine verlässliche Energie- und Kommunikationsinfrastruktur bilden die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und gleichwertige Lebensverhältnisse in der gesamten Region.Die Straßeninfrastruktur spielt dabei eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Ostbrandenburgs. Insbesondere die Autobahn A12 und die Ostbahn als wichtige Ost-West-Achsen und weitere Verbindungen in den polnischen Wirtschaftsraum sind für Unternehmen, Logistik und Pendlerverkehr von herausragender Bedeutung. Steigende Verkehrsbelastungen auf überregionalen und regionalen Straßen verdeutlichen, dass Erhalt, bedarfsgerechter Ausbau sowie leistungsfähige Anbindungen im nachgeordneten Straßennetz unerlässlich sind, um Erreichbarkeit, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes dauerhaft zu gewährleisten.Die IHK Ostbrandenburg steht für einen Perspektivwechsel in der Betrachtung des ländlichen Raums. Erst die wirtschaftspolitische Sicherung des ländlichen Raums ermöglicht die Stabilität urbaner Zentren. Ländliche Regionen sind weit mehr als Produktions- oder Erholungsräume – sie bilden das Fundament für Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Resilienz und Lebensqualität in Städten und urbanen Zentren.Für Ostbrandenburg bedeutet dies, Infrastruktur ganzheitlich zu denken. Neben leistungsfähigen überregionalen Verkehrsachsen ist eine flächendeckende Erreichbarkeit im ländlichen Raum ebenso entscheidend wie eine moderne digitale Infrastruktur. Verlässliche Mobilität, leistungsfähige Netze sowie verkürzte Planungs- und Genehmigungsverfahren sind zentrale Voraussetzungen, um wirtschaftliche Aktivitäten zu sichern, Pendlerverkehre zu bewältigen und neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen.Zielstellungen:
- Infrastruktur als Fundament für wirtschaftliche Entwicklung sichern
Die IHK setzt sich für den Ausbau und den Erhalt eines leistungsfähigen, angebotsorientierten Infrastrukturnetzes ein. Dazu gehören insbesondere Straßen- und Schienenverbindungen, Wasserstraßen sowie regionale Landeplätze als wirtschaftliche Ankerpunkte im ländlichen Raum. - Erreichbarkeit und Mobilität im ländlichen Raum stärken
Die IHK engagiert sich für eine verlässliche Erreichbarkeit innerhalb der Region sowie für leistungsfähige Verbindungen zwischen ländlichem Raum und urbanen Zentren. Dazu zählen ein angebotsorientierter öffentlicher Personennahverkehr sowie beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte. - Digitale und logistische Vernetzung weiterentwickeln
Die IHK setzt sich für den Ausbau leistungsfähiger digitaler Netze sowie für die Stärkung des Logistikstandortes Ostbrandenburg ein. Ein flächendeckender Breitband- und Mobilfunkausbau, insbesondere beim 5G-Netz, ist Voraussetzung für wirtschaftliche Aktivität, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit im ländlichen Raum.
- Infrastruktur als Fundament für wirtschaftliche Entwicklung sichern
- 6. Nachhaltig wirtschaften, Umwelt und Klima schützen
Der schonende und nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Luft, Wasser und Boden ist Teil des Selbstverständnisses der ostbrandenburgischen Wirtschaft und folgt der Leitidee des Ehrbaren Kaufmanns. Umwelt- und Klimaschutz sind dabei nicht nur gesellschaftliche Aufgaben, sondern auch wirtschaftliche Notwendigkeiten. Werden Ressourcen nicht ausreichend geschützt, drohen langfristige ökologische Schäden und erhebliche wirtschaftliche Folgekosten.Mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 setzt die Europäische Union durch den European Green Deal und den Clean Industrial Deal neue Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln. Die Reduzierung von CO₂-Emissionen, ein effizienterer Ressourceneinsatz sowie der Ausbau erneuerbarer Energien sollen mit der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit verbunden werden. Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und neue Technologien eröffnen dabei neben zusätzlichen Anforderungen auch Chancen für Innovationen und neue Geschäftsfelder. Die IHK Ostbrandenburg begleitet diesen Transformationsprozess aktiv durch eigene Projekte und Initiativen. Durch grenzüberschreitende Projekte wie POLSMA sowie GoGreen werden Unternehmen praxisnah unterstützt, vernetzt und bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen begleitet.Die Wirtschaft in Ostbrandenburg steht grundsätzlich zu den Klimazielen. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Transformation sind jedoch Zeit, Planungssicherheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen erforderlich. Investitionen in klimafreundliche Technologien und Infrastrukturen setzen insbesondere einen konsequenten Abbau bürokratischer Hürden voraus. Vereinfachte und beschleunigte Genehmigungs- und Planungsverfahren – insbesondere im Immissionsschutz- und Planungsrecht – sind entscheidend, um unternehmerisches Engagement zu ermöglichen und wirtschaftliche Entwicklung nicht zu hemmen.Eine besondere Bedeutung kommt der Ressource Wasser zu. Eine sichere, bezahlbare und verlässliche Wasserversorgung ist eine zentrale Voraussetzung für die wirtschaftliche Zukunft in Ostbrandenburg und der Hauptstadtregion. Klimatische Veränderungen sowie steigende Nutzungsansprüche erhöhen den Druck auf diese Ressource. Gleichzeitig bietet der Ausbau der Kreislaufwirtschaft die Möglichkeit, Materialien und Rohstoffe effizienter zu nutzen und zirkuläre Wertschöpfungsketten zu stärken. Voraussetzung dafür sind ein sachlicher öffentlicher Diskurs, eine belastbare Datenbasis sowie eine enge länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung.Zielstellungen:
- Transformation zu nachhaltigem Wirtschaften praxisnah unterstützen
Die IHK Ostbrandenburg unterstützt die gewerbliche Wirtschaft bei der Umsetzung des European Green Deal und des Clean Industrial Deal durch Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote sowie themenspezifische Netzwerke. Sie fordert die Politik auf, Genehmigungs- und Planungsverfahren zu beschleunigen und bürokratische Hemmnisse abzubauen. - Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft stärken
Die IHK setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen ein und unterstützt den Ausbau zirkulärer Wertschöpfungsketten, ressourcenschonender Produktionsweisen und des Recyclings. - Wasserversorgung wirtschaftlich tragfähig sichern
Die IHK fordert ein länderübergreifendes Wassermanagement, das Versorgungssicherheit gewährleistet und wirtschaftliche Belastungen fair verteilt. Sie begleitet aktiv die Novellierung des Brandenburger Wassergesetzes sowie die Ausgestaltung von Wassernutzungsentgelten, um Bezahlbarkeit und Planungssicherheit für Unternehmen sicherzustellen.
- Transformation zu nachhaltigem Wirtschaften praxisnah unterstützen
- 7. Grenzen überwinden und Märkte öffnen
Nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine sortiert sich die globale Welt neu: Geopolitische und technologische Veränderungen, Nachhaltigkeitsanforderungen, zunehmender Protektionismus, Handelshemmnisse und die Erosion multilateraler Regelwerke ändern die internationale Arbeitsteilung von Grund auf.Offene Märkte und regelbasierter internationaler Handel sind demgegenüber ein Motor für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Nur mit einer Europäischen Union, die auch an dieser Stelle entschlossen und geschlossen auftritt, haben Unternehmen im internationalen Wettbewerb eine Chance. Ein unausgewogenes Lieferkettengesetz oder europäische Bürokratie wie die A1-Bescheinigung wirken dabei hemmend.Die geografische Lage Ostbrandenburgs bietet große Potenziale für die in der Region ansässigen Unternehmen. Gleich drei transeuropäische Verkehrskorridore kreuzen sich hier. Gleichzeitig treffen staatliche Eingriffe in den Markt auch Unternehmen aus Ostbrandenburg. So stellt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Unternehmen vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, neue und stabile Außenwirtschaftsbeziehungen aufzubauen, die auch politischen Veränderungen standhalten.Polen ist und bleibt der wichtigste Handelspartner Ostbrandenburger Unternehmen. Über Handelsbeziehungen und den grenzüberschreitenden Dienstleistungsaustausch werden die Beziehungen zu den Nachbarstaaten – trotz politisch herausfordernder Rahmenbedingungen – weiter gestärkt. Die steigende Zahl polnischer Unternehmensansiedlungen in Ostbrandenburg unterstreicht diese Entwicklung.Die deutsch-polnische Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Umwelt, Fachkräfte und Infrastrukturentwicklung ist weiter zu fördern. Die Intensivierung der Kontakte zu Partnerkammern, insbesondere im Rahmen von Interreg-Projekten und der Kammerunion Elbe/Oder, ist von besonderer Bedeutung.Zielstellungen:
- Freihandel und regelbasierte Märkte stärken
Die IHK setzt sich für eine liberale Handelspolitik auf multilateraler Ebene sowie für ausgewählte regionale Handelsabkommen ein. Internationale Handelshemmnisse und protektionistische Maßnahmen sollen abgebaut werden. - Deutsch-polnische Wirtschaftsbeziehungen ausbauen
Die IHK wird weiterhin deutsch-polnische Netzwerke und Projekte entwickeln und sich dafür einsetzen, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zum Nachbarland Polen nachhaltig gestärkt werden. - Unternehmen bei Internationalisierung und Lieferketten unterstützen
Die IHK unterstützt insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen beim Erschließen neuer internationaler Märkte sowie bei der Diversifizierung und Stabilisierung ihrer Lieferketten.
- Freihandel und regelbasierte Märkte stärken
Zum Antwortformular
Bitte beteiligen Sie sich bis zum 20. Februar 2026 über das hier zu öffnende Antwortformular zur Strategie IHK Ostbrandenburg.
Hinweis: Sie können sich ausschließlich als Mitgliedsunternehmen der IHK Ostbrandenburg beteiligen.
Hinweis: Sie können sich ausschließlich als Mitgliedsunternehmen der IHK Ostbrandenburg beteiligen.
