FORUM - Das Wirtschaftsmagazin
Nr. 7059390
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Leitet den Betrieb: Wirtschaftsingenieur Peter Einhorn
Fokus Region.

Festhalten ist ihr Kerngeschäft

Allsafe ist ein Spezialist für Ladungssicherung. „Wir produzieren alles, was dazu dient, etwas festzuhalten“, erklärt Werkleiter Peter Einhorn. Schienen, Gurte, Netze, Ladebalken und weitere Produkte zählen dazu. Sie sorgen nicht nur dafür, dass Flugzeugsessel samt Passagieren fest an ihrem Platz bleiben. Speditionen setzen in ihren Lkw-Trailern Systeme von allsafe ein. Handwerker sichern damit Material und Werkzeug in ihren Transportern. Autobauer verankern Sitze im Fahrzeug.
Seinen Stammsitz hat das Unternehmen in Engen in Baden-Württemberg. 2019 kam die allsafe GmbH & Co. KG auch nach Fürstenwalde. Bei der Ansiedlung half damals die IHK Ostbrandenburg. Heute stellen 55 Mitarbeiter in einer 6.000 Quadratmeter großen Halle Ladungssicherungen für Fahrzeuge und die Luftfahrt her. Das Werk setzt damit im Jahr rund 23 Millionen Euro um. Die Fertigung in Fürstenwalde ist vielfältig. Hightech-Automaten fräsen, bohren und sägen Schienen und Balken aus Aluminium. Viele Montagearbeiten hingegen erfordern noch Handarbeit. Außerdem werden im Werk Gurte und große Spannnetze genäht.

Für Reparaturprogramm ausgezeichnet

Wenn es eilig ist, sollen Produkte sehr schnell zu den Kunden kommen. Aufträge, die bis 14 Uhr eingehen, werden über Nacht oder früh am nächsten Tag abgearbeitet. Dann kann die Lieferung mittags auf den Lkw. „Das ist ein Vorteil gegenüber preiswerteren Wettbewerbern“, erläutert Peter Einhorn. Der Wirtschaftsingenieur leitet das Werk seit knapp drei Jahren. Stolz ist er auch auf das Reparaturprogramm von allsafe.
In der Werkhalle stehen Container voller verbogener Metallstangen. Beim Be- und Entladen von Lkw ramponieren Gabelstapler immer wieder Sicherungssysteme. Allsafe bietet Kunden Boxen an für defekte oder verschlissene Teile wie Ladebalken, Klemmbalken oder Sperrstangen. Das Unternehmen nimmt dabei auch beschädigte Komponenten anderer Hersteller an. „Wir reparieren gerne, wo es möglich ist“, sagt Peter Einhorn. Etwa die Hälfte der Teile soll so wiederverwendet werden. Kunden müssen weniger neu kaufen und sparen Geld. Für das Reparaturprogramm hat allsafe mehrere Preise bekommen, darunter den Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2022.
Allsafe will auch seine Produktion klimafreundlicher gestalten. Das Unternehmen hat erfasst, wie viel CO2 es ausstößt. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach spart Strom aus fossilen Quellen und senkt so den Ausstoß.
Den größten Teil der CO2-Emissionen verursachen aber die zugekauften Materialien. Vor allem das Aluminium fällt ins Gewicht. Rund 3.800 Tonnen davon verarbeitet das Werk in Fürstenwalde im Jahr. „Beim Einsparen von CO2 haben wir hier den größten Hebel“, sagt Einhorn. Sogenanntes grünes Aluminium mit besserer CO2-Bilanz sei zwar teurer, mache aber bereits knapp ein Drittel der Menge aus. Das Interesse daran steige. Viele Kunden wollen ihre Lieferketten klimafreundlicher aufbauen.

Mitarbeiter sind am Gewinn beteiligt

Zur Firmenphilosophie gehört neben der umweltfreundlicheren Produktion auch, dass die Mitarbeiter am Erfolg mitverdienen. Allsafe gibt bis zu 25 Prozent des Gewinns an die rund 250 Beschäftigten in Engen und Fürstenwalde weiter. Außerdem können Mitarbeiter je nach Betriebszugehörigkeit Genussscheine kaufen und sich so zusätzlich am Unternehmen beteiligen. „Wir wollen damit den Unternehmergeist unserer Mitarbeiter wecken“, betont Werkleiter Einhorn.
FORUM/Ina Matthes

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