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Unternehmer mit 18 Jahren
Die Firma Winter Media Unternehmergesellschaft (UG) aus Frankfurt (Oder) macht kleine und mittelständische Betriebe in den sozialen Netzwerken sichtbar. Geschäftsführer ist der erst 18-jährige Joshua Winter. Er hat die Schulbank mit der Freiheit und den Risiken eines Unternehmers getauscht.
Den skeptischen Blick des Vermieters hat Joshua Winter wohl gespürt, als er den Mietvertrag für die Gewerberäume im Frankfurter Kornspeicher unterzeichnete.
„Er fragte mich, ob ich denn genügend Aufträge hätte.“ Letzten Sommer war das, als die Kinderzimmeridee bereits Realität geworden war. Drei Tage nach seinem 18. Geburtstag ist er zum Notar gegangen und gründete sein erstes Unternehmen. Seine Eltern davon zu überzeugen, den richtigen Weg für sich gefunden zu haben, war nur eine von vielen Hürden, die der gebürtige Frankfurter überwinden musste.
Hobby zum Geschäft gemacht
Die Schulbank, gesteht Joshua Winter, war nicht so sein Ding. Anderthalb Jahre vor dem Abitur am „Konrad-Wachsmann“-Oberstufenzentrum Frankfurt kam das vorzeitige Aus. Im Unterricht bastelte er auf dem Laptop lieber an seiner unternehmerischen Zukunft, als sich an der mathematischen Kurvendiskussion zu beteiligen. Ein halbes Jahr habe er gebraucht, seine Eltern vom Schulabbruch zu überzeugen.
Leitet die Kundenprojekte: Alex Grundemann (l.). Sieben Mitarbeiter gehören zum Team.
„Meine Eltern waren am Anfang nicht begeistert, weil sie ja auch wollten, dass ich am Ende was Handfestes habe.“ Aber irgendwann lief es so gut, „dass ich meinen Eltern zeigen konnte, es funktioniert“. Angefangen hatte alles im heimischen Familiengarten. Kleine Filme drehen und schneiden, bei Instagram oder TikTok hochladen und aufgeregt warten, wie sich Reichweiten entwickeln und Zugriffszahlen erhöhen. „Das war mein Hobby, und aus dem entwickelte sich ein Unternehmen.“
Großes Interesse am Tabuthema Tod
Erster Kunde war Winters Onkel, der in Frankfurt ein Bestattungshaus betreibt. Den hatte er schon vor der eigenen Unternehmensgründung in Sachen Marketing beraten und gemerkt, dass es großes Interesse am einstigen Tabuthema Tod gibt. In den sozialen Medien hätten die Videos „bis zu 100.000 Leute direkt erreicht“, so Joshua Winter. Durch den Erfolg wurden andere Bestattungshäuser auf ihn aufmerksam, hinzu kam die Kaltakquise.
„Ich habe auf Google geguckt, welche Bestatter es in Deutschland gibt. Und die habe ich einfach angerufen.“ Die Bestatterbranche wurde damit zum ersten Standbein der Winter Media UG. Auf ihrer Internetseite wirbt das Unternehmen heute damit, Wachstum für Bestatter zu schaffen. Man transformiere Tradition in digitale Marktführerschaft und sichere dadurch die Anfragen von morgen, heißt es dort. Winter Media bringt inzwischen mehr als nur Bestattungshäuser in die sozialen Medien.
Das Team, das niemals schläft: So stellt sich die Crew von Winter Media auf der Website augenzwinkernd selbst vor. Tadeo Koziel (l.) arbeitet im Vertrieb.
Garten- und Landschaftsbauer, Einzelhändler oder auch Gärtnereien vertrauen auf die Kompetenz des jungen Frankfurter Medienunternehmens. Man bringe die Firmen dorthin, wo ihre Kunden sind. Soziale Medien seien längst mehr als Unterhaltung, sagt Joshua Winter. Sie würden auch immer wichtiger werden, wenn es um die Mitarbeitersuche gehe. „Wir schauen uns an, welche Inhalte produziert werden müssen, um die richtigen Leute zu erreichen.“
Bis Mitternacht gelernt
Sieben Mitarbeiter kümmern sich inzwischen bei Winter Media um Akquise, Beratung, Dreh, Schnitt und Vertonung. Für den 18-jährigen Chef ist das eine große Verantwortung. Dazu kommt, dass ihm aufgrund seines Alters viele skeptisch gegenübergetreten sind. Die Unerfahrenheit sieht Winter aber auch als Vorteil an. „Über manche Probleme denkt man überhaupt nicht nach.“ Und was man nicht wisse, könne man sich schließlich heute im Internet erlesen, ergänzt er. Auch wenn das zeitaufwendig ist.
Anfangs habe er oft nach den Geschäftszeiten bis Mitternacht gelernt und sich fehlendes Wissen angeeignet. Zudem hat Joshua Winter eine Beratungsfirma an seiner Seite. Sie steht bei unternehmerischen Fragen zur Verfügung und berät die Mitarbeiter der Winter Media UG in Fragen des Vertriebs. Weitere Unterstützung habe Winter beim Aufbau seiner Firma nicht bekommen, aber auch nicht aktiv eingefordert.
Kümmert sich um den Vertrieb: Fabio Buddas (l.) mit Joshua Winter.
Eine Rückkehr auf die klassische Schulbank oder eine Ausbildung schließt Joshua Winter derzeit für sich aus. Weil er kein „Schulmensch“ sei und weil sich auch Schule ändern müsse. „Bei mir haben die Lehrer immer mit Lachen reagiert, wenn ich gesagt habe, ich werde ein Unternehmen gründen.“ Dabei sei es Aufgabe von Schule, zumindest die Möglichkeit aufzuzeigen, dass es auch andere Wege gebe, erfolgreich zu werden.
Auf Wachstum ausgelegt
Die Firmenräume im Kornspeicher in der Frankfurter Josef-Gesing-Straße sind auf Wachstum ausgelegt. Großzügige Büros und Beratungsräume, ein eleganter Empfang – viel Platz, um sich kreativ zu entfalten. Zeit, sich um Einrichtung und Details zu kümmern, war aber noch nicht. Joshua Winter legt derzeit lieber Wert darauf, neue Kunden zu gewinnen, das Unternehmen zu stabilisieren und weiter wachsen zu lassen.
Er weiß, dass die sozialen Medien ein sehr schnelllebiger Markt sind, auf dem sich viele Agenturen wie die seine tummeln. Deshalb investiert er auch alles in die Firma. Was nütze es, „einen tollen Porsche vor der Tür zu haben, wenn das Unternehmen brüchig ist“. Das ist auch ein Grund dafür, warum er die nächsten Monate noch bei seinen Eltern wohnt – auch wenn er längst Unternehmer ist.
Bleibt die abschließende Frage, was Joshua Winter von viel diskutierten Verboten von Tik-Tok, Insta und Co. für Kinder und Jugendliche hält? Die Antwort des gerade Volljährigen ist kurz: „Ich glaube, ein Verbot zieht die jungen Leute noch viel mehr an.“
FORUM/Michael Lietz
Wie die IHK beim Gründen hilft.
Gründern wie Joshua Winter hilft die IHK Ostbrandenburg beim Start ins Geschäftsleben. Für sie ist die Unternehmenswerkstatt Brandenburg die richtige Anlaufstelle. Über diese digitale Plattform unterstützt die IHK Ostbrandenburg bei der Gründung und Sicherung von Unternehmen und auch bei der Unternehmensnachfolge.
Wie hilft die Werkstatt Gründern?
Für junge Gründer eignet sich das Modul „Ich mache mich selbstständig“ besonders gut. Sie können dort an ihrer Geschäftsidee arbeiten. Die Plattform bietet ein Grundgerüst, mit dem sie ihr Unternehmenskonzept erstellen können. Dort finden sie unter anderem ein Businessplan-Tool mit Begleittexten und einen vordefinierten Finanzplan, der bankenkonform ist. Darüber hinaus können Musterkaufverträge aufgerufen werden, es gibt einen Rechtsformfinder und ein Tool zur Analyse der wirtschaftlichen Kennzahlen. Die Dokumente werden durch Begleittexte oder auch Videos erklärt. Zudem können Gründer über das Portal erfahrene Experten der IHK kontaktieren. Sie beantworten im Online-Chat oder per Videocall Fragen und helfen mit Ratschlägen. Der Zugang zum Onlineportal ist für Gründer kostenlos, ebenso wie der Rat der IHK-Experten. Diese begleiten durch alle Phasen der Gründung.
Welchen Wert haben die Dokumente?
Businesspläne nach den Vorgaben der Unternehmenswerkstatt sind von Arbeitsagenturen, Förderinstituten, Banken und Versicherungen anerkannt. Bei noch minderjährigen Gründern muss das Familiengericht die Gründung erlauben. Die Gerichte fordern dann oft eine Stellungnahme der IHK an. Es geht darum, einzuschätzen, ob die Geschäftsidee wirtschaftlich trägt und der Gründer seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Auch dafür ist die Unternehmenswerkstatt hilfreich. Denn dort können alle Dokumente zur Gründung gut auffindbar hinterlegt und bearbeitet werden.
Gründern wie Joshua Winter hilft die IHK Ostbrandenburg beim Start ins Geschäftsleben. Für sie ist die Unternehmenswerkstatt Brandenburg die richtige Anlaufstelle. Über diese digitale Plattform unterstützt die IHK Ostbrandenburg bei der Gründung und Sicherung von Unternehmen und auch bei der Unternehmensnachfolge.
Wie hilft die Werkstatt Gründern?
Für junge Gründer eignet sich das Modul „Ich mache mich selbstständig“ besonders gut. Sie können dort an ihrer Geschäftsidee arbeiten. Die Plattform bietet ein Grundgerüst, mit dem sie ihr Unternehmenskonzept erstellen können. Dort finden sie unter anderem ein Businessplan-Tool mit Begleittexten und einen vordefinierten Finanzplan, der bankenkonform ist. Darüber hinaus können Musterkaufverträge aufgerufen werden, es gibt einen Rechtsformfinder und ein Tool zur Analyse der wirtschaftlichen Kennzahlen. Die Dokumente werden durch Begleittexte oder auch Videos erklärt. Zudem können Gründer über das Portal erfahrene Experten der IHK kontaktieren. Sie beantworten im Online-Chat oder per Videocall Fragen und helfen mit Ratschlägen. Der Zugang zum Onlineportal ist für Gründer kostenlos, ebenso wie der Rat der IHK-Experten. Diese begleiten durch alle Phasen der Gründung.
Welchen Wert haben die Dokumente?
Businesspläne nach den Vorgaben der Unternehmenswerkstatt sind von Arbeitsagenturen, Förderinstituten, Banken und Versicherungen anerkannt. Bei noch minderjährigen Gründern muss das Familiengericht die Gründung erlauben. Die Gerichte fordern dann oft eine Stellungnahme der IHK an. Es geht darum, einzuschätzen, ob die Geschäftsidee wirtschaftlich trägt und der Gründer seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Auch dafür ist die Unternehmenswerkstatt hilfreich. Denn dort können alle Dokumente zur Gründung gut auffindbar hinterlegt und bearbeitet werden.
Kontakt
Dr. Ralf Katzke
Referent Unternehmensbetreuung
Regionalcenter Oderland
