FORUM - Das Wirtschaftsmagazin
Nr. 7022610
4 min Lesezeit
Der Supermarkt in Spanien.
koennenlernen

„Man wächst an so einem Auslandsaufenthalt enorm“

Einmal im Ausland arbeiten – und dann auch noch im sonnigen Spanien? Dieser Traum ging für Elina (21) und Kevin (23) im Oktober 2025 in Erfüllung. Die angehenden Fachkräfte für Lagerlogistik bei Tesla in Grünheide durften einen Monat über das EU-Austauschprogramm Erasmus+ nach Sevilla reisen. Der Trip brachte eine Menge neue Erfahrungen und unvergessliche Erinnerungen.
Anfangs hatte Elina etwas Angst, ihre vertraute Umgebung zu verlassen und sich auf ein neues Land ohne Spanischkenntnisse einzustellen. Sie ist erst seit zweieinhalb Jahren in Deutschland und stammt ursprünglich aus Kirgisistan. Heute wohnt sie in Frankfurt (Oder) und ist stolz darauf, ihre Ausbildung bei Tesla zu absolvieren.
Auch Kevin schätzt die Vorteile, die er als Azubi bei Tesla hat. Für die Ausbildung zog der 23-Jährige extra aus Emden in Niedersachsen nach Fürstenwalde. Die abwechslungsreichen Aufgaben und die hohe Ausbildungsqualität gefallen ihm besonders. „Es ist ein sehr besonderer Spirit hier“, sagt er.

Die unkomplizierte Vorgeschichte

Ohne die Unterstützung von Tesla wäre der Austausch nach Sevilla nicht möglich gewesen. Schon im ersten Lehrjahr wurden Elina und Kevin gefragt, ob sie sich einen Auslandsaufenthalt vorstellen könnten. Sie hatten vorher noch nie etwas von dieser Möglichkeit gehört und sagten sofort zu.
Jetzt hieß es nur noch: Bewerbung schreiben und Flüge buchen. Die Kosten für Reise und Unterkunft übernahm das europäische Förderprogramm Erasmus+. Es unterstützt Auszubildende dabei, Praktika in anderen EU-Ländern zu absolvieren. Ziel ist es, die europäische Berufsbildung zu vernetzen und zu modernisieren. Ein Auslandsaufenthalt soll die fachlichen Kompetenzen stärken, den Austausch fördern und neue Kontakte ermöglichen.

Aufbruch und Arbeit in Spanien

Anfang Oktober 2025 begann die Reise für Elina und Kevin. Sie wohnten am Stadtrand von Sevilla und brauchten etwa 20 Minuten ins Zentrum. Während in Brandenburg schon Herbstwetter herrschte, war es in Südspanien noch rund 30 Grad warm – fast den ganzen Oktober lang.
„Wir konnten kein Wort Spanisch“, erinnert sich Kevin. Trotzdem starteten sie direkt mit der Arbeit. Ihr Auslandspraktikum absolvierten beide in einem Supermarkt und arbeiteten dort in verschiedenen Bereichen: Sie sortierten Regale, halfen in der Warenannahme und -ausgabe und unterstützten in der Backwarenabteilung. Für Elina und Kevin war das eine besondere Erfahrung – sie lernten ein völlig neues Arbeitsumfeld kennen und eigneten sich ein paar spanische Wörter an. „Zum Glück konnte der Manager auch etwas Englisch. Sonst wären wir wohl aufgeschmissen gewesen“, meinte Elina mit einem Schmunzeln.

Persönliche Momente

Gearbeitet wurde fünf Tage die Woche, jeweils von 9 bis 14.30 Uhr. So blieb genug Zeit, die Stadt zu erkunden und neue Menschen kennenzulernen. An den Wochenenden organisierte der Erasmus-Club in Sevilla Ausflüge in benachbarte Städte und Naturparks. Kevin besuchte sogar Gibraltar. „Die Affen sind dort wirklich so wild, wie man es aus Filmen kennt“, erzählt er.
Elina genoss vor allem die Ruhe in Sevilla. Sie spazierte gerne im Park, entdeckte spanische Geschäfte und entspannte sich auf den großen Plätzen der Stadt. Sie bereut es nicht, ihre Komfortzone verlassen zu haben, und ist auch ein wenig stolz auf sich. Die internationalen Erfahrungen, die sie in Spanien gesammelt hat, empfindet sie als sehr bereichernd. „Man wächst an so einem Auslandsaufenthalt enorm“, sagt sie.
„Die Zeit in Sevilla hat mir unglaublich viel gegeben“, berichtet Kevin rückblickend. Er hat einen tieferen Einblick in Land und Leute bekommen. Besonders schätzt er die Mentalität der Spanier: ihre Gelassenheit, Offenheit und die andere Art zu arbeiten. Für ihn wurde während der Reise auch deutlich, wie wenig selbstverständlich die Freizügigkeit innerhalb der EU ist. Schließlich hat die EU diesen Austausch überhaupt möglich gemacht. „Es sind Erinnerungen für die Ewigkeit, die in Sevilla entstanden sind“, sagt er.

Zurück in Deutschland

Die vier Wochen vergingen für beide wie im Flug – vielleicht sogar etwas zu schnell, meint Kevin schmunzelnd. Würden sie das Projekt weiterempfehlen? „Auf jeden Fall!“, sagen beide ohne Zögern. Die nächsten Flüge nach Sevilla sind schon gebucht – diesmal nicht zum Arbeiten, sondern, um neue Freunde zu besuchen und die Stadt weiter zu entdecken. „Es war der schönste Oktober in unserem Leben“, fasst Elina zusammen und denkt gerne an die Erlebnisse in Sevilla zurück.
FORUM/Jakob Gilg
Michael Völker
Leiter
Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung