Personalpläne

Erholung des Arbeitsmarktes verlangsamt sich

Mit den trüberen Aussichten dämpfen sich auch die Erwartungen an den Beschäftigungsaufwuchs. Der Indikator der Personalplanungen zählt 14 Punkte. Damit bleibt der Arbeitsmarkt zwar weiterhin auf einem stabilen Wachstumskurs, aber etwas weniger dynamisch als im Herbst 2021 – fast alle Branchen verlieren an Schwung. Eine Ausnahme bildet der Handel, sowohl in Berlin als auch in Brandenburg. Während das Stellenangebot im Herbst noch stagnierte, wollen nun wieder deutlich mehr Unternehmen Beschäftigung aufbauen. In beiden Ländern stieg der entsprechende Saldo um elf Punkte.

Daneben signalisiert auch die Baubranche in Berlin ein beschleunigtes Beschäftigungswachstum. Dagegen nimmt die Zahl von Unternehmen, die mit wachsenden Beschäftigtenzahlen rechnen, in der Berliner Industrie und bei den Berliner Dienstleistungsunternehmen ab. Beim Gastgewerbe wollen zwar weiterhin 35 Prozent der Unternehmen einstellen, aber die Zahl der Unternehmen, die sich von Mitarbeitern trennen müssen, ist deutlich von neun auf 24 Prozent gestiegen. Damit
verlangsamt sich der Stellenzuwachs hier deutlich.

In Brandenburg ist die Entwicklung beiden Unternehmen der Gastronomie dagegen stabil. Es ist lediglich mit einem leichten Rückgang der Beschäftigtenzahlen zu rechnen. Sowohl in der Brandenburger Industrie als auch im Dienstleistungsbereich ist dagegen mit einem leichten Beschäftigungszuwachs zu rechnen. Die Baubranche signalisiert einen Personalabbau. Der Saldo fiel deutlich um zwölf Punkte vom Herbst 2021 auf den aktuellen Zähler von -12 Punkten. Die Branche befürchtet auf Grund der starken Preisentwicklung eine nachlassende Baunachfrage und entsprechend weniger Aufträge.

Im Zuge der Krise fiel die Bedeutung der Fachkräfteverfügbarkeit kurzfristig hinter andere gravierende Risiken zurück. Allerdings ist davon heute nichts mehr zu spüren. Von 73 Prozent der Unternehmen genannt, liegt dieser Risikofaktor nicht nur weit vor allen anderen genannten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, er erreicht auch einen Spitzenwert. Bei der Betrachtung der Erwartungen zur Personalentwicklung muss daher auch berücksichtigt werden, dass die Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten signalisieren, Beschäftigte zu finden und deshalb die Erwartungen an die Beschäftigtenentwicklung getrübt sein könnte.
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