Geschäftslage

Erholung legt Pause ein

Die Geschäfte verlieren verglichen zum Herbst etwas an Schwung – der Geschäftslageindikator, errechnet aus positiven und negativen Einschätzungen, notiert bei aktuell 29 Punkten nach 33 im Herbst. Die wirtschaftliche Erholung der letzten zwölf Monate pausiert zu Jahresbeginn.

Zwar verringert sich die Geschäftsdynamik nur in wenigen Branchen – etwa dem Gastgewerbe in Folge wieder schärferer Coronaregeln – doch gewinnt keine Branche im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich an Dynamik dazu: Massive Preissteigerungen bei Vorprodukten und Energie, begleitet von Lieferschwierigkeiten sowie Produktionsengpässe in Folge von fehlendem Personal behindern die weitere Erholung der Geschäfte. Die Industrie der Metropolregion schlägt sich angesichts dieser Probleme vergleichsweise gut, der Lageindikator steigt um sechs Punkte auf 34 Zähler. Doch es ist noch ein weiter Weg zur Dynamik der Vorkrisenzeit, als der Indikator 50 und mehr Punkte zählte. Zumindest stabil entwickeln sich die Geschäfte des Baugewerbes seit dem Herbst. Trotz rasant gestiegener Erzeugerpreise berichtet die Mehrzahl der Unternehmen von guten Geschäften. Die strukturell hohe Nachfrage nach Wohnraum in der Region dürfte wesentlich dafür verantwortlich zeichnen.

Die Geschäftsdynamik im Dienstleistungsgewerbe Berlin-Brandenburgs gibt leicht nach. Der Lageindikator beträgt nur noch 34 Zähler nach 37 im Herbst 2021 – kein gravierender, aber doch ein enttäuschender Rückgang. Die Branche prägt die hiesige Wirtschaftsstruktur und bremst durch ihre zögerliche Erholung insgesamt die Konjunktur in der Region. Auch der Handel muss einen leichten Rückschlag verkraften, der Lageindikator zählt nur 18 Punkte. Vor der Krise übertraf dieser zu Jahresbeginn – nach dem Weihnachtsgeschäft – oft die Marke von 40 Punkten. Konsumzurückhaltung und die fortschreitende Verlagerung vom stationären zum Onlinehandel, setzen viele Händler weiterhin unter Druck. Massiv verschlechtern sich die Einschätzungen im Gastgewerbe. Nach einem bereits niedrigen Indikatorwert von einem Punkt im Herbst sackt dieser auf aktuell -73 Zähler. Schlechter lag die Zeitreihe nur im Frühjahr 2021 mit -91 Punkten. Die Branche bleibt weiterhin auf Coronahilfen angewiesen und braucht zügig eine belastbare Wachstumsperspektive.
Geschäftslage_01