Konjunkturklimaindex

Dämpfer für den Aufschwung

Das konjunkturelle Klima in der Metropolregion kühlt zu Beginn des Jahres ab. Im Vergleich zum vergangenen Herbst sinkt der Geschäftsklimaindikator um sechs Punkte auf 116. Hatte sich die Stimmung in der Wirtschaft seit dem Herbst 2020 von Umfrage zu Umfrage leicht aufgehellt, erfährt diese nun einen Dämpfer. Die Hoffnung auf einen ungebrochenen Erholungstrend, der rasch in einen Aufschwung übergeht, muss zwar nicht aufgegeben, aber aktuell zurückgestellt werden. Die Rückkehr zu einer kräftigen konjunkturellen Dynamik wird kein Selbstläufer sein, da dieser Prozess für strukturelle und politische Einflüsse sehr anfällig ist.

Der konjunkturelle Gegenwind hatte sich im Verlauf des vierten Quartals des zurückliegenden Jahres immer stärker aufgebaut: Die schwer einschätzbaren Folgen der Omikron-Welle und der Maßnahmen zu deren Eindämmung, gepaart mit den offenkundiger werdenden Sekundärfolgen der Pandemie, namentlich der Krise der Lieferketten und dem Mangel an Arbeitskräften sowie den rasant gestiegenen Preisen für Rohstoffe und Energie, haben die wirtschaftliche Dynamik vieler Branchen gebremst, in einigen Fällen sogar verringert.

Doch ist die Pandemie ihren direkten Effekten nach weniger konjunkturbestimmend als noch vor einem Jahr: Abgesehen vom Gastgewerbe und den persönlichen Dienstleistern, die die Last der Anticoronamaßnahmen überwiegend schultern, reagiert das Geschäftsklima der übrigen Branchen weniger deutlich auf die Coronadynamik. Bau- und Industriebetriebe kämpfen aktuell vor allem mit verlängerten Lieferzeiten. Praktisch alle Unternehmen verzeichnen steigende Kosten und können häufiger freie Stellen nicht besetzen – neue Aufträge müssen daher abgelehnt, bestehende können nur verzögert abgearbeitet werden. Das kostet die Unternehmen Einnahmen, worunter ihre Investitions- und Personalplanungen leiden – und damit das Wachstum der gesamten Region.

Die Wirtschaft steuert bis auf Weiteres in aufgewühltem Fahrwasser, an sicheren Orientierungspunkten mangelt es derzeit. Umso wichtiger ist für die Unternehmen ein verlässlicher politischer Rahmen, der wachstumsfreundliche, langfristige Planungen ermöglicht und dabei hilft, exogene Risiken abzumildern.
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