IHK-Fachausschuss Mobilität und Infrastruktur: Wettbewerbsfähigkeit stärken und Wohlstand sichern
„Wir sind auf über 70 Märkten weltweit aktiv, doch die Standortbedingungen in Deutschland machen es uns derzeit nicht leicht. Die Politik muss endlich verstehen, dass erfolgreiche Wirtschaft wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen benötigt, um auch weiter erfolgreich zu sein: Steuern und Energiekosten müssen runter. Investitionen dürfen nicht an Bürokratie scheitern“, forderte Bernard Krone, Aufsichtsratsvorsitzender der KRONE Gruppe, bei seiner Begrüßung des IHK-Fachausschusses Mobilität und Infrastruktur, der jüngst am Stammsitz der Krone-Gruppe in Spelle tagte.
Der IHK-Fachausschuss Mobilität und Infrastruktur tagte bei der KRONE Gruppe am Standort in Spelle und sprach über die Notwendigkeit wirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen.
Krone kritisierte wettbewerbsschädigende Bürokratie am Beispiel der CO2-Reduktionsziele der EU, die ab 2030 auch Sattelauflieger einbeziehen. Dies sei eine unverhältnismäßige Regulierung, die Geschäftsmodelle gefährdet, obwohl die CO2-Emissionen ausschließlich bei der Zugmaschine entstehen. Ein Minderungsziel für Auflieger ist zudem mit einem unverhältnismäßigen Kostenaufwand verbunden. Um die geplante Minderung der CO2-Emissionen um 10 % zu realisieren, müsse der Kraftstoffverbrauch um fast 3 Liter sinken. Dies über die Reifen, Aerodynamik sowie Gewichte und Abmessungen zu realisieren, sei schwierig. Ab dem Jahr 2030 drohen bei Nichteinhaltung Strafzahlungen. Mit den heute machbaren Lösungen wären maximal 7,5 % Reduzierung machbar. Das führe allein bei Krone zu Preiserhöhungen von bis zu 40 % pro Trailer und würde für die verfehlte CO2-Minderung zusätzlich noch eine jährliche Strafzahlung von 140 Mio. Euro für das Unternehmen bedeuten. Das gefährde den Standort Deutschland.
„Wir brauchen wettbewerbsfähige Standortbedingungen. Das bedeutet auch, den Druck auf Produktionskosten aufgrund hoher Lohn- und Energiekosten zu reduzieren und den hohen Aufwand sowie komplexe Prozesse für Zertifizierungen, wie beispielsweise nach UN R156 Softwareupdatemanagement deutlich zu verringern“, machte Alfons B. Veer, Geschäftsführer der Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH & Co. KG, anhand konkreter Praxisbeispiele aus dem Unternehmen deutlich. Dank eines eigenen Standortes in der Türkei zeigte er auf, mit welchen Mehrkosten die Montage am Standort Deutschland verbunden ist. So ist der Stundenlohn in Deutschland fast viermal so hoch und die Stromkosten sind hier mehr als doppelt so hoch wie in der Türkei.
Angesichts des bevorstehenden NRW-Feiertags Fronleichnam stand auch das Lkw-Feiertagsfahrverbot auf der Agenda der Ausschusssitzung. „Aufgrund der aktuellen Regelung sind Lkw-Fahrer häufig gezwungen, den Feiertag auf dem Rastplatz zu verbringen. Wir halten eine Flexibilisierung des Feiertagsfahrverbots nicht nur aus wirtschaftlichen und verkehrspolitischen Gründen, sondern vor allen auch unter sozialen Gesichtspunkten für dringend notwendig“, forderte Ulrich Boll, stellvertretender Ausschussvorsitzender und Geschäftsführer der Boll Logistik GmbH & Co. KG. Er betonte zudem, dass die aktuelle Befristung des Einsatzes des Lang-Lkw Typ 1 aufzuheben ist, denn nur so wird die erforderliche Planungssicherheit für Investitionen in diese Fahrzeuge gewährleistet. Die Genehmigung für diesen verlängerten Sattelauflieger läuft Ende 2026 aus. Eine Verlängerung ist zwar angekündigt, aber noch nicht umgesetzt. Angesichts einer Nutzungsdauer von Sattelaufliegern von 10 und mehr Jahren, wird wegen der unsicheren Genehmigungslage nicht in die Anschaffung dieser Fahrzeuge investiert.
Der aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehende IHK-Fachausschuss Mobilität und Infrastruktur trifft sich dreimal jährlich. Seine Mitglieder tauschen sich regelmäßig mit Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus und erarbeiten Positionen für die IHK-Vollversammlung.
Gastgeber war die KRONE Group mit Hauptsitz in Spelle, ein international führendes Unternehmen in den Bereichen Landmaschinen und Nutzfahrzeuge mit 2,3 Mrd. Euro Umsatz, 6.500 Mitarbeitern weltweit und ist in 74 Ländern aktiv.