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Net Zero Valley der EU stärkt den Nordwesten
Im Mai startete das Net Zero Valley Nordwest Deutschland, das den Nordwesten zur EU-Schlüsselregion für die klimaneutrale Industrie machen will. Die Anerkennung nach dem „Net Zero Industry Act“ der EU öffnet auch dem Emsland Türen für Investitionen, Industrieansiedlungen und klimaneutrales Wachstum. Unsere IHK wirkte am Antrag mit.
OLDENBURG / LINGEN | Regionen mit besonderem industriellem und energetischem Potenzial können den EU-Sonderstatus erhalten. Das Net Zero Nordwest Deutschland ist neben dem Net Zero Valley Lausitz das zweite von der EU anerkannte Valley in Deutschland. Der Vorteil für Unternehmen mit Netto-Null-Vorhaben ist, dass ihre Projekte künftig als von „überragendem öffentlichem Interesse“ gelten. Dies beschleunigt Genehmigungsverfahren, vereinfacht den Zugang zu Förderprogrammen und bringt eine deutlich höhere internationale Sichtbarkeit mit sich. Hinter der Auszeichnung steht ein Antrag, der von 13 Regionen, vier IHKs (darunter unsere IHK in Osnabrück) sowie zwei Ämtern für Regionalentwicklung unter der Leitung von Nikolaus Jansen, Leiter des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, erarbeitet wurde. In der Pipeline stehen 155 Netto-Null-Projekte mit einem Investitionsvolumen von 35 Mrd. Euro. Das Leitprinzip lautet: „Industrie folgt Energie“ – das heißt, Unternehmen siedeln dort an, wo Strom, Wasserstoff und Wärme verfügbar sind.
Die Schlüsselregion Net Zero Valley Nordwest.
„Niedersachsen ist ein bedeutendes Energieland. Das gilt besonders für das Emsland. Das Net Zero Valley ist ein wichtiges Element für erfolgreichen Strukturwandel und neue industrielle Cluster, die zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfung schaffen“, betonte Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Umwelt: „Das macht die Region stark!“ Es sei beeindruckend, wie viel Engagement für die Wirtschaft in der Initiative stecke. Im Beisein von Ministerpräsident Olaf Lies und vielen Vertretern der Regionen, Wirtschaft, IHKs und Politik brachte sie damit zum Ausdruck, dass die Erfolgsgeschichte jetzt erst richtig beginnt.
Ministerpräsident Olaf Lies (r.) gab das Startsignal.
Hier mit Nikolaus Jansen (l.) und Anke Schweda (IHK, M.).
Hier mit Nikolaus Jansen (l.) und Anke Schweda (IHK, M.).
Das Emsland bringt hervorragende Voraussetzungen mit: Die Region ist Knotenpunkt im deutschen Wasserstoff-Kernnetz und weist eine hohe Dichte an innovativen Projekten in den Bereichen Solar- und Windenergie, Energiespeicherung sowie in der Netto-Null-Logistik- und Industrieinfrastruktur auf. Für das Valley hat das Emsland unter der Leitung von Martina Kruse, Leiterin der Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung beim Landkreis Emsland, allein 20 Potenzialflächen mit über 1 200 ha ausgewiesen, während das gesamte Valley 89 Flächen mit mehr als 6 300 ha hat. Die Nutzung der Flächen verspricht beschleunigte Genehmigungsverfahren sowie eine strategische Lage und Einbindung in das Cluster. Die Potenziale des Kompetenznetzwerks sollen zudem durch einen intensiveren Wissens- und Technologietransfer gehoben werden. Zum einen durch die Unternehmen selbst. Zum anderen gefördert durch Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie durch Netzwerke und Industrieinitiativen.
Das RWE-Wasserstoffprojekt in Lingen
Kontakt
Armin Aminian
Standortentwicklung, Innovation und Energie
Projektleiter Industrie und Energie