ihk-magazine online
Nr. 7069636
2 min Lesezeit

„Langlebige Materialien stärken die Nachhaltigkeit“

Die Textilwirtschaft zählte seit dem 19. Jahrhundert zu den prägenden Wirtschaftszweigen der Grafschaft Bentheim. Ein Unternehmen, das sich dem Wandel gestellt und Herausforderungen gemeistert hat, ist die ROFA Bekleidungswerk GmbH & Co. KG aus Schüttorf. Lesen Sie, warum heute auch die Nachhaltigkeit zu den Erfolgsfaktoren zählt.
SCHÜTTORF | Das mittelständische Textilunternehmen mit rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern produziert seit dem Jahr 1897 Berufs- und Schutzkleidung. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf persönlicher Schutzausrüstung, kurz: PSA. Zum Einsatz kommt diese Bekleidung mit hohen Sicherheits- und Zertifizierungsanforderungen etwa im Straßenbau, der (Petro-)Chemie oder Industrie. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Qualität, Funktionalität und Langlebigkeit. Die ROFA Bekleidungswerk GmbH & Co. KG zählt zu den wenigen Unternehmen der Branche, die ihr Gewebe für PSA noch in Deutschland produzieren und veredeln. Die weitgehend integrierte Wertschöpfungskette ermöglicht es, auf nahezu alle Produktionsschritte Einfluss zu nehmen: von der Materialauswahl bis hin zur späteren Nutzung der Kleidung. Genau darin sieht das Unternehmen einen wichtigen Ansatzpunkt für nachhaltiges Handeln.
„Nachhaltigkeit ist bei ROFA kein neues Thema“, berichten Henning Rost, Prokurist des Unternehmens, und Claudia Gansen, Produktmanagerin PSA-Zertifizierung & Nachhaltigkeit. Ressourcenschonendes Wirtschaften habe im mittelständischen Alltag schon immer eine Rolle gespielt. In den vergangenen Jahren seien die Aktivitäten jedoch zunehmend systematisiert und strategisch weiterentwickelt worden – „auch durch neue Marktanforderungen und regulatorische Vorgaben.“ Ein wichtiger Schritt sei die Einführung einer Nachhaltigkeitsberichterstattung nach dem GRI-Standard gewesen, die ROFA seit 2017 veröffentlicht. Zudem unterstütze ROFA seit 2016 den UN Global Compact und verfügt über verschiedene OEKO-TEX®-Zertifizierungen wie STeP, Made in Green und Standard 100.
„Im Mittelpunkt des Nachhaltigkeitsansatzes steht die Langlebigkeit der Produkte“, sagt Claudia Gansen. Gerade bei Schutzkleidung sei eine lange Nutzungsdauer sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch entscheidend. Kleidung, die repariert werden kann und lange im Einsatz bleibt, reduziere den Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Zudem investieren die Schüttorfer gezielt in ressourcen- und energieeffiziente Produktionsprozesse. Ein Schwerpunkt liegt hier auf dem Wasser- und Energiemanagement in der textilen Veredelung. Dort setzt das Unternehmen unter anderem auf die Mehrfachnutzung von Brauchwasser, moderne Produktionsanlagen, Wärmetauscher, ­effiziente Kompressoren und eigene Photovoltaikanlagen.
Viele dieser Maßnahmen zeigten, dass sich Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Effizienz häufig ergänzen. Einige Investitionen hätten sich daher schneller amortisiert als erwartet. Gleichzeitig, so ist zu hören, werde bewusst die Bedeutung kleiner ­Maßnahmen im Betriebsalltag betont. Etwa der bewusste Energieeinsatz, eine konsequente Abfalltrennung oder eine LED-­Beleuchtung. Claudia ­Gansen formuliert es so: „Jeder Marathon beginnt auch mit dem ersten Schritt. Das muss man sich immer vor Augen halten.“
Julia Twachtmann
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik, International
Projektleiterin Nachhaltigkeit/CSR