Hohe Versorgungssicherheit im Oldenburger Land ist ein Standortvorteil
Kritische Infrastruktur muss besser geschützt werden
06/2026 vom 13. Januar 2026
Dass die Heizung funktioniert, ebenso wie Licht und Steckdosen sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Dass dies aber nicht immer der Fall ist, zeigt sich dieser Tage an verschiedenen Stellen. Ein Angriff auf das Stromnetz in Berlin, kurzzeitige Stromausfälle im Nordwesten und sinkende Füllstände bei den Gasspeichern machen deutlich, „wie verwundbar unsere Energieinfrastruktur ist“, sagt Björn Schaeper, Geschäftsführer für den Bereich Energie bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK).
Dabei kann eine Unterbrechung der Energieversorgung weitreichende Folgen, nicht nur im privaten Umfeld, haben: „Gerade in Industrieunternehmen können kurzfristige Versorgungsausfälle fatale Auswirkungen haben und hohe Folgekosten verursachen.“ Nicht zu unterschätzen seien die monetären Auswirkungen auf das Wiederanlaufen der Produktion. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen könne ein Produktionsstillstand von wenigen Tagen existenzbedrohend sein.
„Bislang ist unsere hohe Versorgungssicherheit ein Standortvorteil“, so Schaeper. Die aktuellen Ereignisse und Diskussionen um die Sicherheit der kritischen Infrastruktur zeigen aber, dass es genau diese Bereiche besser zu schützen gilt. „Es muss ein Krisenmanagement geben und wir müssen über das Thema Redundanzen sprechen.“ Denn aus Sicht der Unternehmen stehen Versorgungssicherheit, aber auch Bezahlbarkeit sowie Nachhaltigkeit bei der Energieversorgung an vorderster Stelle.
„Im IHK-Bezirk haben wir einen starken industriellen Kern.“ Rund 9000 Betriebe zählen zum produzierenden Gewerbe und sorgen für eine hohe Wertschöpfung in der Region. Vor allem in der Wesermarsch und dem südlichen Kammerbezirk zeige sich ein industrieller Schwerpunkt bei den Mitgliedsunternehmen.