Wichtige Information

Prüfungen, Ausbildung und Berufsschule

Aus- und Fortbildungsprüfungen: Alle anstehenden Prüfungen in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung finden wie geplant statt. Seit dem 3. April 2022 gilt die neue Niedersächsische infektionspräventive Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen Varianten.
  • Maskenpflicht (FFP2 oder medizinische Maske) an den Prüforten in den Gebäuden, auf den Wegen von und zum Platz im Prüfungsraum (Hausrecht).
  • An den Prüfungsorten werden wir auch weiterhin – wenn möglich –den bisherigen Mindestabstand gewährleisten.
  • Wir empfehlen allen Beteiligten sich dennoch zu schützen, indem sie weiterhin möglichst dauerhaft Masken tragen.
  • Wir wissen nicht, wie sich das Infektionsgeschehen in den nächsten Wochen entwickeln wird. Wir bitten Sie daher alle dringend, vor der Prüfung einen Selbsttest oder Bürgerschnelltest durchzuführen. Sie geben mit Ihrer Bereitschaft zur Testung allen Anwesenden ein größeres Gefühl der Sicherheit. Auch helfen Sie ganz entscheidend mit, dass eine Infektion erkannt wird und ein Weitertragen in die Familien, Freundeskreise und die Betriebe unterbunden wird.
  • Nutzen Sie die Möglichkeiten zur Handhygiene.
  • Hinweisen von Aufsichten/Prüfern/Lehrern hinsichtlich der Hygieneregeln ist Folge zu leisten.
  • Jeder Verstoß gegen die hier genannten Regeln, gegen gesetzliche Hygienevorschriften oder gegen die von uns mitgeteilten Hinweise kann dazu führen, dass Sie von der Teilnahme an dem Prüfungstermin ausgeschlossen werden.
Materialbestellungen für die Prüfungen: In manchen praktischen Prüfungen sind Materialien vorgesehen, die vor der praktischen Prüfung für den Prüfungstag vorbereitet/bereitgestellt werden müssen. Aufgrund der weltweit angespannten Materialversorgung bitten wir Sie, rechtzeitig und zeitnah die erforderlichen Prüfungs­materialien zu organisieren, damit ein gut organisierter und reibungsloser Prüfungsablauf gewähr­leistet werden kann.
Teilnahme an der Prüfung: Wir weisen Sie darauf hin, dass wenn Sie an Symptomen einer Lungen- oder Atemwegserkrankung, die Sie bei sich feststellen und die auf eine mögliche Virus-Infektion hindeuten können (z. B. Husten, Fieber, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Muskel- oder Gelenkschmerzen) oder zum Zeitpunkt der Prüfung auf Grund behördlicher Verfügung einer Quarantäne oder Beobachtung unterliegen oder ein Tätigkeitsverbot vorliegt, nicht an der Prüfung teilnehmen dürfen.

Ansprechpartner

Serviceteam für Fragen zum Thema Ausbildung & Prüfungen
Tel.: 0441 2220- 485
Zusätzlich stehen Ihnen unsere Ausbildungsberater für alle Fragen rund um das Thema Ausbildung zur Verfügung.

Fragen zum Thema Prüfungen

Verlängert sich die Ausbildungszeit, wenn die Prüfung verschoben wird?

Nein, die Ausbildungszeit verlängert sich nicht. Dies ergibt sich aus § 21 Absatz 1 Berufsbildungsgesetz. Danach endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Erreichen des vertraglich vereinbarten Ausbildungsendes, auch wenn die Abschlussprüfung noch nicht abgelegt ist.
Empfehlung der IHK: Im Sinne eines fairen Umgangs miteinander, empfehlen wir das Ausbildungsverhältnis bis zum nächstmöglichen Prüfungstermin zu verlängern.

Was tue ich mit Blick auf die Prüfung, wenn ich am Coronavirus erkrankt bin bzw. der Verdacht einer Erkrankung besteht?

Wenn Sie zum Prüfungstermin am Coronavirus erkrankt sind, dürfen Sie nicht an der Prüfung teilnehmen. Dies stellt in der Regel einen Rücktritt mit wichtigem Grund dar. Wichtig ist, dass Sie unverzüglich der IHK die Nichtteilnahme mitteilen müssen ( per E-Mail ) und den wichtigen Grund (Erkrankung) durch Vorlage eines ärztlichen Attestes nachweisen müssen.
Das Gleiche gilt, wenn Sie wegen des Verdachts einer Erkrankung am Coronavirus unter Quarantäne gestellt werden. In diesem Fall dürfen Sie nicht an der Prüfung teilnehmen, wenn die Prüfung in den Zeitraum der Quarantäne fällt. Auch das ist ein Rücktritt mit wichtigem Grund, den Sie bitte unverzüglich unter Beifügung geeigneter Nachweise (zum Beispiel Bescheinigung vom Gesundheitsamt) der Oldenburgischen IHK ( per E-Mail ) mitteilen. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.

Welche Folgen hat es, wenn ich an der Prüfung nicht teilnehmen kann?

Sollten Sie an der Prüfung aus wichtigem Grund nicht teilnehmen, können Sie zum nächstmöglichen Termin (in der Regel sechs Monate später) an der Prüfung teilnehmen. Der wichtige Grund ist unverzüglich mitzuteilen und nachzuweisen. Im Krankheitsfall ist die Vorlage eines ärztlichen Attestes erforderlich. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.
Hinweis für Auszubildende: Als Auszubildender besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Verlängerung der Ausbildungszeit bis zum nächsten Prüfungstermin.

Wie kann ich mich zusätzlich auf die Prüfung vorbereiten?

Zur Unterstützung können z.B. alte Prüfungen herangezogen oder digitale Lernangebote genutzt werden. In diesem Zusammenhang haben wir Ihnen eine Übersicht mit verschiedenen Möglichkeiten zur Prüfungsvorbereitung zusammengestellt.
Tipp der IHK: Sprechen Sie aktiv Ihre Lehrkräfte an und erkundigen Sie sich nach Aufgaben, die Sie gegebenfalls zusätzlich ausarbeiten können.
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Fragen zum Thema Berufsschule

Muss der Auszubildende in den Ausbildungsbetrieb, da die Berufsschule geschlossen hat?

Wird der Unterricht nicht anderweitig (zum Beispiel durch Lernplattform, Cloud, E-Mails, elektronische Hausaufgaben, Telefon-Hotlines mit den Lehrern etc.) aufrechterhalten, muss der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern er nicht unter Quarantäne gestellt ist oder der Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden vorgibt, den Betrieb nicht zu betreten.
Der Betrieb sollte die ausgefallene Berufsschulzeit dazu nutzen, seinen Auszubildenden Gelegenheit zu geben, sich mit Hilfe von Lehrbüchern, Arbeitsblättern, Lernplattformen, Cloud-Lösungen oder anderen Medien den anstehenden Lernstoff anzueignen bzw. sich auf die schriftlichen Prüfungen vorzubereiten.
Hinweis: Wenn die Berufsschule Lernformate anbietet, die auch ohne Anwesenheit in der Schule möglich sind, muss der Betrieb dem Auszubildenden die Zeit einräumen, sich mit Hilfe dieser Formate den Lerninhalt anzueignen. Dies beugt auch einer durch die Versäumung der Unterrichtsinhalte eventuell erforderlichen Verlängerung des Ausbildungsverhältnisses vor.

Der zeitliche Umfang hierfür ist so zu bemessen, dass er dem Freistellungszeitraum für die Teilnahme am Berufsschulunterricht nach § 15 Absatz 1 Nr. 1 BBiG entspricht. Von der Zeit, die der Ausbilder den Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb zum Lernen einräumt, können allerdings die über die erforderliche berufliche Handlungsfähigkeit hinaus erteilten Unterrichtsstunden wie beispielsweise Sport, Religion, etc., abgezogen werden.
Weitere Informationen: Niedersächsisches Kultusministerium

Muss der Betrieb mich im Rahmen des Homelearnings freistellen?

Auszubildende, die ihren Berufsschulunterricht im Rahmen des verpflichtenden Heimunterrichtes ableisten oder von der Schule zugesendete Aufgaben bearbeiten, sind hierfür wie sonst auch von den Betrieben freizustellen oder es ist ihnen ausreichend Zeit zur Bearbeitung der Aufgaben während der Arbeitszeit einzuräumen.
Der zeitliche Umfang hierfür ist so zu bemessen, dass er dem Freistellungszeitraum für die Teilnahme am Berufsschulunterricht nach § 15 Absatz 1 Nr. 1 BBiG entspricht. Von der Zeit, die der Ausbilder den Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb zum Lernen einräumt, können allerdings die über die erforderliche berufliche Handlungsfähigkeit hinaus erteilten Unterrichtsstunden wie beispielsweise Sport, Religion, etc., abgezogen werden.
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Fragen zum Thema Ausbildung

Welche Möglichkeiten gibt es den Ausbildungsplatz meines Azubis zu erhalten?

Ausbildung jetzt erst recht!
Mit dem Bundesprogramm “Ausbildungsplätze sichern” sollen Ausbildungsbetriebe unterstützt werden, das Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten.
Im Einzelnen sollen dazu Ausbildungskapazitäten erhalten und ausgebaut, Kurzarbeit für Auszubildende vermieden, die Auftrags- und Verbundausbildung gefördert und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz geschaffen werden.
Darüber hinaus stehen den Ausbildungsbetrieben und den Auszubildenden weitere unterschiedliche Fördermaßnahmen und Projekte zur Verfügung, die zum Erhalt des Ausbildungsplatzes beitragen sollen.
Alle Informationen zur Ausbildungsprämie, den Fördermaßnahmen und Projekten finden Sie auf unserer Internetseite “Ausbildung jetzt erst recht!”

Darf ein Auszubildender von der Ausbildung fernbleiben?

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause erlauben.
Ist ein Auszubildender durch Coronaverdacht oder Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren Gründen verhindert, so benachrichtigt der Auszubildende umgehend den Betrieb telefonisch. Atteste oder Nachweise sind gegenüber dem Betrieb vorzulegen.

Darf mein Auszubildender im „Homeoffice“ ausgebildet werden?

Hintergrund: In vielen Unternehmen arbeiten sehr viele oder fast alle Mitarbeiter im Homeoffice. Dieses betrifft vielfach auch die Ausbilder.
Normalerweise kann ein Auszubildender nicht im Homeoffice beschäftigt werden. Dies ergbit sich aus § 14 Absatz 1 Nummer 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Hier ist geregelt, dass der Ausbildende den Auszubildenden selbst auszubilden hat oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen hat. Zudem muss diese Person überwiegend in der Ausbildungsstätte anwesend sein, damit er den Auszubildenden ordnungsgemäß anleiten und seine Arbeitsergebnisse kontrollieren kann. Arbeitet der Auszubildende im Homeoffice, kann diese Regelung nicht umgesetz werden.

Aufgrund der derzeitigen Umstände ist es jedoch vertretbar, ausnahmsweise Homeoffice auch für Auszubildende zuzulassen, wenn der Ausbildungsbetrieb dies betrieblich ermöglichen kann. Homeoffice oder mobiles Arbeiten ohne Anwesenheit eines Ausbilders darf grundsätzlich keine Dauerlösung sein. Das Homeoffice sollte auch nur für das Vertiefen von bereits erworbenen Ausbildungsinhalten angewendet werden und muss durch Ausbilder oder Ausbildungsbeauftragte kontrolliert werden. Der Ausbildungsnachweis muss weiterhin geführt werden.
Hinweis: Eine Betreuung muss vom Ausbilder gewährleistet sein. Vereinbaren Sie mit dem Auszubildenden einen regelmäßigen Austausch über entsprechende Konferenzmodule oder andere Kommunikationsmittel zur Überprüfung der Arbeitsfortschritte/Arbeitsergebnisse.
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Kann der Auszubildende vom Betrieb freigestellt werden, weil er nicht ausgebildet werden kann?

Formell muss nach BBiG versucht werden, die Ausbildung durch „Ausschöpfung“ aller Mittel anders zu gestalten. Wenn dieses nicht möglich ist, kann geprüft werden, ob der Auszubildende im Homeoffice weiter ausgebildet werden kann.
Die Freistellung bzw. das Homeoffice muss vom Auszubildenden im Ausbildungsnachweisheft (Berichtsheft) entsprechend protokolliert werden. Die fehlenden Ausbildungszeiten werden dann nicht als Fehlzeit bei der Anmeldung zur Prüfung gewertet.
Wenn Ausbilder und Auszubildende im Homeoffice arbeiten, freigestellt werden oder in Kurzarbeit sind, sollten Ausbilder und Auszubildende sich weiter mit Ausbildungsinhalten befassen. Prüfen Sie, ob es Online-Lerninhalte oder Formate gibt, die unterstützend eingesetzt werden können. Ebenso können Auszubildende den bisherigen Lernstoff der Berufsschule aufarbeiten, mögliche Online-Lernangebote der Berufsschulen nutzen oder die Ausbildungsnachweise aktualisieren.
Die Freistellung ist kein Urlaub und sollte sinnvoll mit Themen rund um die Ausbildung gefüllt werden.

Kann für Auszubildende Kurzarbeit angeordnet werden?

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:
  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen
Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.
Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.
Weitere Informationen zur Kurzarbeit erhalten Sie bei der Agentur für Arbeit.
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Kann für Ausbilder Kurzarbeit angeordnet werden?

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da der Betrieb gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Werden die Auszubildenden mangelhaft oder gar nicht ausgebildet, kann ein Schadensersatzanspruch gegenüber dem Ausbildungsbetrieb entstehen.
Weitere Informationen zur Kurzarbeit erhalten Sie bei der Agentur für Arbeit

Kann dem Auszubildenden durch Kurzarbeit im Ausbildungsbetrieb gekündigt werden?

Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen.
Es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen. Wenn aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten eines Ausbildungsbetriebes kein Ausbildungspersonal mehr vorhanden ist, in der Ausbildungsstätte die berufliche Handlungsfähigkeit nicht mehr vermittelt werden kann bzw. diese endgültig geschlossen wird oder dem Auszubildenden die Ausbildungsvergütung nicht mehr gezahlt werden kann, ist für die Parteien des Berufsausbildungsverhältnisses ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses gegeben (§ 22 Absatz 2 Nr. 1 BBiG).
Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen.

Kann vom Ausbildungsbetrieb Urlaub angeordnet werden?

Auszubildende können nicht pauschal in “Zwangsurlaub” geschickt werden. Urlaub muss der Auszubildende beantragen und er kann nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden. Der Auszubildende selbst oder auch der Betriebsrat können eine Vereinbarung mit der Unternehmensleitung treffen. Hier zählt der Einzelfall.
Betriebsurlaub kann vom Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts grundsätzlich angeordnet werden. Allerdings nicht nur für Auszubildende. Es muss sich dann um eine generelle Regelung für den gesamten Ausbildungsbetrieb oder zumindest für organisatorisch klar abgegrenzte Betriebsteile handeln, auf die sich die betriebliche Sondersituation auswirkt. Das Bundesarbeitsgericht hat hierzu entschieden und eine 3/5 Regelung als angemessen betrachtet, d.h., 3/5 des regulären Jahresurlaubs können für Betriebsferien angeordnet werden und 2/5 des Jahresurlaubs sind für die individuelle Urlaubsplanung vorgesehen (BAG, Beschluß vom 28-07-1981 - 1 ABR 79/79 Hannover).

Können vom Ausbildungsbetrieb Minusstunden angeordnet werden?

Arbeitgeber dürfen nicht einseitig den Mitarbeiter auffordern, sein Arbeitszeitkonto mit Minusstunden zu belasten. Allerdings können tarifvertragliche oder arbeitsvertragliche Regelungen die Nutzung von Arbeitszeitkonten zur Überbrückung von Auftragsschwankungen vorsehen.
Minusstunden machen zudem bei Auszubildenden wenig Sinn, da diese nur im Rahmen des Jugendarbeitsschutzgesetzes bzw. des Arbeitszeitgesetzes wieder aufgeholt werden können. Um Minusstunden aufzuholen, müssten demnach Überstunden geleistet werden, welche dann wieder nach dem Berufsbildungsgesetz in Freizeit auszugleichen oder abzugelten sind.

Was passiert, wenn der Betrieb schließen muss?

Der Ausbildungsbetrieb schließt und kann den Auszubildenden nicht weiter ausbilden. Hierbei sind zwei Fälle zu unterscheiden:
  1. Der Betrieb schließt zeitlich begrenzt, weil er der behördlichen Anordnung Folge leistet (zum Beispiel: Textilhandel, Fitnessstudio).
    In diesem Fall kann der Betrieb den Auszubildenden freistellen, wenn Ausbildung nicht in anderer Form weiter fortgesetzt werden kann. Dann wird diese nicht als Fehlzeit bei der Anmeldung zur Prüfung gewertet.
    Die Freistellung muss vom Auszubildenden im Ausbildungsnachweisheft entsprechend protokolliert werden.
  2. Der Betrieb stellt seine gewerbliche Tätigkeit in Gänze ein und meldet das Unternehmen ab oder eröffnet ein Insolvenzverfahren.
    Bei Geschäftsaufgabe oder Insolvenz ist eine Kündigung des Auszubildenden  unumgänglich.

An wen kann ich mich bei Streitigkeiten aus dem Ausbildungsverhältnis wenden?

Bei Streitigkeiten und Konflikten während der Ausbildung vermitteln die Ausbildungsberater zwischen den Parteien und versuchen, das Ausbildungsverhältnis zu erhalten. 
Kam es zur Kündigung, so kann der Schlichtungsausschuss der IHK angerufen werden, soweit dieser bei der zuständigen IHK eingerichtet ist.
* Für eine bessere Lesbarkeit verwenden wir meist die männliche Form. Entsprechende Textstellen gelten selbstverständlich gleichwertig für alle Geschlechter (m/w/d).