JÜKE - Krisenfest auf Wachstumskurs

„Während die Niederlande für ihre agile Innovationskultur und pragmatische Lösungsorientierung bekannt sind, bringen deutsche Partner ihre langjährige Technologie- und Systemintegrationskompetenz ein, dazu ihre Regulatorik-Expertise“, sagt Max Jürgens, Geschäftsführer der in Altenberge ansässigen JÜKE Systemtechnik GmbH.

Körpertemperatur aufrechterhalten

Ein gutes Beispiel für die niederländisch-münsterländische Innovationskraft ist das HCTronic-System, das JÜKE im Auftrag der in der Provinz Gelderland ansässigen Heater Cooler B.V. entwickelt hat. Das Gerät wird während Herzoperationen eingesetzt, um die Körpertemperatur der Patienten für die OP gezielt abzusenken und danach wieder hochzuregulieren. „Das System arbeitet mit einem geschlossenen Wasserkreislauf, der über Wärmetauscher mit der Herz-Lungen-Maschine verbunden ist, und hält die gewünschte Körpertemperatur während der Operation aufrecht“, erklärt Dr. Stephan Hüwel, bei JÜKE Leiter Vertrieb und Marketing.
Das Unternehmen entwickelt und produziert Medizintechnik, Analyse- und Labortechnik sowie Photonik – im Auftrag der aktuell rund 60 internationalen Kunden. „Wir haben uns entschieden, ein reiner Dienstleister zu sein, weil sich somit sowohl JÜKE als auch der Kunde ganz auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann“, erklärt Jürgens. Er führt die Geschäfte des Unternehmens in zweiter Generation, gemeinsam mit Steffen Hovestadt und Dominik Fockenbrock.
Allen globalen Krisen zum Trotz wächst JÜKE weiter, und zwar aus eigener Kraft, ohne Zukäufe und ohne Investoren, wie Jürgens betont. Die Kooperation mit Partnern aus den Niederlanden indes passt gut ins Geschäftsmodell. „Heater Cooler B.V. kam auf uns zu, um mit uns aus einem Prototyp ein Medizinprodukt zu entwickeln und anschließend in Serie bauen zu lassen“, erzählt der Geschäftsführer. Zusammenarbeit ist ohnehin die Basis des Erfolgs in dieser Branche, die Hüwel als Schnittstelle zwischen Ingenieurwesen, Biowissenschaften und IT sieht. „Medizintechnik wird zunehmend interdisziplinär gedacht und entwickelt sich verstärkt in internationalen Innovationsökosystemen“, bestätigt Jürgens.

Krebszellen mit Nanodiamanten erkennen

Als Partner im niederländisch-deutschen Förderprojekt NanoDetect arbeitet JÜKE an einer solchen Innovation: Auf Basis von Nanodiamanten wird eine optische Technologie zur frühzeitigen Erkennung von Krebszellen entwickelt. „Wir nutzen das neue Konzept der Relaxometrie und setzen die Diamanten als optische Sensoren in Zellen ein, um mit Hilfe von Laserbestrahlung einzelne Tumorzellen mit einem abweichenden Zellstoffwechsel zu identifizieren“, erläutert Jürgens. JÜKES Part im Projekt ist unter anderem die Optimierung des optischen Aufbaus und die Entwicklung eines Gerätekonzepts, inklusive Überführung des Systems in ein transportables und kompaktes Gerät.