IHK: Politik muss liefern, damit Firmen zulegen

Wirtschaft verharrt im Tief

Die Stimmung bei den Unternehmen am Niederrhein ist weiter schlecht.Die Impulse der Bundesregierung kommen nicht an. Das zeigt die Konjunkturumfrage der Niederrheinischen IHK. Betriebe halten sich mit Investitionen zurück. Die Industrie baut weiter Stellen ab. Ein Aufschwung ist nicht in Sicht.
„Wir brauchen mehr Tempo bei den Reformen, Verlässlichkeit und Entlastungen. Berlin muss jetzt handeln. Die für 2028 angekündigte Steuer-Senkung sollte vorgezogen werden. Nur so können wir Wachstum erzeugen und damit Arbeitsplätze und Wohlstand“, so Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK.

Bürokratie und Arbeitskosten bremsen Wirtschaft

Bürokratie und eine schwache Inlandsnachfrage machen es den Unternehmen schwer. Ein wachsendes Geschäftsrisiko sind auch die Arbeitskosten. Der IHK-Chef betont: „Die Debatte um Renten- und Arbeitsmarktreform verunsichert unsere Unternehmen. Die Sorge vor steigenden Arbeitskosten nimmt zu. Dabei stehen unsere Firmen ohnehin unter Druck: Durch zu teure Energie und zu hohe Steuern werden sie international abgehängt.“

Investieren ohne Fortschritt

Die Betriebe am Niederrhein wollen wieder mehr investieren. Besonders in der Industrie. Aber: „Dabei geht es vor allem darum, die Betriebs-Abläufe zu optimieren. Es geht nicht um eine Ausweitung der Kapazitäten“, erläutert Dietzfelbinger. Zudem fehlt es an Gewerbeflächen. Auch die Kommunen müssen mitziehen, bekräftigt er: „Digitale, schnelle Verwaltungen und vereinfachte Prozesse sichern Einnahmen. Steuererhöhungen sind das falsche Signal.“
An der aktuellen Umfrage der Niederrheinischen IHK haben sich 221 Unternehmen mit knapp 40.000 Beschäftigten beteiligt. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Lage und die Erwartungen zusammenfasst, verharrt bei 94 Punkten.