Unternehmen geben Stadt Note „Befriedigend“

Wesel: Wirtschaft sieht Luft nach oben

In Wesel fehlen freie Gewerbeflächen. Das bremst Unternehmen, die investieren wollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Niederrheinischen IHK. Darüber haben sich IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und Wesels Bürgermeister Rainer Benien ausgetauscht.
v. l.: Wendelin Knuf (Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Wesel), Werner Schaurte-Küppers (Präsident der Niederrheinischen IHK), Rainer Benien (Bürgermeister Stadt Wesel), Dr. Stefan Dietzfelbinger (Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK) und Jürgen Kaiser (IHK-Geschäftsführer Unternehmens-Service und International).
„Wesel ist für Betriebe ein attraktiver Standort: direkte Rheinlage, gute Verkehrsanbindung, kurze Wege zu den Niederlanden. Und ein wirtschaftsfreundliches Klima. Diese Vorteile sollten wir weiter ausbauen“, sagt Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK. Auch das breite Freizeit- und Familienangebot mache Wesel interessant für Fachkräfte.
Hafen als Schlüsselprojekt
Viele Unternehmen sorgen sich aber wegen steigender Gewerbesteuern und fehlender Flächen. Hoffnung liegt auf dem Ausbau des Rhein-Lippe-Hafens. Er wurde zunächst durch das Oberverwaltungsgericht Münster gestoppt. Grund: Inhaltliche Mängel im Bebauungsplan. Der Weseler Rat hat inzwischen einen neuen Plan beschlossen. „Ohne einen größeren Hafen verlieren wir Transporte und Betriebe an andere Standorte. Unternehmen müssen Waren direkt am Rhein umschlagen können. Das spart Zeit und Kosten. Deshalb brauchen wir den Hafenausbau dringend“, betont Schaurte-Küppers. Er appelliert an Bürgermeister Benien, dass die Stadt das Projekt konsequent voranbringt.
Mehr Tempo bei Anträgen
Eine weitere Baustelle in Wesel ist die Bürokratie. Die Unternehmen wünschen sich schnellere Entscheidungen. Die Dauer für Planung und Genehmigung bekommt in der IHK-Analyse die schlechteste Note. „Wir haben innovative Unternehmen mit Ideen in der Region. Es kann nicht sein, dass wir unsere Betriebe am Ende mit Papierkram sauer fahren“, so Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK.
Bürgermeister will Flächen entwickeln
Wesels Bürgermeister Rainer Benien sieht die Herausforderungen für die Wirtschaft klar und setzt auf Weiterentwicklung: „Unseren Standort nicht nur zu stärken, sondern auch weiterzuentwickeln, ist mir wichtig. Gewerbeflächen schaffen Zukunft und sichern Wohlstand vor Ort. Ich setze mich deshalb dafür ein, die richtigen Bedingungen zu schaffen. Damit sich wieder mehr Unternehmen in unserer Stadt niederlassen. Dazu gehört auf jeden Fall auch der Ausbau der Deltaport-Häfen“.
IHK und Stadt bleiben im Austausch
Die IHK und die Stadt Wesel bleiben im Gespräch, um den Wirtschaftsstandort gemeinsam zu gestalten. Wichtig sind Entscheidungen, die in der Praxis wirken. „Eine Wirtschaft, die floriert, nützt am Ende Stadt, Unternehmen und Bürgern gleichermaßen. Das muss also unser Ziel sein“, so IHK-Präsident Schaurte-Küppers.

Pressemitteilung vom 27. Februar 2026