Erfolgsmodell Hübsch und Heimelig

Die Vorweihnachtszeit war für den Handel in den Innenstädten lange die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Durch die Zunahme des Online-Handels reicht es schon lange nicht mehr aus, Weihnachtsdeko aufzustellen und auf die Kunden zu warten. Die Niederrheinische IHK stellt Geschäfte vor, die beides können: Online-Handel und lokale Präsenz. Eva Engler-Lehmann hat mit „Hübsch & Heimelig“ in Goch-Pfalzdorf Manufaktur, Laden und Online-Shop zu einem erfolgreichen Konzept verbunden.
Was ist das Besondere an Hübsch und Heimelig?
Bei uns ist alles aus einem Guss: Online-Shop, Laden, Social-Media-Auftritte, Workshops. Nachhaltige und natürliche Produkte in einem ganz eigenen, minimalistischen Stil. Damit bin ich mir von Anfang an treu geblieben. Und das macht unsere Marke auch in einem stark umkämpften Umfeld besonders und wiedererkennbar. Als ausgebildete Aromatherapeutin und Naturkosmetikerin habe ich das Fachwissen, hochwertige Produkte herzustellen. Die Eröffnung meines Online-Shops im Jahr 2021 hatte ich lange vorbereitet und bin dann direkt voll eingestiegen. Ganz wichtig: Ein professioneller Auftritt und eine starke Marke. Dazu gehört auch, auf Social Media sichtbar zu werden. Ohne genug Geld zu investieren, geht es nicht. Die frühe Verbindung mit Influencern sowie anderen Marken, die zu uns passen, hat dann sehr schnell für sehr viel Reichweite gesorgt. Auch dabei ist es wichtig, authentisch zu bleiben. Ich persönlich bin keine Person für Videos über mich und mein Leben. Meine gescheiterten Versuche habe ich mit einem Augenzwinkern veröffentlicht und gesagt: Ich schreibe lieber und lasse meine Produkte sprechen. Dafür habe ich sehr viel Zuspruch bekommen. Denn letztlich muss die Ware überzeugen. Und das tut sie: Unsere Baby-Erkältungskerze zum Beispiel ist von Anfang an ein Top-Seller.
Wie verbinden Sie die Online-Welt mit dem Einkaufserlebnis im Laden?
Das kleine Lädchen kam zwei Jahre nach Eröffnung des Online-Shops hinzu. Der Wunsch nach persönlicher Begegnung und Beratung war groß. Durch das Geschäft können meine Team-Kollegin Christina und ich nun mit den Kunden direkt in Kontakt kommen und ihre Vorlieben kennenlernen. Das Sortiment ist aus diesem Grund gewachsen: Immer wieder wurden wir im Laden auf die Kleidung angesprochen – daher haben wir unser Sortiment um eine kleine Auswahl an Mode-Labels und Schmuck aus den Niederlanden ergänzt.
Genauso wuchs das Interesse an der kreativen Arbeit hinter dem Label Hübsch Heimelig – so wurden die Workshops geboren. Besonders die Mädelsabende zum Thema Kunst und Wein finden viel Anklang. Jetzt in der Vorweihnachtszeit ist dafür in der Werkstatt allerdings kein Platz: Die Produktion der Aromakerzen läuft auf vollen Touren.
Wie läuft das Weihnachtsgeschäft in Kombination von online und stationär?
Social Media ist der wichtigste Kanal. Natürlich gibt es ein Adventsgewinnspiel und jede Menge Geschenkideen aus meiner Manufaktur. Gemeinsam mit anderen nachhaltigen Produzenten, Start-ups und künstlerischen Werkstätten habe ich im November einen Wintermarkt im Haus am See in Goch-Kessel veranstaltet. Der Erfolg hat uns regelrecht überrannt: Es waren rund 1500 Menschen bei uns. Genauso viele mussten leider wieder umdrehen, weil die Kapazität des kleinen Orts ausgelastet war. Auf dem Markt konnten wir unsere Produkte in einer schön gestalteten Wohlfühl-Atmosphäre präsentieren. Inklusive Kinderspielplatz, Gelegenheiten zum Ausprobieren der Produkte und persönlichen Gesprächen. Nächstes Jahr gibt es den Markt auf jeden Fall wieder: Dann aber mit einer besseren Logistik.
Foto: Alice Peters
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