IHK-Medieninformation

Pandemie und Krieg fordern Niederbayerns Handel

IHK-Fachausschuss Handel setzt sich mit verändertem Konsumentenverhalten und aktuellen Wirtschaftsproblemen auseinander
Die Corona-Pandemie war und ist ein Stresstest für die Wirtschaft, insbesondere für den Handel. Dazu kommt der Krieg in der Ukraine, dessen Folgen die regionalen Betriebe teilweise dramatisch zu spüren bekommen. In der virtuellen Sitzung des IHK-Fachausschusses Handel brachten die niederbayerischen Unternehmer ihre großen Sorgen zum Ausdruck. „Bisher etablierte Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse erscheinen mitunter wenig robust und die Unternehmen sind gezwungen, sich teilweise ganz neu zu erfinden. Auch der generelle Kaufkraftschwund und die Verschiebung der Prioritäten der Konsumenten sind eine große Herausforderung“, sagte die Ausschussvorsitzende Petra Steinberger. Erschwert wird die Situation durch Lieferengpässe, Materialmangel und extrem steigende Energiepreise. Auch der hohe Personalausfall durch Corona und der anhaltende Fachkräftemangel fordern von den Händlern maximalen Einsatz und enorme Flexibilität. „Jetzt gilt es, sich unbesetzte Nischen zu suchen, die Kernkompetenzen zu stärken, kreativ zu werden und tagesaktuell richtige unternehmerische Entscheidungen zu treffen“, fasste ein Händler die Situation zusammen.
Die Corona-Pandemie hat auch das Leben der Konsumenten auf den Kopf gestellt, wie eine aktuelle Studie der Universität Regensburg belegt. Dr. Georg Wittmann, Geschäftsführer des Instituts ibi research, bestätigte den stark gestiegenen Trend zum digitalen Einkauf über alle Branchen hinweg. E-Commerce bringe zwar in vielen Bereichen Umsatzzuwächse, bedrohe aber den stationären Einzelhandel und damit die Innenstädte. Doch Bequemlichkeit siegt – nicht einmal ein Drittel der Befragten wäre bereit, seltener im Internet einzukaufen, um Händler vor Ort zu unterstützen. Nach Aussagen der Befragten würden nur finanzielle Anreize wie Rabattaktionen, geringere Parkgebühren oder kostenloser öffentlicher Nahverkehr sie zu mehr stationären Einkäufen motivieren. Neue Alternativen wie „click and collect“ oder „Livestream-Shopping“ wurden während der Pandemie gut angenommen. Dies zeige laut Wittmann, dass Kunden durchaus offen für neue Wege oder Ideen sind und Digitalisierung künftig unverzichtbarer Bestandteil des Handels sein wird. Die IHK Niederbayern bietet den Unternehmen auch in diesem Bereich Beratung und aktive Unterstützung an, etwa mit den kostenlosen „Online-Checks“.