DIHK News Detail DIHK News Detail

Wohin mit dem Bauschutt in Niedersachsen?

07. August 2018 - DIHK

Weil im Westen und Nordwesten Niedersachsens Deponien für Bauschutt und Bodenaushub fehlen, müssen Betriebe lange Transportwege in Kauf nehmen – zulasten von Umwelt und Wirtschaftlichkeit. Mehr darüber lesen Sie jetzt im "Fokus Niedersachsen".

In der neuen Ausgabe seiner Themenreihe informiert die Arbeitsgemeinschaft der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKN) über die im Bundesland bestehenden Probleme mit Deponiekapazitäten der Klasse 1, die für Abfälle mit sehr geringem organischem Anteil vorgesehen ist.

Ein zentraler Aspekt ist die alarmierende Verknappung der Entsorgungsmöglichkeiten, die auf eine Verschärfung der europäischen Deponierichtlinie im Jahr 2009 zurückgeht. In Folge schrumpfte die Zahl der zur Verfügung stehenden Ablagestätten von 69 auf 9 – eine Lücke, die sich noch heute auswirkt.

Ende 2016 – neuere Zahlen gibt es nicht – war in Niedersachsen nur noch Raum für zwei Millionen Tonnen Abfälle der Kategorie 1. Wären die bestandskräftig genehmigten Deponieerweiterungen bereits umgesetzt, würde sich das verfügbare Volumen auf über 14 Millionen Tonnen erhöhen.

Immer noch verbliebe aber das Problem, dass Kapazitäten in Niedersachsen regional sehr unausgewogenen verteilt sind. Nicht selten schafft ein Fahrer pro Arbeitstag nur eine Tour, weil er allein für Hin- und Rückfahrt mehr als vier Stunden benötigt.

Dazu kommt, dass aufgrund einer Verschärfung gleich mehrerer Gesetze und Verordnungen künftig weniger mineralische Abfälle als Ersatzbaustoff etwa im Straßenbau verwendet werden können, was den Druck auf die Deponien weiter erhöhen dürfte.

Dem dringend nötigen Ausbau der Kapazitäten stehen jedoch einige Hindernisse im Weg. Vielerorts wehren sich Anwohner und Naturschützer gegen entsprechende Vorhaben, oder Kommunen weisen in der Nachbarschaft privat geplanter Deponiestandorte Naherholungsgebiete aus.

Vor diesem Hintergrund schlägt IHKN ein jährliches "Deponiebarometer Niedersachsen" vor, das die Restkapazitäten aufzeigt. Die Kammern plädieren dafür, geeignete Flächen zu sichern, Vorhaben auch gegen Widerstand durchzusetzen, im Straßenbau bevorzugt mineralischen Schutt zu verwenden und eine "gebundene Entscheidung" für Deponiestandorte einzuführen, die die Genehmigung gesetzeskonformer Vorhaben erzwingbar macht.

Sie finden die aktuelle Ausgabe von "Fokus Niedersachsen" mit Details auf der Website von IHKN.