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Kriminalitätsbarometer Berlin-Brandenburg zeigt "Digitalisierung des Verbrechens"

14. Juli 2017 - DIHK

Für Unternehmen in Berlin und Brandenburg rangiert die Kriminalität als wichtigstes gesellschaftliches Problem derzeit noch vor dem Fachkräftemangel. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Umfrage der regionalen Industrie- und Handelskammern (IHKs).

Das "Kriminalitätsbarometer Berlin-Brandenburg 2017" belegt zudem einen überproportionalen Anstieg der Internetkriminalität: Hackerangriffe sind die einzigen Delikte, die gegenüber der Vorgängeruntersuchung von 2016 zugenommen haben – dafür aber teilweise in enormem Ausmaß.

Betroffen sind vor allem Dienstleister (34,6 Prozent) und Industriebetriebe (24 Prozent). Etwa ein Fünftel der durch Kriminalität entstandenen Gesamtschäden sind auf Angriffe aus dem Internet zurückzuführen. Klassische Straftaten wie Sachbeschädigung und Diebstahl verharren auf hohem Niveau.

Neben dieser "Digitalisierung des Verbrechens" belegt die Untersuchung, die auf knapp 1.700 Unternehmensantworten beruht, auch eine enorme Dunkelziffer: Zwei Drittel aller Diebstähle und neun von zehn Hackerangriffen auf Unternehmen werden nicht angezeigt. Am häufigsten melden die geschädigten Betriebe noch Einbruchdiebstähle (54 Prozent); doch auch hier ist gegenüber 2014 ein Rückgang um 6,3 Prozent zu verzeichnen. Als Gründe, nicht zur Polizei zu gehen, nannten die Befragten unter anderem Zweifel an der Aufklärungswahrscheinlichkeit oder mangelnde Zahlungsbereitschaft seitens der Versicherung.

Gleichzeitig sind die Unternehmen sehr verunsichert. Als bedrohlichste Entwicklung stuften sie die Kriminalität ein, gefolgt vom Fachkräftemangel, der Energieversorgung und der Sicherheitslage in Deutschland. 

Die kompletten Befragungsergebnisse mit zahlreichen Infografiken finden Sie zum Download auf der Website der IHK Cottbus.