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Lebenseinkommen im Vergleich: BWIHK legt Studie vor

27. Februar 2020 - DIHK

Mit einem kumulierten Verdienst von rund 1,4 Millionen Euro liegen Menschen, die nach einer Ausbildung eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker absolviert haben, am Ende ihres Erwerbslebens fast gleichauf mit Akademikern. Das zeigt nun eine aktuelle Analyse.

Die Untersuchung "Lebenseinkommen von Berufsausbildung und Hochschulstudium im Vergleich" erstellte das Tübinger Institut für Angewandte Wissenschaft (IAW) im Auftrag des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK). Anders als üblich betrachteten die Forscher dabei die Einkommenssituation der Probanden über ihre gesamte Bildungs- und Arbeitsbiografie hinweg.

Für die Studie wertete das IAW die anonymisierten Sozialversicherungsmeldungen von mehr als 12.000 Männern und Frauen der Jahrgänge 1948 bis 1986 aus ganz Deutschland aus. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Akademiker erreichen im Alter von 65 Jahren ein kumuliertes Einkommen von 1,45 Millionen Euro, Meister und Techniker kommen auf 1,41 Millionen Euro, Menschen mit Berufsausbildung auf 962.000 Euro. Wer keinen Abschluss gemacht hat, verdient über sein Leben hinweg im Schnitt 820.000 Euro.
  • Meister und Techniker haben bis zum 60. Lebensjahr –  und somit während des größten Teils ihres Berufslebens – gegenüber den Akademikern finanziell die Nase vorn. Erst danach werden die Praktiker von den Hochschulabsolventen überholt. Und: Bis Mitte 30 verdienen auch Absolventen einer Berufsausbildung mehr als "Studierte".
  • Ein Studium beziehungsweise eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker lohnt sich in allen Wirtschaftsbereichen. Am lukrativsten sind aber Arbeitsplätze im Verarbeitenden Gewerbe.
  • Größeren Einfluss auf das Lebenseinkommen als die Bildungsbiografie hat das Geschlecht. Über alle Analysegruppen hinweg verdienten Männer deutlich mehr als Frauen. So kommen Akademiker im Mittel auf 1,65 Millionen, ihre ehemaligen Kommilitoninnen nur auf gut 1 Million Euro.

Sie finden die 74-seitige Studie mit zahlreichen weiteren Ergebnissen zum kostenlosen Download auf der Website des BWIHK.