Steuern Finanzen Mittelstand

Steuereinnahmen im Juni weiter rückläufig

Steuereinnahmen im Juni weiter rückläufig

Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sanken im Juni 2020 um 19,0 Prozent gegenüber dem Juni 2019. In der Jahresbetrachtung (Januar bis Juni 2020) ist das Steueraufkommen insgesamt um 9,1 Prozent gesunken. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftssteuern haben sich im ersten Halbjahr um 10,6 Prozent und aus den Bundessteuern um 5 Prozent verringert. Die Ländersteuern zeigen einen Zuwachs von 8,8 Prozent, weil die (nachlaufenden) Einnahmen aus der Erbschaftsteuer im Juni erneut deutlich gestiegen sind. Damit liegt die Entwicklung aktuell etwas auf dem Niveau der Steuerschätzung von Mai, die für die Gemeinschaftssteuern ein Minus von 10,3 Prozent und für die Bundessteuern ein Minus von 5,9 Prozent prognostiziert hat. Die Ländersteuern entwickeln sich aktuell deutlich besser als die Schätzung, die ein Minus von 1,8 Prozent erwartet.

Besonders drastisch bleibt der Aufkommensrückgang bei den Gemeinschaftssteuern um 20,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz verzeichnet im Juni 2020 weiterhin einen Rückgang von 17,9 Prozent gegenüber Juni 2019. Dabei ist zu berücksichtigen, dass aufgrund des Zeitverzugs zwischen Umsätzen und Kassenwirksamkeit nun erst die Umsatzrückgänge des Monats April sichtbar werden.

Im Juni verzeichnet die Lohnsteuer einen geringeren Rückgang als noch im Mai. Bei den „Unternehmensteuern“, also veranlagter Einkommensteuer und Körperschaftsteuer, fallen die geringeren Einnahmen ebenfalls kräftig aus. Das ist nicht gleichzusetzen mit einer aktuellen Bewertung der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen, denn infolge der verschiedenen steuerlichen Corona-Hilfsmaßnahmen ist es auch zu signifikanten Erstattungen und Stundungen von Steuern gekommen.

Die Einnahmen aus den Bundessteuern (-13,9 Prozent) verringerten sich im direkten Vergleich zu Juni 2019 ebenfalls deutlich, u.a. aufgrund steuerlicher Erleichterungen und konjunkturbedingter Minderverbräuche, so z. B. die Energiesteuer (-25,8 Prozent) oder auch die Luftverkehrsteuer (-98,5 Prozent).

Die Einnahmen aus den Ländersteuern wiesen einen Zuwachs um 16,5 Prozent auf – dies ist vor allem dem kräftigen Anstieg der Erbschaftsteuereinnahmen um +44,7 Prozent geschuldet. Diese entwickelt sich aber jeden Monat äußerst volatil. Deutlich wiederbelebt zeigen sich das Immobiliengeschäft. Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer sind im Vergleich zum Juni 2019 kräftig um 9 Prozent gestiegen.

Im September ist eine weitere Steuerschätzung geplant.