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Entwicklung der Steuereinnahmen im September 2020

Entwicklung der Steuereinnahmen im September 2020

Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sanken im September 2020 um 12,8 Prozent gegenüber dem September 2019. Für das bisherige Jahr betrachtet (Zeitraum Januar bis September 2020) ging das Steueraufkommen insgesamt um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern verringerten sich um 9,4 Prozent, die der Bundessteuern um 4,2 Prozent. Die Ländersteuern verzeichneten einen Einnahmezuwachs um 7,4 Prozent.

Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise belasteten weiterhin das Steueraufkommen. Wie in den vorangegangenen Monaten beeinflussten auch steuerrechtliche Maßnahmen die Steuereinnahmen. Auf der einen Seite gab es einen stärkeren Zufluss bislang gestundeter Beträge. Auf der anderen Seite führte die fortbestehende Möglichkeit einer Herabsetzung der Vorauszahlungen im Vorauszahlungsmonat September zu Mindereinnahmen bei der Körperschaftsteuer und der veranlagten Einkommensteuer.

Beträchtliche Aufkommensminderungen ergaben sich zudem durch die Senkung der Umsatzsteuer sowie durch die Zahlung der ersten Rate dessogenannten Kinderbonus aus dem Lohnsteueraufkommen.

Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern waren 15,2 Prozent geringer als im Vorjahresmonat. Im wichtigen Vorauszahlungsmonat September verringerte sich das Körperschaftsteueraufkommen um 25,2 Prozent gegenüber dem September 2019. Hier wirken sich die Herabsetzungen der Vorauszahlungen im Rahmen der steuerlichen Maßnahmen zur Abmilderung der Corona-Effekte aufkommensmindernd aus (Jan-Sep 2020: -34,7 Prozent). Ähnlich entwickelte sich die veranlagte Einkommensteuer der Selbständigen und Personenunternehmen. Auch hier minderten herabgesetzte Vorauszahlungen das Aufkommen. Es ging um 5,0 Prozent gegenüber dem September 2019 zurück (Jan-Sep 2020: -9,1 Prozent).

Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz verzeichnete im September 2020 einen Rückgang von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Erstmalig kommen hier die gesunkenen Mehrwertsteuersätze zum Tragen, denn das Aufkommen zeichnet die Umsätze des Monats Juli nach. Das Aufkommen aus der Binnenumsatzsteuer verringerte sich um 8,8 Prozent (Jan – Sep-9,1 Prozent).

Bei den Bundessteuern ergab sich im September ein Einnahmerückgang um 3,1 Prozent. Die Einnahmen aus den Ländersteuern hingegen legten um 14,2 Prozent zu, vor allem aufgrund eines hohen Aufkommens aus der Erbschaftsteuer (+53,3 Prozent im September 2020).

Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen verzeichneten im September 2020 einen Rückgang um 17,7 Prozent gegenüber dem September 2019. Hintergrund ist u. a. die Änderung des Finanzausgleichsgesetzes im Zuge der Kompensation von Steuerausfällen zugunsten von Ländern und Gemeinden.

Die Steuereinnahmen der Länder nach Bundesergänzungszuweisungen gingen um 7,7 Prozent zurück. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den Gemeinschaftsteuern verringerten sich um 10,6 Prozent.