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Entwicklung der Steuereinnahmen bis Oktober 2020

Entwicklung der Steuereinnahmen bis Oktober 2020

Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sanken im Oktober 2020 um 8,8 Prozent gegenüber Oktober 2019. Neben den konjunkturellen Auswirkungen beeinflussten auch gesetzliche Maßnahmen zur Minderung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie das Aufkommen. In den ersten 10 Monaten gingen die Steuereinnahmen (ohne Gemeindesteuern) um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück.

Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern lagen insgesamt um 10,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Hier beeinflussten vor allem die temporäre Senkung der Umsatzsteuersätze sowie die Zahlung der zweiten Rate des Kinderbonus aus dem Lohnsteueraufkommen das Gesamtaufkommen negativ. Beiden Bundessteuern ergab sich im Oktober ein Einnahmerückgang um 5,0 Prozent. Die Einnahmen aus den Ländersteuern wiesen hingegen erneut aufgrund einer starken Zunahme der Einnahmen aus der Erbschaftsteuer (+29,8 Prozent) einen Anstieg um 7,7 Prozent auf.

In der Jahresbetrachtung der ersten zehn Monat Januar bis Oktober 2020 sank das Steueraufkommen insgesamt um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern verringerten sich um 9,5 Prozent; das Aufkommen der Bundessteuern sank um 4,3 Prozent. Die Ländersteuern verzeichneten hingegen einen Einnahmezuwachs um 7,4 Prozent.

Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen verzeichneten im Oktober 2020 einen Rückgang um18,4 Prozent gegenüber Oktober 2019. Aufgrund der Änderung des Finanzausgleichsgesetzes durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz verringert sich der Anteil des Bundes an den Steuern vom Umsatz zugunsten von Ländern und Gemeinden beträchtlich. Damit sollen Steuermindereinnahmen der Länderkompensiert werden. Zudem waren höhere Bundesergänzungszuweisungen sowie höhere EU-Eigenmittelabführungen gegenüber dem Vorjahresmonat Oktober 2019 zu leisten. Für das Gesamtjahr hat die aktuelle Steuerschätzung vom 12. November 2020 einen Rückgang der Steuereinnahmen des Bundes in Höhe von 15,3 Prozent prognostiziert. Von Januar bis Oktober 2020 gingen die Einnahmen um 13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück.

Die Länder verbuchten im Oktober 2020 nur einen leichten Rückgang ihrer Steuereinnahmen um 1,5 Prozent. Grund waren die oben aufgeführte geänderte Umsatzsteuerverteilung sowie Mehreinnahmen aus den Ländersteuern. In der Gesamtschau der ersten zehn Monate sind die Steuereinnahmen der Länder um 3,3 Prozent gesunken. Die Steuerschätzung prognostiziert für das Gesamtjahr 2020 einen Rückgang von 3,9 Prozent. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den Gemeinschaftsteuern verringerten sich in den ersten zehn Monaten des Jahres 2020 um 3,5 Prozent.