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Steuereinnahmen im Mai kräftig gesunken

Steuereinnahmen im Mai kräftig gesunken

Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sanken im Mai 2020 um 19,9 Pro-zent gegenüber dem Mai 2019. In der Jahresbetrachtung (Januar bis Mai 2020) ist das Steu-eraufkommen insgesamt um 6,3 Prozent gesunken. Die Gemeinschaftssteuern haben sich um 7,5 Prozent und die Bundessteuern um 2,9 Prozent verringert. Die Ländersteuern zeigen einen Zuwachs um 7,5 Prozent, weil die (nachlaufenden) Einnahmen aus der Erbschaftsteuer im Mai deutlich gestiegen sind. Damit ist die Entwicklung aktuell weniger schlecht als in der Steuerschätzung von Mai angenommen, die für die Gemeinschaftssteuern ein Minus von 10,9 Prozent, für die Bundessteuern ein Minus von 5,0 Prozent und für die Ländersteuern ein Minus von 1,8 Prozent erwartet hat.

Besonders drastisch ist der Aufkommensrückgang bei den Gemeinschaftssteuern um 21,1 Prozent, wobei ein Großteil des absoluten Aufkommensrückgangs auf die Steuern vom Umsatz zurückzuführen ist. Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz verzeichnet im Mai 2020 allein einen Rückgang von 21,0 Prozent gegenüber Mai 2019. Dabei ist zu berücksichtigen, dass aufgrund des Zeitverzugs zwischen Umsätzen und Kassenwirksamkeit nun erst die Umsatzrückgänge des Monats März sichtbar werden. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass selbst bei Wiederbelebung der Wirtschaft mindestens auch noch im Juli mit stark sinkenden Umsatzsteuereinnahmen (aus April) zu rechnen ist.

Aber auch die Lohnsteuer (-10,3 Prozent) hatte einen signifikanten Rückgang zu verzeichnen. Bei den „Unternehmensteuern“, also veranlagter Einkommensteuer und Körperschaftsteuer, sind die Beiträge weiterhin negativ – auch eine Folge der Erstattungen/Stundungen durch die verschiedenen steuerlichen Corona-Hilfsmaßnahmen.

Die Einnahmen aus den Bundessteuern (-20,4 Prozent) verringerten sich im direkten Vergleich zu Mai 2019 ebenfalls deutlich, u.a. aufgrund steuerlicher Erleichterungen und konjunkturbedingter Minderverbräuche, so z. B. die Energiesteuer (-19,4 Prozent) und die Stromsteuer (-9,9 Prozent).

Die Einnahmen aus den Ländersteuern wiesen einen Zuwachs um 2,8 Prozent auf – vor allem dem kräftigen Anstieg der Erbschaftsteuereinnahmen um +39,9 Prozent geschuldet. Diese entwickelt sich aber jeden Monat äußerst volatil. Maß für die geringere wirtschaftliche Aktivität ist hier eher die Grunderwerbsteuer, die ein Minus von 7,2 Prozent zum Mai 2019 aufweist.

Im September ist eine weitere Steuerschätzung geplant.