Steuern Finanzen Mittelstand

Überbrückungshilfe wird verlängert, ausgeweitet und vereinfacht

Überbrückungshilfe wird verlängert, ausgeweitet und vereinfacht

Die Überbrückungshilfen des Bundes werden nicht nur bis zum Jahresende verlängert – wie am 26. August 2020 von der Koalition beschlossen, sondern zugleich an entscheidenden Stellen verbessert. Vorausgegangen waren intensive Gespräche des DIHK vor allem mit dem federführenden Bundeswirtschaftsministerium auf Leitungs- und auf Fachebene. Die modifizierten Anforderungen im Rahmen der Überbrückungshilfe greifen viele konkrete Anregungen und Vorschläge des DIHK auf.

Im Einzelnen gelten für die Monate September bis Dezember folgende Regelungen:

  • Flexibilisierung der Eintrittsschwelle: Zur Antragstellung berechtigt sind künftig Antragsteller, die
  • entweder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder
  • einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.

Bislang muss ein Umsatzeinbruch von 60 Prozent im Zweimonatszeitraum April/Mai zum entsprechenden Vorjahreszeitraum nachgewiesen werden. Dieser enge Zuschnitt hat sich als nicht praxisgerecht erwiesen.

  • Ersatzlose Streichung der Deckelungsbeträge von 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro für kleine Unternehmen.
  • Erhöhung der Fördersätze. Künftig werden erstattet
  • 90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch (bisher 80 Prozent der Fixkosten),
  • 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent (bisher 50 Prozent der Fixkosten) und
  • 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent (bisher erst bei mehr als 40 Prozent Umsatzeinbruch).
  • Die Personalkostenpauschale von 10 Prozent der förderfähigen Kosten wird auf 20 Prozent erhöht.
  • Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

Zuschüsse sind wie bisher möglich bis zu einer Höhe von bis zu 50.000 Euro pro Monat. Die weiteren Ausführungsregelungen werden derzeit noch erarbeitet. Spätestens ab Ende Oktober soll die Überbrückungshilfe II beantragt werden können.

Wichtig ist, dass die neuen Regelungen nur für den neuen Abschnitt September bis Dezember gelten. Eine Anwendung der verbesserten Regelungen auf den ersten Abschnitt Juni bis August ist nicht möglich.

Hinweis: Die Anträge für die Überbrückungshilfe von Juni bis August konnten bis 9. Oktober 2020 gestellt werden. Änderungsanträge für die bereits gestellten Anträge sind noch bis 31. Oktober 2020 möglich.