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Steuereinnahmen im April zeigen deutliche Corona-Spuren

Steuereinnahmen im April zeigen deutliche Corona-Spuren

Erwartungsgemäß sind die Steuereinnahmen (ohne Gemeindesteuern) im April gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken – und zwar um 25,3 Prozent. Das gute erste Quartal 2020 hält den Rückgang bisher noch in Grenzen – von Januar bis April sind die Steuereinnahmen um 3,1 Prozent gesunken.

Wesentliche Ursache ist der Aufkommensrückgang bei den gemeinschaftlichen Steuern, die das Gros des Steuerkuchens insgesamt stellen. Ihr Aufkommen ist im Vergleich zu April 2019 um 31,6 Prozent (13,2 Mrd. Euro) gesunken. Innerhalb dieser Steuergruppe stellt die Umsatzsteuer das größte Volumen – und ist aufgrund des in diese Zeit fallenden Shut downs der deutschen Volkswirtschaft um fast die Hälfe (-48,1 Prozent resp. 6,3 Mrd. Euro) im Vergleich zum April 2019 zurückgegangen. Bei dem um 2,9 Prozent gesunkenen Lohnsteueraufkommen macht sich die Kurzarbeit bemerkbar. Die speziellen Corona bedingten steuerlichen Hilfen führen zu Erstattungen und damit einem negativen Aufkommen bei der veranlagten Einkommensteuer und der Körperschaftsteuer.

Bei der Entwicklung der Bundessteuern sieht es weniger dramatisch aus. Auch hier verzeichnen viele der vergleichsweise „kleinen“ Steuerarten ein Minus, aber die Tabaksteuer erzielt im April ein erhebliches Mehraufkommen von 63,6 Prozent – das sind immerhin noch 638 Mio. mehr als im April 2019. Nahezu komplett weg ist aufgrund der Einstellung des Luftverkehrs das Aufkommen aus der Luftverkehrsteuer (-95,2 Prozent).

Auch bei den Ländersteuern gibt es „Gewinner“ und „Verlierer“. Während aufgrund der großen Unsicherheit der wirtschaftlichen Akteure das Grunderwerbsteueraufkommen zum ersten Mal seit langer Zeit unter dem Vorjahreswert liegt (-8,4 Prozent zu April 2019), bleibt die Erbschaftsteuer vergleichsweise stabil und erzielt ein Mehraufkommen von 7,8 Prozent. Auch bei den Ländersteuern machen sich die Folgen des Shut downs unmittelbar bemerkbar: Aufgrund der geschlossenen Locations ist das Aufkommen aus der Rennwett- und Lotteriesteuer um 26 Prozent, und auch aus der Biersteuer um 27 Prozent zurückgegangen.

In der Gesamtschau der Steuereinnahmen nach den ersten vier Monaten des Jahres sieht die Situation beherrschbar aus: Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen lagen Ende April 2020 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Steuereinnahmen der Länder lagen in diesem Zeitraum nach Verrechnung der Bundesergänzungszuweisungen um 1,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den gemeinschaftlichen Steuern stiegen sogar leicht um 1,5 Prozent.